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Bahn-Streik: Zugverkehr ist „massiv beeinträchtigt“ – bis Freitag keine Besserung in Sicht

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Von: Jana Wehmann

Menschen stehen an Bahn-Gleisen.
Durch die Lokführer-Streiks kommt es bei der Deutschen Bahn zu Ausfällen und Störungen (Symbolbild). © Carsten Koall/dpa

Der Lokführer-Streik im Personenverkehr läuft seit Mittwoch. Die Auswirkungen sind bereits spürbar. Drei Viertel der Fernzüge fahren nicht.

Update vom 12. August, 12:00 Uhr: Die Lokführergewerkschaft GDL zeigt sich mit der hohen Streikbeteiligung am Mittwoch (11. August) sehr zufrieden. Nun folgt der zweite Streik-Tag: Auch am Donnerstag (12. August) streikt die Lokführergewerkschaft GDL im Personenverkehr bei der Deutschen Bahn. Die Entscheidung, ob weitere Streiks folgen, trifft die Gewerkschaft nächste Woche.

Hinweis: Dieser Ticker zum Bahn-Streik endet. Weitere Informationen auf der 24RHEIN-Homepage.

Update vom 11. August, 21:34 Uhr: Der Bahn-Streik geht weiter: Auf Pendler und Touristen kommen daher auch an diesem Donnerstag Probleme zu. Nach dem Ersatzfahrplan werden erneut drei Viertel der Fernzüge nicht fahren, während es in den Regio-Netzen zu unterschiedlich Störungen kommen soll.  Die Bahn setzt nach eigenen Angaben alles daran, am Freitag wieder den Regelbetrieb zu fahren.

Bahn-Streik: Zugverkehr ist „massiv beeinträchtigt“

Update vom 11. August, 20:21 Uhr: DB-Sprecher Achim Stauß zieht eine Bilanz zum ersten Streiktag: Der Streik habe den Betrieb „massiv beeinträchtigt“. Dennoch habe der Ersatzfahrplan größtenteils funktioniert. Regional kam es jedoch zu großen Unterschieden. Im Osten seien die Beeinträchtigungen stärker spürbar als im Westen.

Im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen fielen zehn Linien der DB Regio sowie zwei S-Bahn-Verbindungen ganz aus. In vielen anderen Ballungsräumen wie Frankfurt oder Stuttgart fuhren die S-Bahnen nur im Stundentakt. Die Bahn sprach von 40 Prozent Angebot im Regionalverkehr.

Bahn-Streik: Auch am Donnerstag zahlreiche Zugausfälle

Update vom 11. August, 19:48 Uhr: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) setzt ihren Streik bei der Deutschen Bahn konsequent fort. Nachdem der Ausstand am Mittwoch erhebliche Probleme im Nah- und Fernverkehr verursacht hat, rechnet die Bahn auch bis zum angekündigten Streikende in der Nacht zum Freitag mit zahlreichen Zugausfällen.

Auf Pendler und Touristen kommen daher auch an diesem Donnerstag Probleme zu. Nach dem Ersatzfahrplan werden erneut drei Viertel der Fernzüge nicht fahren, während es in den Regio-Netzen zu unterschiedlich Störungen kommen soll. Die Bahn setzt nach eigenen Angaben alles daran, am Freitag wieder den Regelbetrieb zu fahren.

Zusätzliche Sorgen bereitet in Corona-Zeiten der Platzmangel in den wenigen verbliebenen Zügen. „Die Züge werden dadurch natürlich voller als sie es sonst sind. Das macht die Sache nicht gerade leichter, denn wir versuchen ja in Pandemiezeiten möglichst viel Abstand zu bieten“, sagte ein Bahnsprecher in Berlin. (jw/dpa)

Deutsche Bahn: Weiterer Lokführer-Streik möglich – Entscheidung nächste Woche

Update vom 11. August, 19:10 Uhr: Ob weitere Lokführer-Streiks kommen, soll sich in der kommenden Woche entscheiden, so Claus Weselsky, Vorsitzender der GDL. Insbesondere die von der Bahn vorgeschlagene lange Laufzeit von 40 Monaten müsse vom Tisch. Zu seinen Gefolgsleuten sagte Weselsky: „Ich verspreche Euch nicht, dass es am Freitag schon vorbei ist. Aber wir gehen sorgsam mit unserer Tarifmacht um.“ (jw/dpa)

