1. 24RHEIN
  2. Leben im Westen
  3. Verkehr

Reisen an Weihnachten: Was in NRW zu beachten ist

Erstellt:

Von: Jonah Reule

Über die Weihnachtsferien sind viele Menschen unterwegs. Volle Bahnen und Stau auf der Autobahn gehören dazu. Tipps, damit es dennoch pünktlich klappt.

Köln – Urlaub und auf dem Weg zur Familie oder in die Weihnachtsferien? Im Auto läuft „Driving home for christmas“ und man selbst steht mit dem Auto mehr, als dass man fährt. Dieses Szenario droht Autofahrern in NRW rund auch rund um Weihnachten 2022. Wer nicht im Stau stehen möchte, sollte frühzeitig losfahren. Mit Tipps des ADAC sollen Autofahrer nun Staus auf dem Weg zur Bescherung vermeiden können. Auch bei Bus, Bahn und an Flughäfen in NRW gilt es einiges zu beachten.

Weihnachtsferien 2022: ADAC rechnet mit vollen Straßen

Das sollten Autofahrer in NRW in den Weihnachtsferien zu beachten

► Frühzeitig losfahren

► Mehr Zeit einplanen

► Hauptverkehrszeiten meiden

► Staulage checken

Wer mit dem Auto unterwegs ist, muss bereits im Vorfeld der Feiertage mehr Zeit für die Reise zur Familie einplanen. Bis zum Freitagabend, aber auch am Samstagmorgen noch, kann es voll werden. Eng wird es vor allem an Stellen, wo gebaut wird. Auch in den Städten müsse mit Behinderungen gerechnet werden, so der ADAC.

ADAC Verkehrsexperte Prof. Dr. Roman Suthold rät Autofahrern, eher früh an Heiligabend loszufahren: „Autofahrer, die über Weihnachten zu ihrer Familie fahren, kommen am Samstagmorgen deutlich entspannter und schneller ans Ziel als am Freitag“.

Autofahrer stehen auf der Autobahn im Stau
Autofahrer müssen sich in NRW in den Weihnachtsferien auf Staus einstellen. © Marijan Murat/dpa

Zwischen Samstag, den 24. Dezember, rechne der ADAC bis gegen Ende der Weihnachtsfeiertage mit ruhigeren Straßen. Im Laufe des zweiten Weihnachtsfeiertages könne es ab dem Nachmittag wieder etwas voller auf den Straßen werden, da dann die ersten Menschen wieder die Heimreise antreten, so der ADAC. Vollere Straßen erwarte der ADAC allerdings erst gegen Neujahr und zum Ende der Ferien wieder.

Volle Straßen: Wo muss in NRW um Weihnachten mit Stau gerechnet werden?

In Nordrhein-Westfalen rechnet der ADAC ebenfalls mit vollen Straßen rund um die Festtage. Auf den Autobahnen sei von längeren Staus auszugehen. Das größte Staupotential gebe es auf den Autobahnen A1, A2, A3, A40, A43, sowie auf dem Kölner Autonahnring, erklärte der ADAC. Konkret könne es in folgenden Abschnitten der Autobahnen vermehrt zu Staus kommen:

ADAC-Stauwarnung für NRW:

Um über die aktuelle Staulage informiert zu sein, können Autofahrer den ADAC-Routenplaner nutzen. Dort ließen sich alle Stauwarnungen abrufen, so der ADAC. Eine ADAC-Sprecherin riet Autofahrern außerdem, sich vor der Fahrt darüber zu informieren, wo Baustellen sind: „Dann weiß man, was einen erwartet“. Es sei sinnvoll, die Verkehrslage im Blick zu behalten und „antizyklisch“ zu fahren, betonte sie.

ADAC: Übersicht über die bundesweiten Staustrecken

Autofahrer, die von NRW in andere Teile Deutschlands fahren, sollten zusätzlich zur Lage in NRW noch die Staustrecken entlang ihrer Reiseroute im Blick behalten, so der ADAC. Vor allem auf den Autobahnen im Süden Deutschlands könne es vermehrt zu Staus kommen, wie aus einer Übersicht des ADAC hervorgeht. Auch im Norden Deutschlands kann es zu Staus kommen. Eine Übersicht zu den wahrscheinlichsten Staustrecken in Deutschland:

