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9-Euro-Ticket-Nachfolger gesucht: Was kommt ab September?

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Von: Sofia Popovidi

Bis Ende August gilt noch das Schnäppchen-Angebot des 9-Euro-Tickets. Bund und Länder schlagen gleich mehrere Nachfolger vor. Doch welche wären das?

Köln – Noch bis zum 31. August kann man dank 9-Euro-Ticket für kleines Geld quer durch Deutschland reisen. Ein beliebtes Angebot bei den Bürgerinnen und Bürgern: Allein im Juni haben nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen mehr als 30 Millionen Menschen das Ticket gekauft. Doch was folgt ab September?

Aktueller Stand zum Nachfolger des 9-Euro-Tickets

Die aktuellen Entwicklungen rund um einen Nachfolger des 9-Euro-Tickets zeigt 24RHEIN im Überblick. Mehrere Nachfolger für das 9-Euro-Ticket waren bereits im Gespräch.

9-Euro-Ticket
Start:01. Juni 2022
Ende:31. August 2022

Nachfolger: Was kommt nach dem 9-Euro-Ticket? Das sind die Vorschläge

Das 9-Euro-Ticket gilt nur noch bis zum 31. August. Ab dem 1. September würden dann wieder die alten Tarife und Zonen im ÖPNV gelten. Bund und Länder diskutieren aber schon über Anschluss-Lösungen, da laut Thüringens Verkehrsministerin Susanna Karawanskij (Linke) fast die Hälfte der Bevölkerung das Ticket nutzen – ein klares Signal. Zumindest in NRW gibt es eine Abo-Aktion nach dem 9-Euro-Ticket, die die einheitlichen Tarifsysteme teilweise beibehält. Über einen echten Nachfolger des 9-Euro-Ticket wird auch in NRW noch diskutiert.

Vor allem aber ist die Finanzierung ein Streitpunkt. Wie viel sollen der Bund und wie viel die Bürgerinnen und Bürger mitfinanzieren? Unter anderem gibt es Vorschläge für ein 365-Euro-Jahresticket und Monatstickets für 29, 49 oder 69 Euro. Bei einer schnellen Einigung könnten diese Angebote schon ab Oktober gelten, so die Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge.

Auf Deutschlandreise mit dem 9-Euro-Ticket

Menschen laufen vor einer KVB-Bahn in Köln entlang, eine Hand hält ein 9-Euro-Ticket (Montage).
Auch künftig können Kundinnen und Kunden in Köln günstig KVB fahren – mit einer Art „9-Euro-Ticket-Nachfolger“ am Wochenende im September und Oktober (IDZRW-Montage). © Panama Pictures/Imago & Angelika Warmuth/dpa

Das 9-Euro-Ticket ist ein Pilotprojekt der Bundesregierung, um den öffentlichen Nahverkehr für alle attraktiver und bezahlbarer zu gestalten. Seit dem 1. Juni und noch bis zum 31. August 2022 können Bürgerinnen und Bürger für nur 9 Euro pro Monat alle Regionalzüge und S-Bahnen der Deutschen Bahn, Busse sowie Stadt- und Straßenbahnen bundesweit nutzen. ICE, IC oder die Züge von Flixtrain dürfen mit dem 9-Euro-Ticket nicht genutzt werden. Um die Menschen von steigenden Energiekosten zu entlasten und das Umsteigen in den ÖPNV weiterhin attraktiv zu gestalten, steht zurzeit bei Bund und Ländern in der Diskussion, was das 9-Euro-Ticket ersetzen soll.

9-Euro-Ticket-Nachfolger: Bund soll laut Bayern alle Kosten tragen

Bayern hat zu den Nachfolgemodellen eine umstrittene Meinung: Das Bundesland fordert, dass der Bund der alleinige Kostenträger für das Nachfolgeangebot im Nah- und Regionalverkehr wird. Was aus dem 9-Euro-Ticket ein 0-Euro-Ticket machen würde. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) äußerte sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur deutlich: „In dieser außergewöhnlichen Situation muss der Bund für weitere Entlastungen der Bürgerinnen und Bürger sorgen – und zwar ausschließlich der Bund.“

Christian Lindner: Keine Mittel für Fortsetzung des 9-Euro-Tickets

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) äußerte gegenüber der Augsburger Allgemeinen seine Bedenken bezüglich der Finanzierung des Tickets. In der Finanzplanung stünden keine Mittel zur Verfügung. In seinem eigenen Ministerium hat Lindner jedoch keinen Rückhalt: Volker Wissing ist offener für eine Nachfolgeregelung, da es mitentscheidend ist, dass der Bund das Fahrticket mitfinanziert. Auch die SPD pocht auf die Beteiligung der Kosten. Jedoch mit Mitbeteiligung der Bürgerinnen und Bürger, da sonst Projekte wie der Ausbau des ÖPNV nicht vorankommen könnten, erklärt Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Detlef Müller gegenüber der dpa.

9-Euro-Ticket: Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick

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