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Bahn-Streik: In NRW ist „großes Chaos“ ausgeblieben – DB geht vors Gericht

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Lokführer-Streik im Personenverkehr - Köln
Laut DB-Angaben hatten sich die meisten Menschen gut auf den Bahn-Streik eingestellt und umgeplant. © Roberto Pfeil/dpa

Im dritten Bahnstreik innerhalb weniger Wochen ist zumindest in NRW kein großes Chaos entstanden. Die meisten Reisenden planten um. Die DB geht nun aber vors Gericht.

Düsseldorf – Der Bahnstreik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat auch in Nordrhein-Westfalen wieder für zahlreiche Zugausfälle, Verspätungen und Einschränkungen gesorgt. Nach der Ausweitung auf den Personenverkehr am Donnerstag um 2:00 Uhr mussten Reisende mehr Zeit mitbringen oder umplanen. Laut Angaben einer Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) waren die meisten aber vorab informiert: „Das große Chaos ist definitiv ausgeblieben»“

Streik bei der Bahn in NRW: RE17, RB30 und RB52 fahren normal –

Der Ersatzfahrplan der DB sei in NRW gut angenommen worden. Zudem hätten viele ihre Reise verschoben oder abgesagt, wie es die Bahn im Vorfeld empfohlen hatte. Im Regional- und S-Bahnverkehr fuhren nur drei Linien nach Plan: Der RE17 (Hagen-Warburg), die RB52 (Dortmund-Hagen) und die S5 (Dortmund-Hagen). Alle anderen Linien seien entweder ausgefallen oder hätten eingeschränkt verkehrt.

Für den Fernverkehr gab es bundesweit laut einer Pressemitteilung ein „stabiles Grundangebot von rund einem Viertel“. Für den Regionalverkehr bestand das Ziel, rund 40 Prozent des regulären Angebots zu fahren. NRW-weite Zahlen nannte die Sprecherin nicht. Bereits am Mittwoch wurde der Güterverkehr bestreikt. Züge anderer Unternehmen waren von dem Ausstand, der bis Dienstag um 2:00 Uhr andauern soll, nicht betroffen.

Bahnstreik in NRW: Diese Züge fahren trotzdem

Bahn-Streik in NRW: Neues Angebot von GDL abgelegt – Deutsche Bahn geht vors Arbeitsgericht

Die Lokführergewerkschaft GDL hatte auch das neue Angebot der Deutschen Bahn abgelehnt. Daraufhin verkündete GDL-Chef Claus Weselsky, dass der Streik weiterginge. Die Deutsche Bahn ging anschließend am Donnerstag gegen den Streik juristisch vor. Der Konzern legte vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen den Arbeitskampf ein, wie das Unternehmen mitteilte. Noch am Abend wollte das Gericht über den Eilantrag entscheiden.

Die GDL kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder. Mit dem Streik in der laufenden Tarifrunde bei der Bahn will die Gewerkschaft ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro mehr Nachdruck verleihen.

Die Deutsche Bahn strebte ursprünglich eine deutlich längere Laufzeit von rund 40 Monaten an. Mit dem neuen Angebot stellte sie nun 36 Monate in Aussicht und eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro. (os mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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