Hier drohen in Deutschland Staus ab Weihnachten

► Großräume Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt und München

Autobahnen in Richtung Norden

► Autobahn A1: Köln – Dortmund – Bremen – Hamburg

► Autobahn A2: Dortmund – Hannover – Braunschweig – Berlin

► Autobahn A24: Hamburg – Berlin

► Autobahn A10: Berliner Ring

Autobahnen in Richtung Süden

► Autobahn A3: Köln – Frankfurt – Nürnberg – Passau

► Autobahn A5: Hattenbacher Dreieck – Karlsruhe

► Autobahn A6: Heilbronn – Nürnberg

► Autobahn A7: Hamburg – Hannover und Würzburg – Füssen/Reutte

► Autobahn A8: Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg

► Autobahn A81: Stuttgart – Singen

► Autobahn A93: Inntaldreieck – Kufstein

► Autobahn A95 /Bundesstraße B2: München – Garmisch-Partenkirchen

► Autobahn A99: Umfahrung München

Autobahn in Richtung Westen

Autobahn A61: Mönchengladbach – Koblenz – Ludwigshafen

Autobahnen in Richtung Osten

► Autobahn A4: Kirchheimer Dreieck – Erfurt – Dresden

► Autobahn A9: München – Nürnberg – Berlin

Mit Zeitverlust durch Baustellen müssen Autofahrer im Winter weniger rechnen, so der ADAC. Die Autobahn A7 zwischen Hannover und Hamburg sei wieder frei, dort gebe es keine Baustellen mehr. Allerdings gebe es vor allem auf der A1 zwischen Osnabrück und Bremen und der A7 südlich von Hannover noch viele Engpässe, so der ADAC weiter. Wo sich Baustellen auf den Autobahnen in NRW und in den anderen Bundesländern befinden, könne beim ADAC online eingesehen werden.

Weihnachten 2022: Bei der Bahn drohen volle Züge – 80 Sonderzüge an den Festtagen

Im Bahnverkehr drohen um die Weihnachtstage stark ausgelastete Züge und Verspätungen. Allein am 22. und 23. Dezember seien bereits über eine halbe Million Menschen in den Zügen unterwegs, teilte die Deutsche Bahn (DB) mit. Wie viele Reisende über die Festtage mit der Bahn unterwegs seien, sei noch nicht abzuschätzen. Dies liege an vielen kurzfristigen Reisebuchungen, so die DB.

„Um das hohe Fahrgastaufkommen aufzufangen, setzt die Bahn auf den stark nachgefragten Verbindungen bis zum 2. Januar 2023 80 zusätzliche Züge ein“, sagte ein Bahnsprecher gegenüber 24RHEIN. Durch die Sonderzüge werden 40.000 zusätzliche Sitzplätze angeboten. Die Züge können online und DB-Navigator normal gebucht werden. Außerdem setze man über 800 neue Mitarbeiter bis Weihnachten in den Zügen ein, so der Sprecher weiter.

In Nordrhein-Westfalen profitieren davon etwa Reisende zwischen Köln, Düsseldorf und Berlin. Im Regionalverkehr fahren dagegen bis Ende Januar auf einigen Linien wegen eines hohen Krankenstands bei den Bahn-Beschäftigten aber gar keine oder deutlich weniger Züge. Fahrgäste sollen dort auf Busse oder andere Zugverbindungen ausweichen.

Fahrgastverband rechnet mit Verspätungen auf den Schienen

Die Deutsche Bahn betonte, der Weihnachts-Reiseverkehr laufe bislang weitgehend reibungslos. Man sei auf die Feiertage gut vorbereitet, so die Bahn. Trotz der eingesetzten Sonderzüge befürchtet der Fahrgastverband pro Bahn jedoch Verspätungen bei der Bahn. „Man hat natürlich zusätzliche Züge eingesetzt und das wird den Bahnverkehr auch entlasten“, betonte Verbandschef Detflef Neuß gegenüber dem SWR. „Aber es wird das Netz mit den vielen Baustellen, die wir ja im Augenblick haben, auch noch zusätzlich belasten“, so Neuß weiter. Deshalb sei mit Verspätungen zu rechnen.

Reisen mit der Bahn: Was die Deutsche Bahn Reisende empfiehlt

Das sollen Bahnreisende über die Feiertage beachten

► Auslastungen der Züge im DB-Navigator vor der Buchung checken

► Sitzplatz reservieren

Damit Reisenden keine Unannehmlichkeiten entstehen, gibt die Deutsche Bahn Tipps zur Bahnreise. „Fahrgäste sollten sich vor der Buchung unbedingt im DB-Navigator über die Auslastung der Züge informieren“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn im Gespräch mit 24RHEIN. Darüber hinaus werde allen Reisenden empfohlen, Sitzplätze zu reservieren. Man erwarte volle Züge, so der Sprecher weiter.

Für weniger Chaos an NRWs Flughäfen– Bundespolizei setzt mehr Personal bei Kontrollen ein

Um dem drohenden Chaos an NRWs Flughäfen entgegenzuwirken, setzt die Bundespolizei an Flughafen Düsseldorf und am Flughafen Köln/Bonn mehr Personal ein. So sollen lange Schlangen an den Sicherheitskontrollen vermieden werden, sagte die Bundespolizei.

In Düsseldorf erwartet man in den Weihnachtsferien 600.000 Passagiere. Am Flughafen Köln/Bonn rechnet man mit 290.000 Fluggästen. Damit seien deutlich weniger Menschen unterwegs als in den Sommer- oder Herbstferien, als sich in Düsseldorf und Köln/Bonn teilweise mehrere Hundert Meter lange Schlangen vor den Sicherheitskontrollen bildeten. Die Gewerkschaft Verdi kritisierte, dass nach wie vor zu wenig Sicherheitspersonal zur Verfügung stehe. Verdi-Sprecher Özay Tarim bezeichnete die Wartezeiten am Flughafen Köln/Bonn und am Flughafen Düsseldorf als „massiven Imageschaden“. (jr/dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant