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Flughafen-Streik: Köln/Bonn, Düsseldorf und Frankfurt am 22. März erneut betroffen

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Von: Nina Büchs

Nach der Arbeitsniederlegung am 14. März, kommt es am 22. März erneut zum Streik an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf.

Köln – Erneut fanden am Montag, 14. März, am Flughafen Köln/Bonn und am Flughafen Düsseldorf Streiks von Mitarbeitern der Fluggastkontrolle statt. Es kam zu massiven Flugausfällen. Erst Ende Februar hatten die Mitarbeiter am Flughafen Köln/Bonn gestreikt, dort fielen deshalb 56 Flüge aus.

Weitere Flughafen-Streiks am 22. März

Aufgrund des Tarifstreits kommt es in ganz Deutschland am Dienstag (22. März) erneut zu Streiks an den Flughäfen. Neben den Airports Köln/Bonn und Düsseldorf in NRW, ist auch Flughafen Frankfurt der betroffen.

Streik am Flughafen Köln/Bonn und Düsseldorf: wichtige Informationen im Überblick

Flughafen Köln/Bonn und Düsseldorf: Wie viele Flüge fallen aus?

Flughafen Düsseldorf: 160 Flüge entfallen

Am Flughafen Düsseldorf kam es laut Airport-Angaben durch den Streik seit Betriebsbeginn zu „erheblichen Verzögerungen bei der Passagierkontrolle“. „Der Zugang zu den Gates im Sicherheitsbereich erfolgt aktuell zentral über den Flugsteig A“, hieß es weiter. Die Airlines hatten bereits am Sonntag vorsorglich fast 160 Flüge (96 Abflüge, 62 Ankünfte) gestrichen. Geplant waren für Montag rund 290 Flugbewegungen.

„Weniger als die Hälfte der Flüge konnte stattfinden“, bestätigt der Düsseldorfer Airport. Die Situation sei den ganzen Tag über entspannt gewesen, das Terminal vergleichsweise leer. Die Airlines hatten viele ihrer Passagiere vorab über die Flugstreichungen informiert, so dass diese gar nicht erst zum Airport anreisten. „Auch nach Ende des Streiks kann es am morgigen Dienstag noch zu Auswirkungen im Flugverkehr kommen“, so der Flughafen Düsseldorf weiter.

Flughafen Düsseldorf: Abflug am Dienstag (14. März)? Vorher Verbindung überprüfen

Allen Fluggästen, die am morgigen Dienstag ab Düsseldorf starten, wird daher weiterhin empfohlen, sich vor Reiseantritt über den aktuellen Stand ihres Fluges bei der Airline oder dem Reiseveranstalter zu informieren. Darüber hinaus erhalten Reisende auch Informationen auf der Homepage des Flughafens (dus.com). Der Flughafen sei zudem nicht Tarifpartner, sondern lediglich die Arbeitsstätte, an der der Arbeitskampf ausgetragen wird, heißt es vom Airport.

Flughafen Köln/Bonn: 94 Flüge entfallen

Auf einer Anzeigetafel am Flughafen Köln/Bonn werden gestrichene Flüge angezeigt,
Zahlreiche gestrichene Flüge werden auf einer Anzeigetafel am Flughafen Köln/Bonn angezeigt. © Sascha Thelen/dpa

Von den eigentlich geplanten 136 Flügen am Flughafen Köln/Bonn fallen am Montag durch den Streik bei den Passagierkontrollen 94 (59 Abflüge, 35 Ankünfte) aus. Das sind rund drei Viertel aller Flüge, wie der Airport mitteilt. Dadurch wurden in Köln/bonn etwa 10.000 Passagiere weniger gezählt. Es werden nur zehn Maschinen von Köln/Bonn starten, teilt der Airport am Montagmorgen mit. „Im Terminal ist derzeit lediglich eine Kontroll-Spur für die Fluggastkontrolle geöffnet. Es kommt zu längeren Wartezeiten“, heißt es weiter. An beiden Flughäfen seien viele Passagiere aber gar nicht erst angereist, sodass es deutlich ruhiger zuginge, als gewohnt.

Streik am Flughafen Köln/Bonn dauert noch bis Mitternacht

Um 0 Uhr hatte in am Flughafen Köln/Bonn der von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi angekündigte Streik an den Passagier-Kontrollstellen begonnen, der noch bis Mitternacht andauern soll. Lediglich 10 Abflüge konnten stattfinden. Weil viele Fluggäste vorab von den Fluggesellschaften informiert wurden und gar nicht erst anreisten, blieben die Terminals heute über weite Strecken des Tages nahezu leer.

Kurzfristig wurde der Ausstand auch auf die Personal- und Warenkontrollen ausgeweitet, wo große Teile des Sicherheitspersonals ab 4 Uhr ebenfalls die Arbeit niederlegten. Davon betroffen waren vor allem Anlieferverkehre und die Flughafenbeschäftigten, deren Arbeitsplatz im Sicherheitsbereich liegt. Diese mussten aufgrund geschlossener Personalkontrollen erhebliche Wartezeiten in Kauf nehmen.

