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Eurowings-Streik: Hälfte der Flüge fällt aus – deutliche Kritik an Streik

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Von: Thomas Kemmerer, Benjamin Stroka

Streik bei Eurowings: Am 6. Oktober 2022 streiken die Piloten der Lufthansa-Tochter. Zahlreiche Flüge von Eurowings fallen deswegen am Donnerstag aus.

Update vom 6. Oktober 2022, 10:15 Uhr: Seit 0:01 Uhr sind die Piloten bei Eurowings zum Streik aufgerufen. Zahlreiche Flüge der Airline fallen deswegen am Donnerstag aus. Dennoch will Eurowings rund die Hälfte des Flugprogramms durchführen. An den Flughäfen in Düsseldorf und Köln/Bonn fallen zahlreiche Flüge aus, gleichzeitig starten jedoch auch Eurowings-Maschinen. Die Situation am Morgen sei sehr ruhig, sagte eine Sprecherin des Flughafens.

Eurowings kritisiert den Streik als unverhältnismäßig und unverantwortlich. Auf Twitter äußert sich zudem Eurowings-Personalchef Kai Duve zu den Forderungen der Vereinigung Cockpit. „Trotz zweier anstehender Gehaltserhöhungen in den nächsten vier Monaten von deutlich mehr als zehn Prozent“ fordere die Gewerkschaft zusätzlich freie Tage sowie eine Senkung der Wochenarbeitszeit. „Das ist maßlos in Zeiten, in denen sich Millionen Menschen vor einem kalten Winter und der nächsten Heizkostenrechnung fürchten“, heißt es in einem Statement.

Eurowings-Streik am 6. Oktober – „Hälfte der Flüge betroffen“

Leere Check-In-Schalter am Flughafen in Düsseldorf.
Viele Flüge fallen aufgrund des Piloten-Streiks bei Eurowings am Donnerstag am Flughafen Düsseldorf aus, die Folge sind leere Check-In Schalter. © Christoph Reichwein/dpa

Update vom 4. Oktober 2022, 23:08 Uhr: Eurowings geht aktuell davon aus, dass etwa die Hälfte der Flüge am 6. Oktober vom Piloten-Streik betroffen sein werden. Es streiken Pilotinnen und Piloten von Eurowings Deutschland – nicht aber die Crews der Schwester-Gesellschaft Eurowings Europe, die ihren Sitz in Österreich hat, allerdings auch deutlich kleiner ist. Sie sollen jetzt Teile des Flug-Programms am Streik-Tag retten. Die Airline: „Neben Eurowings Europe kann die Airline dabei auch auf Partner der Lufthansa-Group zurückgreifen.“

Das ist Eurowings Europe

Eurowings Europe ist eine Tochter von Eurowings mit Sitz in Wien (Österreich), der aber bald nach Malta verlegt werden soll.

Zur Flotte von Eurowings Europe gehören sechs Airbus A319 sowie 13 Airbus A320, die für Flüge im Eurowings-Streckennetz eingesetzt werden, also insgesamt 19 Jets.

Zum Vergleich: Bei Eurowings Deutschland fliegen 91 Maschinen – 31 Airbus A319 und 60 Airbus A320.

Eurowings Europe hat an sechs Flughäfen Crews und Flugzeuge stationiert: Wien, Salzburg, Palma de Mallorca, Stockholm, Pristina (Kosovo) und Prag.

Streik am 6. Oktober: Das rät Eurowings seinen Passagieren

Eurowings rät Fluggästen, die am 6. Oktober einen Flug mit der Airline gebucht haben, sich „fortlaufend über den Status ihres Fluges zu informieren“. Die Fluggesellschaft verspricht, dass spätestens am 5. Oktober alle betroffenen Passagiere „am frühen Nachmittag über Beförderungsalternativen“ benachrichtigt werden. Informationen zu ihrem Flug erhalten Eurowings-Passagiere über die Eurowings-Website oder die App der Airline.

Eurowings-Streik 2022: Piloten legen am 6. Oktober die Arbeit nieder

Update vom 4. Oktober 2022, 18:38 Uhr: Jetzt streiken die Pilotinnen und Piloten von Eurowings! Am Donnerstag, 6. Oktober 2022, werden die gewerkschaftlich organisierten Cockpit-Crews in den Maschinen der Lufthansa-Tochter Eurowings den ganzen Tag die Arbeit niederlegen. Der Streik trifft Eurowings mitten in den Herbstferien von Nordrhein-Westfalen, die am 1. Oktober begonnen haben und bis zum 16. Oktober 2022 dauern. In den ersten Oktober-Tagen waren besonders vom Flughafen Düsseldorf und vom Flughafen Köln/Bonn zehntausende Menschen mit Eurowings in den Urlaub gestartet. Sollte es nicht in letzter Minute zu einer Einigung zwischen Eurowings und der Gewerkschaft kommen, ist mit Chaos zu rechnen: Flüge fallen aus oder werden verlegt.

Ein Flugzeug von Eurowings bei der Landung.
Am 6. Oktober werden viele Eurowings-Jets am Boden bleiben (Symbolbild). © Arnulf Hettrich/Imago
Eurowings
HauptsitzDüsseldorf
Gründung1993
MuttergesellschaftLufthansa
TochtergesellschaftEurowings Europe
Passagiere pro Jahrrund 13,3 Mio (2019)

Update vom 1. September, 14:37 Uhr: Während es bei der Lufthansa am 2. September einen großen Streik gibt, bei dem rund 800 Flüge ausfallen, ist Eurowings davon nicht betroffen. Ob und falls ja, wann es auch einen Eurowings-Streik geben wird, ist aktuell noch völlig offen. Die Piloten der Lufthansa-Tochter haben am Mittwoch (31. August) in einer Urabstimmung für einen möglichen Streik gestimmt. Das sei aber noch „kein Streikbeschluss“, hat die Pilotengewerkschaft Cockpit betont.

