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Nach Geisterfahrt-Unfall auf A40: Spendenaktion für Familie eines Opfers

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Von: Oliver Schmitz

Auf der A40 sind bei einem Falschfahrer-Unfall zwei Menschen gestorben. Die Geisterfahrerin hat wohl absichtlich gewendet. Jetzt gibt es eine Spendenaktion.

Update vom 25. Oktober, 10:26: Nach dem tödlichen Falschfahrer-Unfall auf der A40 gibt es inzwischen eine große Spendenaktion für die Familie des verstorbenen 35-jährigen Mannes aus Bochum. Freunde sammeln auf der Plattform „Betterplace“ für die Frau (36) und die beiden Kinder (5 und 1). „Ein einzelner Moment, eine einzelne Sekunde, die alles verändert“, heißt es in dem Spendenaufruf. „Eure Spende kann ihn nicht wieder zurückbringen, den emotionalen Schmerz nicht lindern und die plötzliche Leere nicht füllen, aber zumindest kann sie dabei helfen, seine Familie in der schweren Zeit nicht noch in finanzielle Not zu bringen.“

Dem Aufruf zufolge soll die Familie gerade erst die Renovierung eines neuen Eigenheims nahezu abgeschlossen und den Umzug geplant haben. Der tragische Tod verändere und verkompliziere die Situation nun vollkommen. Ein Spendenziel gibt es dem Aufruf zufolge nicht. Am Dienstagmorgen (25. Oktober) wurden bereits über 202.000 Euro gespendet. „Der komplette Erlös wird nach Ablauf der Spendenaktion seiner Frau zur Verfügung gestellt“, betonen die Initiatoren.

Der 35-Jährige war am vergangenen Freitag bei einem Falschfahrer-Unfall auf der A40 ums Leben gekommen. Eine 54-jährige Frau wendete wohl absichtlich auf der Autobahn und prallte dann frontal mit dem Auto des Bochumers zusammen.

Tödlicher Unfall auf A40: Falschfahrerin wendete wohl mit Absicht auf der Autobahn

Update vom 24. Oktober, 11:27 Uhr: Zum tödlichen Falschfahrer-Unfall auf der A40 vom vergangenen Freitag sind weiterhin viele Fragen offen. Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Montagvormittag neue Details veröffentlicht. Demzufolge handelte es sich bei der Falschfahrerin um eine 54-jährige Frau aus Bochum.

Sie soll gegen kurz vor 5 Uhr mit ihrem Auto auf der A40 von Bochum in Richtung Essen unterwegs gewesen sein. „In Höhe der Ausfahrt Essen-Frillendorf wendete die Frau auf der Autobahn und fuhr entgegen der Fahrtrichtung in Richtung Dortmund“, teilt die Polizei mit. Nahe der Anschlussstelle Gelsenkirchen prallte sie frontal mit dem Auto eines 35 Jahre alten Mannes aus Bochum zusammen.

Rettungskräfte stehen auf der A40.
Auf der A40 ereignete sich am 21. Oktober ein tödlicher Falschfahrer-Unfall. © picture alliance/dpa/TNN | Markus Gayk

Durch die Kollision wurde das Auto der 54-Jährigen über die Betongleitwand in der Mitte der Autobahn auf die andere Fahrseite geschleudert. Dort krachte sie mit dem PKW eines 36-jährigen Mannes aus Recklinghausen zusammen. Die Frau und der 35-jährige Bochumer starben vor Ort. Der 36-Jährige wurde schwer verletzt.

Warum die Bochumerin auf der Autobahn wendete, ist noch nicht abschließend geklärt. „Derzeit kann jedoch eine psychische Erkrankung der 54-Jährigen nicht ausgeschlossen werden“, erklärt die Polizei weiter. Mitte der Woche soll der Leichnam der 54-Jährigen obduziert werden. Die Ermittlungen der Mordkommission laufen weiter.

Falschfahrerin auf A40: Zwei Menschen tot – „Unfall möglicherweise vorsätzlich verursacht“

Update vom 23. Oktober, 13 Uhr: Die 54-jährige Frau, die am Freitag in Bochum als „Geisterfahrerin“ einen Unfall mit zwei Toten verursacht hat, hat zuvor auf der Autobahn gewendet. Sie sei also nicht – möglicherweise versehentlich – in der falschen Richtung aufgefahren, sondern habe laut den Ermittlungen bewusst die Fahrtrichtung gewechselt, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. „Damit deutet alles auf Absicht.“

Bei dem schweren Unfall war die 54-Jährige am frühen Freitagmorgen mit ihrem Geländewagen in falscher Fahrtrichtung auf der A40 gefahren. Zwischen Bochum-Wattenscheid-West und Gelsenkirchen-Süd kam es zum Zusammenstoß mit zwei anderen Autos. Die Falschfahrerin und ein 35 Jahre alter Mann aus einem der erfassten Autos seien gestorben, der 36-jährige andere Fahrer sei schwer verletzt worden, hieß es von der Polizei.

