Flughafen Paderborn kann Stilllegung abwenden

Flughäfen in NRW und Corona: Massiver Einbruch der Passagierzahlen in 2020 – was trotzdem optimistisch stimmt

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Die Flughäfen in NRW mussten einen Rückgang der Passagierzahlen hinnehmen – auch der Airport Köln/Bonn
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Ob Köln-Bonn oder Dortmund: Den Flughäfen in NRW brechen wegen Corona die Passagiere weg. Paderborn musste sogar Insolvenz anmelden. Es gibt trotzdem Grund zur Hoffnung

  • Das Jahr 2020 lässt die Passagierzahlen der NRW-Flughäfen extrem sinken.
  • Der Flughafen Paderborn-Lippstadt steckt derzeit im Insolvenzverfahren.
  • Flughafen-Betreiber hoffen auf Erholung im Jahr 2021.

Köln – Von den 21,7 Millionen Fluggästen, die sich 2019 von den sechs Flughäfen in NRW auf den Weg in den Urlaub oder zu beruflichen Terminen gemacht haben, können der Flughafen Köln-Bonn und die fünf anderen Airports im Bundesland nur träumen. Im Jahr 2020 haben die NRW-Flughäfen 5,6 Millionen Fluggäste verzeichnet. Das sind 74 Prozent weniger als im Jahr 2019, wie das Statistische Landesamt am Montag mitteilte.

Flughafen Paderborn trifft Corona-Jahr 2020 besonders hart

Am härtesten getroffen hat es den Flughafen Paderborn-Lippstadt: Die Passagierzahlen sind um 86,9 Prozent gesunken. Die Corona-Flaute war für den Flughafen so heftig, dass er Insolvenz anmelden musste. Erst vor rund zehn Tagen wurde der Plan für die Insolvenz in Eigenverantwortung von den Gläubigern gebilligt. Der Flughafen soll weiter bestehen, die Belegschaft wird aber stark reduziert, wie der Flughafen in einer Pressemitteilung informiert. Die Zahl der Beschäftigten wird von 170 auf rund 65 schrumpfen, wovon 45 auf die Feuerwehr entfallen. Die Feuerwehrleute sollen dann neben den Bereitschaftsdiensten auch Aufgaben der Bodenverkehrsdienste übernehmen.

Am besten weggekommen ist der Flughafen Dortmund, wo ein Rückgang der Passagierzahlen um 55,1 Prozent zu verzeichnen ist. Der Flughafen Köln-Bonn, der Flughafen Düsseldorf, der Flughafen Niederrhein und der Flughafen Münster/Osnabrück mussten 2020 als Folge der Corona-Pandemie auf rund drei Viertel ihrer Gäste, verglichen mit 2019, verzichten.

„Nach dem beispiellosen Schock 2020 sind wir guter Hoffnung, dass wir im Verlauf des Jahres ein Stück Normalität aus der Vor-Corona-Zeit zurückgewinnen, damit die Menschen wieder fliegen können“, sagt Johan Vanneste, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Köln/Bonn GmbH. Und es gibt trotz allem auch etwas Positives.  

Flughafen Köln-Bonn: Luftfracht-Geschäft verzeichnet ein Plus

Das zweite Standbein vom Flughafen Köln/Bonn, die Luftfracht, legte im Krisenjahr 2020 überdurchschnittlich zu: mit 863.000 Tonnen wurden bis Ende Dezember sechs Prozent mehr Waren umgeschlagen als im Vorjahr. Vanneste: „Egal ob medizinische Güter, Ersatzteile für die Industrie oder Impfstoffe – Köln/Bonn ist dafür der zentrale Logistik-Standort.“ Durch die anhaltende Zunahme des Online-Handels gehe man auch 2021 von einer positiven Entwicklung des Frachtgeschäftes aus.

Rund 4,7 Millionen der 5,6 Millionen Fluggäste, die 2020 an den Hauptverkehrsflughäfen in NRW überhaupt noch in ein Flugzeug gestiegen sind, flogen ins Ausland. Das ist ein Minus von 73,5 Prozent. Für 328.136 Personen hieß das Reiseziel Großbritannien (−77,2 Prozent) und für weitere 150.958 Fluggäste Portugal (−69,6 Prozent). Auch bei den Inlandsflügen sackte das Passagieraufkommen massiv ab. 967.030 Passagieren (−76,2 Prozent) waren 2020 innerhalb Deutschlands mit dem Flugzeug unterwegs.

Dortmund Airport: Eröffnung der Wizz-Air-Base lockt Passagiere an

Auch der Geschäftsführer vom Dortmund Airport, Ludger van Bebber, gibt sich optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass es im Laufe des Jahres 2021 eine substanzielle Erholung des Luftverkehrs geben wird. Eine genaue Passagierprognose während der Corona-Pandemie ist nahezu unmöglich – das hat uns das Jahr 2020 eindrucksvoll gezeigt.“ Einen kleinen Passagier-Schub hat dem Dortmunder Flughafen die Eröffnung der Base der Wizz Air Anfang August 2020 gegeben. So konnte der Dortmund Airport im gesamten August 2020 rund 71 Prozent (181.250) seiner Fluggäste aus dem Vorjahr wieder begrüßen. Die Frage ist, was das Jahr 2021 bringt: Immerhin plant die Hälfte der Deutschen, wieder zu verreisen.

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