Streik am Flughafen Köln/Bonn und Flughafen Düsseldorf: Was können Reisende tun?

Den Reisenden wird weiterhin empfohlen, sich bei der Airline oder dem Reiseveranstalter über den aktuellen Stand des Fluges zu informieren. Zudem werden Passagiere gebeten, ihr „Handgepäck auf ein Minimum zu reduzieren, um die Kontrollen zu beschleunigen“.

Streik an Flughäfen: Flugzeuge weichen nach Paderborn aus

Aufgrund der Streiks am Montag und Dienstag sind auch mehrere Flüge zum Flughafen Paderborn/Lippstadt ausgewichen. Wie der Airport am Dienstag mitteilte, sind allein am Montag zehn zusätzliche Maschinen in Paderborn gelandet. Auch für den Streiktag am Dienstag sind wieder zusätzliche Flugzeuge in Paderborn angekündigt. „Wir haben die Flugzeuge gerne an unserem Flughafen willkommen geheißen und qualifiziert bedient. Mein großer Dank gilt allen Beteiligten, da wir auf derartige Kapazitäten erst zum Sommer-Flugplan eingerichtet sind. Viele helfende Hände haben dazu beigetragen, dass wir den Fluggesellschaften und den beteiligten Passagieren helfen konnten“, sagt Flughafen-Geschäftsführer Roland Hüser über die Sonderaktion.

Streik am Flughafen Düsseldorf: Bei diesen Airlines fallen Flüge aus

Streik am Flughafen Köln/Bonn: Bei diesen Airlines fallen Flüge aus

Streik am Flughafen Köln/Bonn und Düsseldorf: Tarifstreit bei Luftsicherheit

Die Gewerkschaft Verdi hatte aufgrund des Tarifkonflikts in der Luftsicherheit erneut zum Streik an den Flughäfen aufgerufen. Der Streik soll in Köln/Bonn um 0 Uhr und in Düsseldorf um 3 Uhr beginnen und um 24 Uhr enden, teilt Verdi mit.  „Es muss mit Flugausfällen gerechnet werden“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim bereits im Vorfeld gegenüber 24RHEIN. „Wir erwarten eine hohe Streikbeteiligung. Reisenden wird empfohlen, sich frühzeitig zu organisieren und gar nicht erst zum Flughafen zu kommen“, so Tarim weiter.

Neben den Streiks an den Flughäfen in Köln und Düsseldorf soll auch eine Delegation von ca. 150 Streikenden der beiden Flughäfen am 14. März von ca. 10:20 Uhr bis 11 Uhr in Bonn, vor dem Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums (Brühler Str. 3, 53119 Bonn) demonstrieren. Das Beschaffungsamt beauftragt nach Ausschreibung Sicherheitsunternehmen mit der Fluggastkontrolle.

Streik am Flughafen Köln/Bonn: Mitarbeiter der Fluggastkontrolle kämpfen für höhere Löhne

Mitarbeiter stehen mit Plakaten und Fahnen im Flughafen Köln/Bonn und streiken.
Streikende Mitarbeiter der Personenkontrolle am Flughafen Köln/Bonn haben sich in einem Terminal versammelt. © Sascha Thelen/dpa

Nach dem Streik Ende Februar findet am Montag also erneut ein Streik statt. Hintergrund dafür ist, dass in den bisher drei Verhandlungsrunden zur Erhöhung der Entgelte für Sicherheitskräfte an Verkehrsflughäfen bisher keine Einigung erzielt werden konnte, teilt Verdi mit. Die Gewerkschaft will für etwa 25.000 Branchenbeschäftigte mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) eine Erhöhung des Lohns um mindestens einen Euro erreichen. Insbesondere fällt darunter auch die Angleichung der regionalen Löhne und die Angleichung in Ost an West, so Verdi.

„Die Arbeitgeber haben zwar ein Angebot unterbreitet, das aber in den letzten Verhandlungen nicht erhöht wurde. Damit bleibt es bei dem unzureichenden Angebot aus den beiden ersten Verhandlungen, das in keiner Weise die Preisentwicklung aufgreift und Nullmonate vorsieht“, teilt Verdi weiter mit.

Dieses Angebot habe bereits Ende Februar zu Protesten und Streiks geführt. Davon betroffen war auch der Flughafen Köln/Bonn – zwei Drittel aller geplanten Abflüge wurden deshalb gestrichen, teilte der Flughafen mit. Am Flughafen Düsseldorf haben die Airlines Ende Februar deshalb rund 100 Abflüge und etwa 70 Ankünfte von und nach Düsseldorf gestrichen. Die Verhandlungen werden am 16. und 17. März in Berlin fortgesetzt. (nb) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Artikel wurde zuletzt am 15. März aktualisiert. Neuerung: Aktuelle Infos zum Streik ergänzt.

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