Die Polizei hat eine Mordkommission gebildet. Die Ermittlungen und Zeugenbefragungen liefen auf Hochtouren, sagte der Polizeisprecher am Sonntag. Dabei würden auch Hinweise untersucht, nach denen die Frau sich in einem „psychischen Ausnahmezustand“ befunden haben könnte. Die Leiche der Frau werde voraussichtlich Mitte der kommenden Woche obduziert und auf Alkohol oder andere Substanzen untersucht. Außerdem werde der Geländewagen der Frau kriminaltechnisch untersucht.

Die NRW-Polizeistiftung „David und Goliath“ stiftete für die Familie des 35-jährigen Opfers 2000 Euro und rief zu weiteren Spenden auf. Der Mann sei Familienvater mit Ehefrau und zwei kleinen Kindern im Alter von zwei und fünf Jahren gewesen. Der Stiftungsvorsitzende Thomas Weise sagte am Sonntag, er sei „zutiefst schockiert über das fürchterliche Ereignis“. „Dass der Unfall möglicherweise vorsätzlich verursacht wurde, verstört unbeschreiblich.“

Laut Feuerwehr war in den drei Unfallautos jeweils eine Person. Für die beiden tödlich Verletzten sei jede Hilfe zu spät gekommen, sie seien noch in ihren Autos gestorben, sagte ein Sprecher. Für die Einsatzkräfte sei es mit Sicherheit ein dramatischer Anblick gewesen, diese „wirklich starke Verwüstung“ an der Unfallstelle zu sehen, sagte er.

Falschfahrerin auf A40: Zwei Menschen sterben – jetzt ermittelt eine Mordkommission

Erstmeldung vom 21. Oktober: Bochum/Essen – Am Freitagmorgen (21. Oktober) ist es auf der A40 zwischen Gelsenkirchen-Süd und Bochum-Wattenscheid durch einen Falschfahrer zu einem tödlichen Unfall gekommen. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben. Die Autobahn war stundenlang in beide Richtungen teils oder voll gesperrt. Es gab kilometerlange Staus. Wegen des Unfalls ermittelt eine Mordkommission.

Geisterfahrer-Unfall auf A40: Zwei Menschen sterben – Auto auf Gegenfahrbahn geschleudert

Rettungskräfte stehen nach einem schweren Geisterfahrer-Unfall auf der A40 bei Bochum.
Auf der A40 ereignete sich zwischen Bochum und Essen ein schwerer Unfall. © KDF-TV/dpa/picture alliance

Der tragische Unfall auf der A40 ereignete sich am frühen Freitagmorgen gegen 5:05 Uhr. Nach ersten Ermittlungen der Polizei war eine Autofahrerin „aus bislang ungeklärten Gründen mit einem Land Rover auf der A40 auf der Richtungsfahrbahn Essen als Falschfahrerin in Richtung Dortmund unterwegs“. Zwischen Bochum-Wattenscheid-West und Gelsenkirchen-Süd stieß die Falschfahrerin mit einem Seat und einem VW zusammen.

Die Geisterfahrerin war nach der Kollision mit ihrem Land Rover abgehoben und über die Mittelleitplanke auf die Gegenfahrbahn geschleudert worden. Die 54-Jährige sowie der Seat-Fahrer erlagen noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen, teilt die Polizei mit. Der dritte Fahrer wurde schwer verletzt. Durch die herumliegenden Trümmerteile wurde außerdem ein LKW beschädigt, der Fahrer blieb aber unverletzt.

A40: Mordkommission ermittelt nach Geisterfahrer-Unfall – war es Absicht?

Nach dem Unfall auf der A40 hat eine Mordkommission der Polizei die Ermittlung aufgenommen. Diese steht unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Bochum. Warum die Frau auf der falschen Seite fuhr, ist bislang noch unklar, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam mit. „Derzeit kann auch das bewusste Herbeiführen eines Verkehrsunfalls nicht ausgeschlossen werden“, sagte ein Sprecher am Freitagmittag. Konkrete Hinweise gebe es bislang aber nicht.

Es soll eine Obduktion der Geisterfahrerin geben, berichtet RP Online. Die Ermittler wollen dabei prüfen, ob die Frau zum Zeitpunkt des Unfalls möglicherweise Alkohol oder Drogen im Blut hatte.

A40 bei Bochum/Essen: Sperrung zwischen Bochum und Essen aufgehoben

A40 bei Bochum/Essen: Stundenlange Vollsperrung und lange Staus in beide Richtungen

Nach dem Unfall war die A40 für mehrere Stunden in Richtung Essen voll gesperrt. Auch die Strecke Richtung Dortmund war bis zum späten Vormittag teils gesperrt. Erst Ende September hatte es auf der A40 im Ruhrgebiet einen tödlichen Unfall gegeben. Ein Motorradfahrer war gegen eine Leitplanke geprallt. (os mit ots/dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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