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Bahn schränkt Regionalverkehr in NRW bis Weihnachten ein – weitere Zug-Ausfälle

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Von: Marcel Guboff

Der Nahverkehr in NRW ist stark beeinträchtigt. Nach Einschränkungen aufgrund von Gleisarbeiten kündigt die Bahn nun weitere Zug-Ausfälle an.

Hamm - Bahn-Fahrer in Nordrhein-Westfalen müssen sich in den kommenden Tagen und Wochen auf mehrere Beeinträchtigungen einstellen. Schon wegen Bauarbeiten an Gleisen zwischen Dortmund und Bochum müssen Zugreisende und Berufspendler im Ruhrgebiet bereits zahlreiche Zugausfälle und Umleitungen in Kauf nehmen. Jetzt kündigten die Deutsche Bahn (DB) sowie der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ausgerechnet ab Montag, 21. November, weitere Einschränkungen im Nahverkehr ein. Sie sollen bis Weihnachten dauern, berichtet wa.de. Grund der Ausfälle von S-Bahn-Zügen und Regionalbahnen seien „hohe Krankenstände“ bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bahn, heißt es.

Bahn schränkt Regionalverkehr in NRW bis Weihnachten ein

Eine Tatsache, die den VRR verstimmt. In den vergangenen Tagen habe die Bahn „kein verlässliches und für die Fahrgäste planbares Angebot zur Verfügung stellen“ können. Dies hatte zur Folge, dass Züge sehr kurzfristig ausfielen. Nun habe man mit der DB Regio vereinbart, auf einigen Strecken Leistungen einzuschränken, um damit einen gesicherten Betrieb auf anderen Linien herzustellen.

Laut VRR sind von Montag, 21. November, bis Weihnachten an folgende Linien betroffen:

Fahrgäste, die die betroffenen Linien nutzen, können zum Teil auf parallel fahrende Zuglinien ausweichen. Der VRR forderte die DB auf, wegfallende Fahrten ohne Alternativen durch einen adäquaten Schienenersatzverkehr zu garantieren. Die DB teilte mit, für die S3 und die RB32 einen Schienenersatzverkehr einzurichten.

Und wie reagiert die Deutsche Bahn darauf? In einer Mitteilung bedauerte die DB die aktuellen Einschränkungen beim Nahverkehr in NRW. Das Unternehmen tue alles, um die Auswirkungen auf die Kunden „so gering wie möglich zu halten“ und versuche, kurzfristig Ersatz für die erkrankten Mitarbeiter zu finden.

Deutsche Bahn bedauert Einschränkung des Nahverkehrs in NRW

Weiter hieß es. „Wenn Krankenstände, wie aktuell zu beobachten, über eine längere Zeit derart hoch sind, hilft ein vorübergehend leicht reduziertes Angebot, das wir dann stabil und verlässlich für unsere Kund:innen fahren können“, hieß es. Dirk Pohlmann, DB-Sprecher NRW, verwies darauf, dass man in den vergangenen Jahren „so viele neue Mitarbeitende eingestellt habe wie nie“. Auch während der Corona-Pandemie sei „weiter massiv rekrutiert“ worden, um beim Personal „robuster zu werden“. Die Bahn habe seit 2019 bundesweit insgesamt rund 20 000 Stellen aufgebaut.

Nach Angaben des VRR hat man sich erst Anfang September mit DB Regio auf ein Maßnahmenpaket verständigt, um das Angebot im Nahverkehr wieder zu stabilisieren. Aktuell scheint das Chaos jedoch größer denn je. In den vergangenen Wochen habe man die Entwicklung auf der Schiene im Nahverkehr regelmäßig analysiert und kontinuierlich Gespräche mit DB Regio geführt. Der VRR monierte: Während sich das Angebot auf einigen Linien stabilisierte, habe sich die Situation bei den S-Bahnen im Rhein-Ruhr-Gebiet wieder deutlich verschlechtert.

Nahverkehr in NRW: VRR stellt Forderungen an die Bahn

Dazu heißt es wörtlich: „Gleichzeitig hat der VRR seine Erwartungen gegenüber der Vorstandsebene von DB Regio erneut deutlich untermauert, im Sinne der Fahrgäste alle Anstrengungen zu unternehmen, um künftig Zugausfälle dieser Größenordnung zu vermeiden.“

Veränderungen gibt es für die Kunden bald in puncto Fahrgarten: Das bundesweit geltende 49-Euro-Ticket – auch Deutschlandticket genannt – ist beschlossen. Ein anderes Angebot plant derweil die Stadt Münster, wo es ab August 2023 ein 29-Euro-Ticket geben soll. (mg/dpa)

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