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Lufthansa-Streik: Wann bekomme ich Geld zurück?

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Verdi hat die Beschäftigten des Lufthansa-Bodenpersonals am Mittwoch zum Streik aufgerufen. Welche Rechte haben Reisende? Welche Tipps sollten beachtet werden?

Köln – Reisende müssen aktuell an den Flughäfen viel Geduld haben – so kommt es während der Sommerferien aktuell dort immer wieder zu langen Wartezeiten. Am Mittwoch, 27. Juli, hat die Gewerkschaft Verdi außerdem das Bodenpersonal der Lufthansa zu einem Warnstreik aufgerufen. Betroffen von dem Streik ist unter anderem auch der Flughafen Düsseldorf. Reisende müssen an diesem Tag dann mit Verspätungen und Flugausfällen zu rechnen. Doch welche Rechte haben eigentlich Passagiere, wenn ihr Flug vom Streik betroffen ist?

Lufthansa-Streik: Wann gibt es eine Entschädigung?

Fest steht: Ob es bei einem Streik eine Entschädigung gibt, hängt davon ab, wer genau die Arbeit niederlegt. Streiken die Angestellten der Fluggesellschaft nicht selbst, sondern beispielsweise die Mitarbeiter eines Dienstleisters am Flughafen, so kann sich die Fluggesellschaft auf „außergewöhnliche Umstände“ berufen. Heißt: Eine Entschädigung kann nach der Europäischen Fluggastrechteverordnung in diesem Fall verweigert werden.

Besser sieht es für Passagiere aus, wenn die eigenen Mitarbeiter der Fluggesellschaft streiken, zum Beispiel weil sie ein höheres Gehalt oder bessere Arbeitszeiten fordern. In diesem Fall haben Fluggäste des Recht, entschädigt zu werden. Sollten Flüge drei Stunden oder länger Verspätung haben, können Urlauber und Reisende dann eine Entschädigung von bis zu 600 Euro erhalten. Was aber heißt das nun für den Lufthansa-Streik am Mittwoch, 27. Juli?

Ob Fluggäste im aktuellen Streik eine Entschädigung bekommen, ist bislang unklar, so Sabine Cofalla, Geschäftsführerin der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP). Entscheidend sei, ob im Einzelfall das zuständige Bodenpersonal bei der Lufthansa selbst angestellt sei oder nicht. „Wir würden jeden einzelnen Fall prüfen müssen, was genau für ein Personal eingesetzt wurde“, sagt Cofalla.

Lufthansa-Streik: Verspätung – welche Rechte haben Reisende?

Sollte ein Flug drei Stunden oder mehr Verspätung haben, haben Reisende einen Anspruch auf eine alternative Beförderung, um zu ihrem Ziel zu gelangen. Das bedeutet, dass Fluggesellschaften Urlauberinnen und Urlauber dann beispielsweise auf einen anderen Flug umbuchen müssen. Bei Reisen innerhalb Deutschlands kann die Airline aber den Flug auch mit einer Bahnfahrkarte ersetzen. Übrigens können Reisende bei Flügen, die aufgrund eines Streiks drei Stunden oder mehr Verspätung haben, eine Entschädigung von bis zu 600 Euro geltend machen.

Lufthansa-Streik: Wann bekommen Fluggäste ihr Geld zurück?

Sollte ein Flug, zum Beispiel am Flughafen Köln/Bonn oder am Flughafen Düsseldorf, aufgrund eines Streiks über fünf Stunden Verspätung haben, erhalten Reisende den vollen Ticketpreis zurück. Bis zu 600 Euro Entschädigung können Reisende bereits dann erhalten, wenn ihr Flug drei Stunden oder länger Verspätung hat.

Lufthansa-Streik: Flug hat Verspätung – wann muss die Airline für Essen und Unterkunft zahlen?

Doch damit nicht alles. Müssen Reisende zudem lange auf eine alternative Reisemöglichkeit warten, ist die Airline verpflichtet, ihnen eine Unterkunft und den entsprechenden Transport dorthin bereitzustellen. Beträgt die Reisedistanz vom Abflugort zum Zielort mindestens 1500 Kilometer, muss die betroffene Airline Reisenden ab einer Verspätung von zwei Stunden mit Essen und Getränken versorgen.

Personalmangel bei Lufthansa und Eurowings: Insgesamt über 5000 Flüge gestrichen

Aufgrund von Personalmangel hat die Lufthansa im Sommer 2022 über 5000 Verbindungen gestrichen. Auch Eurowings ist betroffen. 24RHEIN zeigt in einem Überblick, welche Flüge aktuell am Flughafen Köln/Bonn und Düsseldorf ausfallen.

Lufthansa-Streik am 27. Juli: Rechte der Fluggäste – Tipps für Reisende

Sabine Cofalla von der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr gibt Reisenden einige Tipps mit auf den Weg – so sollten diese am Reisetag alle Details dokumentieren. Zum Beispiel sollte auch die Kommunikation mit der Fluggesellschaft gespeichert und die Anzeigetafeln am Flughafen abfotografiert werden.

Bei annullierten Flügen innerhalb Deutschlands kann es sich für Reisende lohnen, auf die Bahn umzusteigen. Der betroffene Fluggast kann sein Ticket auch selbst buchen. Doch es muss beachtet werden, dass der Bahnticketpreis nicht über dem ursprünglichen Preis des Fluges liegen darf. Auf der Differenz können Fluggäste sonst möglicherweise sitzen bleiben. Auch hier gilt: Belege sollten aufbewahrt und möglichst zeitnah der Fluggesellschaft zur Erstattung vorgelegt werden.

Wichtig: Wer am Mittwoch, 27. Juli, von dem Streik der Lufthansa betroffen ist, sollte sich die Verspätung und den Grund der Verspätung von der Airline schriftlich bestätigen lassen. Zudem ist es sinnvoll, wenn sich Reisende bei der Airline nach einem möglichen Ersatztransport erkundigen. Dafür sollten Passagiere der Fluggesellschaft eine Frist von drei Stunden nach der ursprünglich geplanten Abflugzeit setzen.(nb mit afp) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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