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Lokführer-Streik bei der Deutschen Bahn abgewendet – vorerst

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Ein Bahnmitarbeiter an einem vollen Bahnhof.
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer hat Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen (Symbolbild). © Andreas Arnold/dpa

Entwarnung für Reisen und Urlauber in den nächsten Wochen: Bei der Deutschen Bahn droht in den nächsten Wochen noch kein Streik.

Berlin/Frankfurt – Bei der Deutschen Bahn rücken Streiks der Lokführer mitten in der Ferienzeit näher. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte nach gescheiterten Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Move zunächst konkrete Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen, hieß es am Mittwoch.

Am Donnerstag dann die Wende: Bei der Deutschen Bahn droht in den nächsten Wochen noch kein Streik. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer will ihre Mitglieder erst zu einer Urabstimmung aufrufen, die für den 9. August 2021 ausgezählt werden soll, wie der Vorsitzende Claus Weselsky am Donnerstag in Berlin sagte.

Deutsche Bahn: Lokführer-Gewerkschaft droht mit Streik vor der den Sommerferien

Unmittelbar vor Beginn der Schulferien in mehreren Bundesländern erhöht die Gewerkschaft damit den Druck auf das Management der Bahn. Die GDL hatte die Verhandlungen am vergangenen Dienstag für gescheitert erklärt. Erst kürzlich hat die Deutsche Bahn den Sommerfahrplan ausgeweitet.

Es ist der erste Warnstreik bei der Bahn seit Dezember 2018, als die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ihre Mitglieder zum Arbeitskampf aufrief. Beide Gewerkschaften ringen miteinander um Einfluss in dem Staatskonzern.

Die EVG hatte schon im vergangenen Herbst einen Tarifabschluss erzielt. Ab Anfang 2022 erhalten die Beschäftigten 1,5 Prozent mehr Geld – wenig im Vergleich zu Tarifrunden in besseren Zeiten. Dafür sind bis Ende 2023 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Die GDL will bei Geld und Arbeitszeit mehr herausholen.

Drohende Streikwelle bei der DB: GDL fordert mehr Geld und Corona-Prämie

Beide Seiten hatten sich vor dem Scheitern der Verhandlungen etwas aufeinander zu bewegt. Angelehnt an den Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes fordert die GDL eine Einkommenserhöhung von 1,4 Prozent plus eine Corona-Prämie in diesem Jahr sowie weitere 1,8 Prozent im nächsten Jahr.

Die Beschäftigten hätten mehr verdient als einen Ausgleich der Preissteigerung, argumentiert Weselsky. Die Bahn hatte nach eigenen Angaben Einkommenssteigerungen wie im Öffentlichen Dienst vorgeschlagen, allerdings bezogen auf den Bereich Flughäfen.

Für Flughäfen war wegen des Verkehrseinbruchs ein „Notlagentarifvertrag“ geschlossen worden. Die Einkommenserhöhung von 1,4 Prozent gibt es dort erst im Oktober 2022, die weiteren 1,8 Prozent erst im April 2023. Die Arbeitgeber erhalten außerdem die Möglichkeit, die Arbeitszeit 2022 um sechs Prozent zu kürzen. Im Oktober 2023 soll das Niveau des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienstes erreicht werden. (jaw/dpa)

Update-Hinweis: Der Artikel wurde zuletzt am 24. Juni erweitert. Neuerung: Konkrete Uhrzeit der Presstekonferenz

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