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Zu wenig Security-Personal: Wieder Warteschlangen-Chaos am Flughafen Düsseldorf

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Von: Jonah Reule

Urlauber stehen in meterlangen Schlangen am Düsseldorfer Flughafen
Zu längeren Warteschlangen kam es am letzten Wochenende am Flughafen Düsseldorf (Archiv). © David Young/dpa

Am Flughafen Düsseldorf ist es am Wochenende wieder zu längeren Wartezeiten gekommen. Ein Verdi-Sprecher fordert sofortige Konsequenzen vom Betreiber.

Düsseldorf – Am Wochenende ist es am Flughafen Düsseldorf erneut zu langen Warteschlangen an den Sicherheitskontrollen gekommen. Am Samstag mussten Passagiere teilweise fast eine Stunde an den Sicherheitskontrollen ausharren, so eine Sprecherin der Bundespolizei. Bereits im Sommer war es an Flughäfen in NRW und bundesweit zu teils kilometerlangen Schlangen vor den Kontrollen gekommen. Wegen Personalengpässen könnte es in den Weihnachtsferien zu noch längeren Wartezeiten kommen.

Flughafen Düsseldorf dementiert lange Warteschlangen – Video beweist das Gegenteil

Gegen Freitagabend wurden die Warteschlangen vor den Sicherheitskontrollen nach Angaben eines Verdi-Sprechers immer länger. Am Samstag registrierte die Bundespolizei in Spitzenzeiten bereits eine Wartezeit von 55 Minuten, wie eine Sprecherin 24RHEIN mitteilte. Eine Flughafensprecherin sagte auf Anfrage, dass sie die Medienberichte zu langen Wartezeiten und am Wochenende nicht bestätigen könne. Videoaufnahmen zeigen indes, dass es sehr lange Warteschlangen gab.

Laut der Bundespolizei stehen die teils längeren Wartezeiten an den Kontrollen im Zusammenhang mit der Anzahl gleichzeitiger Flüge verschiedener Airlines. Zu Zeiten, an denen weniger Flüge abgefertigt werden, seien die Wartezeiten eher gering, so die Sprecherin.

Gewerkschaft: Chaos am Flughafen wegen zu wenig Sicherheitspersonal

Längere Wartezeiten vor Kontrollen fußen laut Özay Tarim von der Gewerkschaft Verdi auf bereits länger bestehende Probleme. Dazu zählt allen voran der Personalmangel bei den Sicherheitsfirmen. Die Mangel bestand bereits im Sommer am Flughafen Düsseldorf und „sei bislang nicht behoben worden“. Bei ausreichend Personal wären die momentanen Passagierzahlen kein Problem, betonte er.

Für die chaotischen Zustände in Düsseldorf sieht Tarim vor allem für die Kontrollen zuständige Firma DSW und den Auftraggeber, das Bundesinnenministerium, in der Verantwortung. „Es ist inakzeptabel, dass Fluggäste aufgrund des Mangels ihr Flüge verpassen“, sagte Tarim im Gespräch mit 24RHEIN. Eine Passagierin habe gar ihren Flug nach Barcelona verpasst, so Tarim.

Verdi fordert Handeln der Betreiber – Sorge vor nächster Reisewelle

Damit die Abfertigung der Passagiere wieder reibungsloser funktioniert, sollten sich Betreiber und Sicherheitsfirma rasch um mehr Personal bemühen, so der Verdi-Sprecher. Allein für das nächste Jahr werden 34 Prozent mehr Passagiere am Flughafen erwartet. Das gehe auch zulasten der zu wenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so Tarim. „Die Beschäftigten geben ihr Wahnsinnigstes“, erklärte er. Ein weiteres Problem: Bei einer geringen Anzahl an Beschäftigten fielen krankheitsbedingte Ausfälle stärker ins Gewicht. Der Verdi-Sprecher befürchtet durch die große Belastung noch mehr personelle Ausfälle.

Werde der Personalengpass nicht zügig beseitigt, könnten demnach wieder öfter chaotische Zustände und lange Warteschlangen an den nordrhein-westfälischen Flughäfen drohen. Tarims Forderung: Das Thema Sicherheit an NRW-Flughäfen solle in die Hände des Landes Nordrhein-Westfalen gelegt werden. In Bayern würden die Sicherheitskontrollen mit einer vom Land Bayern gegründeten Sicherheitsgesellschaft an den Flughäfen deutlich besser funktionieren. „Diese arbeiten nicht gewinnorientiert“, so Tarim.

Flughafen Düsseldorf: Das sollten Reisende im Vorfeld beachten

Wer in nächster Zeit mit dem Flugzeug vereisen möchte, muss sich wohl mit längeren Wartezeiten am Flughafen anfreunden. Tipps für einen besseren Ablauf der Kontrollen sollen zumindest von den Passagieren verursachte Wartezeiten möglichst verringern. Damit der eigene Flug rechtzeitig erreicht werden kann, rät die Bundespolizei Reisenden, sich bereits 120 Minuten vor Abflug an der Sicherheitskontrolle einzufinden, so die Sprecherin. Darüber hinaus betonte sie die Wichtigkeit der bereits im Sommer dieses Jahres herausgegebenen Verhaltenshinweise.

Tipps für einen reibungslosen Aufenthalt am Flughafen

► Situation am Flughafen vorab checken

► Reisedokumente auf ihr Gültigkeit überprüfen

► Rechtzeitig am Flughafen sein.

► 120 Minuten vor Abflug an der Sicherheitskontrolle sein

► Flüssigkeiten im Handgepäck auf maximal 100 Milliliter begrenzen und in einem Plastikbeutel verpacken

► Keine verbotenen Gegenstände mit sich führen

► Jacken, Schlüssel, Flüssigkeiten und elektronische Geräte vor der Kontrolle in die Gepäckschale legen

Neben der rechtzeitigen Anreise verweist die Bundespolizei in ihren Verhaltenstipps auch auf das korrekte Verstauen von Flüssigkeiten, metallischen Gegenständen und elektronische Geräten im Vorfeld der Sicherheitskontrolle. Flüssigkeiten müssen im Handgepäck auf 100 Milliliter begrenzt und in Plastikbeutel verpackt werden.

Genauso wie metallische Gegenstände und elektronische Geräte, wie Handys und Laptops, sollten Flüssigkeiten vor der Kontrolle in die Gepäckschalen gelegt werden. So können unnötige Wartezeiten vermieden werden. Für noch mehr gesparte Zeit sorgen Angebote der Airlines. Passagiere von Eurowings können beispielsweise einen automatischen Check-in nutzen, um nicht am Schalter ihr Gepäck aufgeben zu müssen. (jr) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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