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Autobahn-Blockaden angedroht: Wer steckt hinter der Lkw-Demo?

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Von: Oliver Schmitz

Organisator Gerd Fischer (l), Spediteur und LKW-Fahrer, spricht vor einer Demonstration gegen die aktuellen Kraftstoffpreise mit einem Polizisten.
Gerd Fischer droht wegen der Lkw-Blockade eine Anzeige und der Entzug des Führerscheins. © Rolf Vennenbernd/dpa

In ganz NRW und besonders Köln sorgt am Mittwoch eine Lkw-Demo für Aufregung. Der Initiator Gerd Fischer nennt die Gründe – und droht mit weiteren Blockaden.

Köln/Bergisch Gladbach – Am Mittwoch (16. März) drohte wegen einer Lkw-Demo am Dreieck Heumar ein echtes Verkehrschaos auf den Autobahnen Köln. Hinter dem umstrittenen Streik steckt Gerd Fischer, der bereits die Lkw-Demo in der Kölner Innenstadt am Samstag organisiert hatte. Grund für die beiden Protest-Aktionen: die massiv gestiegenen Spritpreise in ganz Deutschland.„Das geht nicht weiter, das ist ein Unding“, sagt der Spediteur aus Bergisch Gladbach (Rheinisch-Bergischer-Kreis). Er ist sauer und droht bereits mit weiteren Blockaden.

Lkw-Demo bei Köln: Gerd Fischer plante „Riesenchaos“ auf Autobahnen in NRW

Gleich mehrere Autobahnen in NRW wollte Gerd Fischer mit seiner Lkw-Blockade für mehrere Stunden lahmlegen. Die A3, A4 und A59 bei Köln und teils Sauerland sowie die A61 und A1 unter anderem bei Dortmund. „Das reicht, um ein Riesenchaos zu schaffen“, sagte Gerd Fischer dem WDR. Es kam letztlich anders: Zumindest aus der Blockade bei Köln wurde eine Demo durch die Innenstadt.

Über WhatsApp oder Lkw-Funk hatte der Spediteur seine Kollegen mobilisiert. „Alle haben die Schnauze gestrichen voll“ wegen der Sprit-Rekordpreise von bis zu 2,30 Euro pro Liter „Die bedrohen Existenzen, zerstören Familien“, sagt Fischer Richtung Politik. Bei den jetzigen Preisen bleibt offenbar nichts mehr bei den Spediteuren hängen. Dem WDR sagt Fischer: Die Regierung finde „immer wieder neue Vorwände, um die Preise zu erhöhen. Aber keiner macht den Mund auf“.

Organisator Gerd Fischer, Spediteur und Lkw-Fahrer, steht vor zwei Lkw, um mit anderen gegen die hohen Benzinpreise zu demonstrieren.
Lkw-Fahrer haben angekündigt, auf den Autobahnen rund um Köln gegen die hohen Benzinpreise zu demonstrieren. © Rolf Vennenbernd/dpa

Lkw-Streik bei Köln: Dieselpreis-Erhöhung mit drastischen Folgen – Fischer hat konkrete Forderung

Durch die Lkw-Demo am Mittwoch will Gerd Fischer Aufmerksamkeit für die Situation der Spediteure und Transportfirmen. Mich fressen die Kosten auf, weil sie ein Limit überschreiten“, sagte der Bergisch Gladbacher RP Online. Nun müsse er sogar Privatvermögen in sein Unternehmen stecken. Einige seiner Mitarbeiter könnten sogar ihre Lkws nicht mehr betanken. Es sei laut Fischer, „schlimm, dass es so weit mit uns gekommen ist“. Damit wäre die Schmerzgrenze längst überschritten.

Deshalb müssten die Dieselpreise wieder gesenkt werden. Seine konkrete Forderung: Die Bundesregierung solle die Branche in der Situation unterstützen und sich mit ihnen an einen Tisch setzen. Den bisherigen Vorschlag des Finanzministeriums, den Spritpreise zu reduzieren, ist für Gerd Fischer zu wenig. „Ich will erreichen, dass wir wieder auf 1,30 bis 1,50 pro Liter Diesel herunterkommen, alles andere ist Unsinn“, sagt der Spediteur.

Lkw-Demo in Köln: Initiator droht mit weiteren Autobahn-Blockaden

Insofern die Politik nicht auf seine Forderung eingehen würde, will Gerd Fischer zu drastischen Maßnahmen greifen. „Machen Sie das nicht, werden wir nächste Woche Montag und Dienstag alle Autobahnen in Deutschland schließen“, sagt der Spediteur RP Online. „Dann rollt hier nichts mehr.“

Sollte sich bis zum Wochenende niemand mehr melden, würden zuerst am Samstag und dann am Montag weitere Demos folgen. Letztere soll sogar drei Tage am Stück gehen, erklärte Fischer dem WDR. „Wir machen das jetzt genauso wie die Kollegen in Frankreich“, sagt der Bergisch Gladbacher. „Da wird den deutschen Bürgern das Lachen vergehen, wenn sie nichts mehr zu essen kriegen“. (os mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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