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Wo sind Bus und Bahn am teuersten? Köln und Bonn vorne dabei

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Von: Oliver Schmitz

Passanten an der KVB-Haltestelle Heumarkt. Köln
Der ÖPNV in Köln ist einer der teuersten in ganz Deutschland. (Symbolbild) © Christoph Hardt/Imago

Laut einer ADAC-Studie ist der öffentliche Nahverkehr in NRW besonders teuer. Vor allem Köln und Bonn fallen negativ auf. Doch die Preise sollen weiter steigen.

Köln – Wer gerne Bus und Bahn fährt, muss in Nordrhein-Westfalen verhältnismäßig viel zahlen. Das hat eine neue Studie des ADAC ergeben, in welcher die ÖPNV-Preise von insgesamt 21 deutschen Großstädten über 300.000 Einwohnern miteinander verglichen wurden. Gleich in mehreren Kategorien entweder Negativ-Sieger oder kurz dahinter: der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) mit den beiden Städten Köln und Bonn.

Köln und Bonn mit teuersten Tageskarten – andere NRW-Städte ebenfalls teuer

Im Juni und Juli 2021 hat der ADAC insgesamt sieben verschiedene Ticket-Kategorien in den untersuchten Städten miteinander verglichen. In zwei davon stehen Köln und Bonn preislich an der Spitze. Sowohl die Kurzstrecken für Erwachsene (2 Euro) als auch die Tageskarten (8,80 Euro) sind im VRS die teuersten in ganz Deutschland. Bei der Monatskarte liegt die Region mit 105,50 Euro an zweiter Stelle – nur in Hamburg ist noch teurer (112,80 Euro).

Doch auch die weiteren NRW-Städte sind stellenweise nicht gerade günstig. In Düsseldorf, Duisburg, Wuppertal, Dortmund, Essen und Bochum (alle VRR) ist die Fahrradmitnahme mit 3,60 Euro am teuersten. Die Preise für die Wochentickets landen mit 29,50 Euro knapp hinter Hamburg (29,60 Euro) und Berlin (36 Euro).

Untersuchte Ticket-Kategorien

-Kurzstrecke Erwachsene

-Einzelfahrt Erwachsene

-Einzelfahrt Kinder

-Tageskarte Erwachsene

-Wochenkarte Erwachsene

-Monatskarte Erwachsene

-Fahrradmitnahme

ÖPNV-Preise: Moderater Anstieg seit 2019

Der ADAC hatte die ÖPNV-Ticketpreise der 21 Städte bereits im Jahr 2019 erstmals miteinander verglichen. Die Gegenüberstellung mit den damaligen Ergebnissen zeigt, dass die Preise generell nur moderat gestiegen (zwischen 1,33 und 5,11 Prozent). Jedoch fallen die Unterschiede zwischen den einzelnen Verkehrsbünden immer noch teils immens aus.

Die größte Preisspanne mit über hundert Prozent gibt es bei den Wochenkarten für Erwachsene. Während diese in München nur 17,80 Euro kostet, beträgt der Preis in Berlin ganze 36 Euro. Bei den Monatskarten sieht es nicht viel besser aus. Erneut zahlt man in München mit 57 Euro verhältnismäßig wenig, denn in Hamburg kosten diese 112,80 Euro.

ÖPNV im Vergleich: Preiseanstieg für Dezember geplant

Die ÖPNV-Angebote in Deutschland fallen also insgesamt noch sehr unterschiedlich aus. Grund ist die unterschiedliche Preispolitik der zuständigen Kommunen. Von einer einheitlichen Preisgestaltung ist man also noch weit entfernt. Das fällt auch durch die teils unterschiedliche Herangehensweise auf. Das beste Beispiel dafür ist die Fahrradmitnahme. In Frankfurt, Hamburg und Hannover sind sie komplett kostenlos, in Köln, Bonn, Berlin, Karlsruhe, Leipzig, Mannheim und Nürnberg benötigt man dafür ein Einzelticket und in allen anderen sogar ein extra Fahrrad-Tagesticket.

Die Situation für ÖPNV-Fahrer wird sich zeitnah wohl nicht unbedingt besser, ganz im Gegenteil: Für Dezember haben die meisten Verkehrsbetriebe Preiserhöhungen bis zu 5,5 Prozent angekündigt.

ÖPNV-Vergleich in Deutschland: Diese Städte und Verkehrsverbünde wurden überprüft

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