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„Mangelhaft“: Schlechte Noten für Rastplätze an Autobahnen in NRW

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Von: Oliver Schmitz

In einem Vergleichstest von deutschen Autobahn-Rastplätzen schneiden Standorte in NRW vergleichsweise schlecht ab. Das hat verschiedene Gründe.

Köln – Dreckige Toiletten, kaum Licht, keine Barrierefreiheit: Bereits viele Autobahn-Raststätten sind nicht gerade ein Hingucker, doch bei Rastplätzen ist die Lage oftmals noch schlechter. So das Klischee, was zumindest in Nordrhein-Westfalen teils bestätigt wird. Denn in einem ADAC-Test schnitten die unbewirtschafteten Autobahn-Haltestellen im Westen verhältnismäßig schlecht ab. Dabei hat sich die Situation seit der letzten Prüfung 2018 kaum verbessert, erklärt der Automobil-Club.

Autobahn: Was ist der Unterschied zwischen Rastplatz und Raststätte?

Ein Autobahn-Rastplatz ist im Gegensatz zur Raststätte deutlich einfacher ausgestattet. Dort gibt es keine kommerziell-bewirtschafteten Anlagen wie Tankstellen, Restaurants oder Geschäfte. Lediglich Toiletten, Parkplätze oder Picknicktische sind an Rastplätzen vorhanden.

Autobahn in NRW: Welche Rastplätze wurden getestet?

Von den insgesamt 50 getesteten Autobahnen-Rastplätzen liegen sieben in NRW. Laut dem ADAC decken sich die Ergebnisse der neusten Tests „weitgehend“ mit einer Online-Umfrage unter Autofahrern. So würden diese Rastplätze oftmals „ungepflegt“ wirken. Besonders die Toilettenanlagen seien „verschmutzt oder schlecht ausgestattet“. Aber auch bei der Sicherheit und Barrierefreiheit gäbe es viel zu tun, schreibt der ADAC. Jede fünfte Anlage fiel mit „mangelhaft“ oder sogar „sehr mangelhaft“ durch. Darunter auch zwei aus NRW.

Insgesamt hat der ADAC anhand der fünf Noten „sehr gut“, „gut“, „ausreichend“, „mangelhaft“ und „sehr mangelhaft“ bewertet. Geprüft wurden die Kategorien „Sanitäre Anlagen“, „Außenanlage“, „Verkehr und Parken“ sowie „Persönliche Sicherheit“. Dabei wurde jeder Rastplatz innerhalb von mindestens 24 Stunden von unterschiedlichen Personen kontrolliert. Die Tests fanden zwischen dem 7. Juni und dem 15. Juli 2022 statt.

Autobahn-Rastplätze in NRW: Schlechte Noten – das sind die Probleme

RastplatzGesamtnoteSchlechteste Note
Oberste Heide (A1)ausreichendPersönliche Sicherheit (mangelhaft)
Sürenheide (A2)ausreichendSanitäre Anlagen (mangelhaft)
Wittenhorst (A3)mangelhaftPersönliche Sicherheit (sehr mangelhaft)
Logebachtal (A3)ausreichendAußenanlagen und Sanitäre Anlagen (mangelhaft)
Rur-Scholle (A4)gutAußenanlagen und Persönliche Sicherheit (ausreichend)
Hoxhöfe (A44)ausreichendSanitäre Anlagen (mangelhaft)
Röllingser Graben (A44)gutSanitäre Anlagen (ausreichend)

Die beiden NRW-Rastplätze „Rur-Scholle“ (A4) und „Röllingser Graben“ (A44) erhielten eine gute Note. Alle anderen bekamen nur ein durchschnittliches „ausreichend“ oder sogar „mangelhaft“. Der meistgenannte Kritikpunkt waren die Sanitäranlagen. Bei WCs und Co. mangelte es einerseits oft an der optischen Sauberkeit oder Ausstattung. In rund 72 Prozent der Anlagen fand kein Seifenspender oder es war mindestens einer defekt. Bei über der Hälfte waren zudem die Handtrockner kaputt. In einigen Fällen gab es auch verstopfte Toiletten oder Kabinentüren, die sich nicht abschließen ließen. Obendrauf kommt eine generell hohe Keimbelastung. 81 Prozent der Rastplätze waren nicht sauber genug.

Danach folgt bei den NRW-Rastplätzen das Thema „Persönliche Sicherheit“ als größtes Defizit. Darunter fällt mangelnde Beleuchtung (über die Hälfte) oder fehlender Notruf (jedem Fünften).

ADAC-Test: Die besten Autobahn-Rastplätze im Norden, die schlechtesten in Hessen

Ein Autobahnrastplatz
Der ADAC hat insgesamt fünfzig Autobahn-Rastplätze getestet, davon sieben in NRW. (Symbolbild) © Frank Peter/Imago

Die besten Autobahn-Rastplätze sind laut ADAC-Test „Engelmannsbäke“ an der A1 in Niedersachsen und „Plater Berg“ an der A14 in Mecklenburg-Vorpommern. Sie erhielten beide die Note „sehr gut“. Die schlechtesten Noten erhielten derweil die Rastplätze „Stadtwald“ an der A3 und „Brühlgraben“ an der A5 jeweils in Hessen.

Insgesamt erhielten rund 44 Prozent aller Autobahn-Rastplätze jedoch die Noten „gut“ oder „sehr gut“. Etwas mehr als zwanzig Proznet fiel derweil mit „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“ durch. (os) Tipp: Fair und verlässlich informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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