Bahn-Streik: Weiterer Lokführer-Streik möglich

Update vom 11. August, 16:56 Uhr: Nach dem laufenden Streik bei der Deutschen Bahn könnte es zu einem weiteren Arbeitskampf kommen, so die Lokführergewerkschaft GDL. Man werde mit der ersten Maßnahme nicht durch sein, sagte Claus Weselsky, Vorsitzender der GDL, am Mittwoch in Berlin. „Von daher brauchen wir einen langen Atem.“ Zuvor hatte die GDL angekündigt, ab Mittwoch (11. August) ab 2 Uhr bis Freitag (13. August) 2 Uhr für 48 Stunden zu streiken. (jaw/dpa)

Bahn-Streik: 190 Güterzüge stehen – Lieferketten unterbrochen

Update vom 11. August, 16:20 Uhr: Der Lokführer-Streikt bei der Deutschen Bahn kann „massive Auswirkungen auf Lieferketten für die deutsche und europäische Industrie“ haben. Aktuell würden rund 190 Güterzüge im Rückstau stehen. Das gab die Deutsche Bahn am Nachmittag in einer Mitteilung bekannt.

Bisher habe die DB Cargo die versorgungsrelevanten Züge fahren lassen können. Dabei handele es sich um Züge, die Kraftwerke und große Industriebetriebe versorgen würden. Zur Sicherstellung der Transporte kooperiert DB Cargo mit Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland und Europa. Derzeit sei der Betrieb bundesweit betroffen, so die Deutsche Bahn.

Nach dem Streik-Ende werde die DB „Hochdruck“ die zurückgestauten Züge abbauen. Dennoch befürchtet die Bahn, dass durch den Streik dem Schienengüterverkehr ein nachhaltiger Schaden zugefügt werde, da viele Kunden nun auf die Straße ausweichen könnten. (jaw)

Streik Deutsche Bahn: Lange Schlangen am Reisezentrum

Update vom 11. August, 15:30 Uhr: Im Fern- und Nahverkehr könne die DB die Ersatzfahrpläne weiterhin „stabil umsetzen“. Streik-Schwerpunkte zeichnen sich vor allem im Osten Deutschlands ab, so Anja Bröker, DB-Sprecherin.

Da die Nachfrage hoch ist, „werden die Züge natürlich voller als sonst“, sagt auch Achim Strauß, DB-Sprecher. Um die Situation zu meistern, habe die DB das Personal verstärkt. „Das ist aber auch nötig. Die Schlangen am DB-Reisezentrum sind schon recht lang“, so Strauß. Nur 15 Stunden zwischen Ankündigung und Streik zu lassen, sei laut der DB „unverantwortlich“.

Bahn-Streik: Fahrgäste weichen auf Flugzeug und Fernbus aus – Preise steigen

Update vom 11. August, 12:40 Uhr: Der Streik bei der Deutschen Bahn bringt auf anderen Verkehrsmitteln eine erhöhte Nachfrage. Da viele Reisende nun auch auf den Flieger umsteigen, setzt die Lufthansa aufgrund des Passagierandrangs größere Flugzeugtypen ein, so eine Sprecherin. Bis einschließlich Freitag seien auf den innerdeutschen Flügen nun verstärkt auch Airbus 321 unterwegs. Die Flugzeuge haben Platz für bis zu 215 Passagiere und sind der größte Typ in der Mittelstreckenflotte des Herstellers. Es seien aber keine zusätzlichen Flugzeuge reaktiviert worden.

Als weitere Alternative weichen viele Reisende auf Fernbusse aus. Der Anbieter Flixbus verzeichne im Vergleich zur Vorwoche eine um etwa 70 Prozent höhere Nachfrage. Auch die Fernzüge der Marke Flixtrain würden um rund 30 Prozent mehr gebucht als in der vergangenen Woche. Laut der Flixbus-Leitstelle hat sich der Streik am Mittwochvormittag auf den Straßen noch kaum bemerkbar gemacht. Busse und Bahnen seien planmäßig und pünktlich unterwegs.

Durch die steigende Nachfrage steigen nun auch die Preise für die Einzeltickets bei Flixbus und Lufthansa. Da die Unternehmen mit automatisierten Buchungssystemen arbeiten, werden automatisch höhere und teurere Buchungsklassen angeboten, wenn die Plätze knapp werden.

