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Lufthansa-Tochter „Germanwings“: 420 Flugbegleiter haben Kündigung erhalten

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Von: Nina Büchs

Ein Flugzeug der Airline „Germanwings“ steht auf einem Flughafengelände.
Die Airline „Germanwings“ hat ihren Flugverkehr eingestellt. © Markus Scholz/dpa

Die Fluglinie „Germanwings“ gab im vergangenen Jahr bekannt, ihren Flugverkehr einzustellen. 420 Flugbegleiter haben nun ihre Kündigung erhalten.

Köln – Im Frühjahr 2020 kam die Hiobsbotschaft: Die Lufthansa-Tochter Germanwings stellt ihren Flugverkehr ein. Grund dafür war der Coronavirus, durch den viele Airlines und Flughäfen mit Passagierausfällen und fehlenden Einnahmen zu kämpfen haben.

Lufthansa-Tochter Germanwings: 420 Flugbegleiter erhalten Kündigung

Die 420 Mitarbeiter haben ihre Kündigung am Dienstag, dem 26. Januar, erhalten, bestätigte nun eine Sprecherin der Lufthansa gegenüber 24RHEIN. Wann die Mitarbeiter aus dem Unternehmen austreten, sei je nach Arbeitsvertrag individuell geregelt. Bei der Germanwings hatten zuletzt 1.100 Mitarbeiter gearbeitet, 230 davon zuletzt in Köln. Laut Pressesprecherin Anja Stenger sei schon im vergangenen Jahr eine Betriebsvereinbarung getroffen worden, durch die den Mitarbeitern verschiedene Optionen angeboten wurden. Zum einen wurde den Mitarbeitern das Angebot gemacht, zu einer Transfergesellschaft oder zur Deutschen Bahn zu wechseln. Zudem wurde ihnen ein Abfindungsangebot unterbreitet. Den 420 Mitarbeitern, die alle diese Optionen nicht annehmen wollten, wurde nun die Kündigung überreicht. Sie bekommen nun eine geringere Abfindung.

Zuletzt nur noch „Wet Lease“

Zur Lufthansa gehört neben Germanwings auch die Lowcost-Airline Eurowings. Die Marken verschmolzen gegenüber den Endkunden bereits vor mehr als fünf Jahren einheitlich zu Eurowings, jedoch blieben es unterschiedliche Flugbetriebe: Germanwings-Crews flogen im Auftrag der günstiger aufgestellten Schwesterlinie Eurowings.

Coronavirus: Lufthansa verzichtet auch auf Nachwuchspiloten

Weiter sparen will die Lufthansa nun auch bei der Ausbildung der Piloten. Beim Arbeitsgericht Frankfurt seien etwa 100 Klagen von Flugschülern eingegangen, die ihre Ausbildung nicht fortsetzen können, berichtete die dpa. Ein Sprecher des Lufthansa Aviation Trainings (LAT) sagte dazu: „Wir empfehlen, aufgrund der fehlenden Perspektive die Ausbildung abzubrechen.“ Man habe dem Nachwuchs daher Aufhebungsverträge angeboten. Wer weiter ausgebildet werden wolle, könne dies bei anderen Flugschulen tun. Den Angaben nach will LAT nur die Nachwuchspiloten weiter schulen, die bereits die Ausbildungsphase in Phoenix in den USA absolviert haben.

Die Flugschüler wollten allerdings nicht zu anderen Ausbildern wechseln, so die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Sie würden damit die direkte Einstellbarkeit bei der Lufthansa verlieren. Diese gilt als ein Grund, die teure Ausbildung bei der Lufthansa zu beginnen.

Zu hoffen bleibt, dass sich der Flugverkehr trotz Corona bald wieder erholt. Laut einer aktuellen Studie hat zumindest die Hälfte der Deutschen vor, im Sommer wieder zu verreisen. Mit guten Hygiene-Konzepten könnte es dann auch mit dem Passagieraufkommen vielleicht in diesem Jahr wieder etwas aufwärtsgehen. (nb mit dpa)

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