Eurowings: Piloten machen sich streikbereit – Urabstimmung erfolgreich

Update vom 31. August, 14:07 Uhr: Die Piloten der Lufthansa-Tochter Eurowings haben sich für einen Arbeitskampf und damit auch für mögliche Streiks ausgesprochen. Bei einer Urabstimmung der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) haben am Mittwoch (31. August) 97,7 Prozent aller Eurowings-Piloten dafür gestimmt, den Tarifstreit fortzusetzen. Damit sind die Weichen für potenzielle Piloten-Streiks bei Eurowings gelegt, sollten die nächsten Gespräche keine Einigung bringen.

„Das Ergebnis der Urabstimmung zeigt die große Unterstützung der Mitglieder für die Ziele ihrer Tarifkommission bei den aktuellen Verhandlungen über den sogenannten Mantel-Tarifvertrag“, teilt die Vereinigung Cockpit mit. Gleichzeitig betont die Pilotengewerkschaft, dass das Ergebnis der Urabstimmung noch „kein Streikbeschluss“ sei. „Es ist das verschärfte Signal, quasi die Gelbe Karte an Eurowings. Es reicht nicht, am Verhandlungstisch zu sitzen – man muss auch Lösungswillen mitbringen“, betont Dr. Marcel Gröls, Vorsitzender Tarifpolitik der VC. Die nächsten Verhandlungen zwischen Eurowings und den Piloten sind für kommende Woche geplant.

Beim Tarifstreit der Eurowings-Piloten geht es vor allem um eine stärkere Entlastung und planbare Arbeitszeiten. „Wir wollen Arbeitszeiten, die ein Mindestmaß an Planbarkeit für ein Familienleben ermöglichen. Wir sehen in bei Eurowings wie in allen Flugbetrieben das immer stärkere Hochfahren der Arbeitsbelastung an das gerade noch zulässige Maximum. Das Maximum muss aber als solches gesehen werden, nicht den dauerhaften fliegerischen Alltag darstellen“, erklärt Gröls.

Eurowings: Piloten-Streik droht – Urabstimmung angekündigt

Erstmeldung vom 16. August, 17:50 Uhr: Frankfurt am Main – Vor rund zwei Wochen haben sich die Piloten der Lufthansa in einer Urabstimmung für einen Streik ausgesprochen. Jetzt machen sich auch die Piloten der Lufthansa-Tochter Eurowings streikbereit. Die Vereinigung Cockpit (VC) hat nun ebenfalls eine Urabstimmung für Eurowings-Piloten angekündigt. Sollte es auch hier eine Mehrheit für den Arbeitskampf geben, droht ein großer Eurowings-Streik.

Eurowings: Verhandlungen stocken – es droht ein Piloten-Streik

Wie die Pilotengewerkschaft Cockpit berichtet, seien die Tarifverhandlungen mit Eurowings zuletzt ins Stocken geraten. Es geht um bessere Arbeitsbedingungen und eine Entlastung der Piloten. Eine Lösung habe Eurowings laut der Gewerkschaft dafür bislang noch nicht. „Der Arbeitgeber hat kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt“, klagt die Vereinigung Cockpit. Daher wurde nun die Urabstimmung eingeleitet, die bis zum 31. August laufen wird. Dabei will die Gewerkschaft die Unterstützung der Mitglieder für einen möglichen Arbeitskampf einholen.

„Eine Urabstimmung ist kein Streikbeschluss und kein Gesprächsabbruch. Wir sind selbstverständlich weiterhin gesprächsbereit und möchten eine Lösung auf dem Verhandlungsweg erreichen“, erklärt VC-Pressesprecher Lars Frontini. Zum Streik könnte es dennoch kommen, falls sich die Mitglieder bei der Urabstimmung dafür aussprechen und die Gespräche scheitern sollten. Besonders optimistisch klingt die Gewerkschaft im Hinblick auf die weiteren Verhandlungen aktuell aber nicht. „Bei Eurowings haben wir seit Längerem sehr wenig Bewegung aufseiten des Arbeitgebers erlebt“, so Frontini weiter.

Eurowings: Piloten sollen entlastet werden – sonst droht ein Streik

Ein Eurowings-Sprecher erklärte, man halte an dem verabredeten Verhandlungsplan fest. „Es bleibt weiterhin unser Anliegen und gemeinsamer Auftrag, eine Lösung am Verhandlungstisch zu vereinbaren.“ Man wolle gemeinsam Lösungen erarbeiten, die verbesserte Einsatzbedingungen der Piloten und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens berücksichtigten.

Bei den aktuellen Verhandlungen geht es vor allem um eine Entlastung der Eurowings-Piloten. Der Flugverkehr ist seit dem Frühjahr wieder stark angestiegen. Die zusätzlichen Flüge stünden seit dem in direktem Konflikt mit weniger Personal bei den Eurowings-Piloten, „was die Kolleginnen und Kollegen stark belastet“, klagt die Vereinigung Cockpit. Eurowings erledigt im Lufthansa-Konzern Direktflüge innerhalb Europas und verfügt über rund 100 Flugzeuge. (bs mit dpa-Material) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland & NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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