Streik GDL: Deutsche Bahn Ersatzfahrpläne laufen „stabil“

Nachdem nun der Streik der Lokführergewerkschaft auch den Personenverkehr der Deutschen Bahn betrifft, greift ein Ersatzfahrplan der Bahn. Trotz der kurzfristigen Streik-Ankündigung, können die Ersatzfahrpläne im Fern- und Nahverkehr „stabil“ umgesetzt werden, so die Deutsche Bahn.

Bahn: „Auswirkungen des Streiks sind spürbar“

Erstmeldung vom 11. August, 11:25 Uhr

Düsseldorf – Viele Bahnhöfe in Deutschland stehen still – der Bahn-Streik hat begonnen. Damit warten nun zwei harte Tage auf Reisende. Denn der Streik der Lokführergewerkschaft GDL legt im Personenverkehr seit Mittwochfrüh (11. August) große Teile des gesamten Bahn-Verkehrs in Deutschland lahm.

Nur etwa 25 Prozent der üblichen verkehrenden Züge könne die Deutsche Bahn in den kommenden Streik-Tagen aufrecht halten und bedienen. Dafür hat die Deutsche Bahn einen Ersatzfahrplan aufgestellt, dieser sei bereits angelaufen. „Erste Auswirkungen des Streiks sind spürbar“, so der Bahnsprecher. Reisende mussten sich bereits Mittwochmorgen auf Ausfälle und Verspätungen einstellen.

Streik Bahn: Ersatzfahrplan im Fern- und Regionalverkehr

Der Streik im Personenverkehr bei der Deutschen Bahn läuft seit Mittwochfrüh um 2 Uhr. Schon am Dienstagabend um 19 Uhr – nur wenige Stunden nach der Ankündigung des Arbeitskampfes – legten die Lokführer der GDL ihre Arbeit im Güterverkehr nieder. Im Gütervekehr haben nun die „versorgungsrelevanten Züge“ Priorität, so die Bahn.

Nun heißt es: Geduld bewahren. Zwar hat die Deutsche Bahn innerhalb weniger Stunden einen Ersatzfahrplan für Fahrgäste aufgestellt, allerdings kann dadurch auch nur etwa jeder vierte Zug im Fernverkehr fahren. Das Ziel sei es im Fernverkehr „vor allem auf den Hauptachsen im Nord-Süd- und Ost-West-Verkehr zwischen den Metropolen mindestens ein Zwei-Stunden-Takt unseren Fahrgästen anzubieten“, sagt Achim Strauß, DB-Konzernsprecher, am Mittwochmorgen. Deshalb setzt die Bahn die XXL-ICE mit über 900 Sitzplätzen ein.

Lokführer-Streik bei der Bahn: Das müssen Reisende wissen

Auch im Regionalverkehr und bei den S-Bahnen fallen zahlreiche Züge der Deutsche Bahn aus. Dennoch werde es im Regionalverkehr mit Blick auf Schüler und Berufspendler auch ein „verlässliches Grundangebot“ geben, welches regional jedoch unterschiedlich ausfallen werde, so Strauß. Bis Freitagnacht 2 Uhr wird offiziell gestreikt.

Dennoch bat die Deutsche Bahn Fahrgäste, die nicht zwingend reisen müssen, ihre Zugfahrt zu verschieben. Da in 11 der 16 Bundesländern noch immer Schulferien sind, trifft der GDL-Streik Reisende wie auch die Deutsche Bahn hart.

Lokführer-Streik: Deutsche Bahn gibt sich verhandlungsbereit

Als „völlig unangemessen und überzogen“ bezeichnet Bahn-Personalvorstand Martin Seiler den Streik der GDL. Gewerkschafts-Chef Caus Weselsky sagte jedoch: „Mit diesem ersten Signal muss dem Management klar werden, dass mit uns nicht gut Kirschen essen ist.“

Dennoch hat die Deutsche Bahn nach Beginn des Lokführer-Streiks nun seine Verhandlungsbereitschaft mit der GDL betont. „Jetzt ist miteinander gefragt, wie wir gemeinsam aus dieser schwierigen Krise herauskommen“, sagte Seiler am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin. „Wir liegen zugegebenermaßen in der Laufzeit auseinander, auch bei der Corona-Prämie. Aber das sind ureigenste Dinge, die am Verhandlungstisch besprochen werden“, sagte Seiler.

Die Offerte mit einer Laufzeit von 40 Monaten bedeute eine Entwertung des Tarifs über die Länge der Laufzeit von unter einem Prozent im Jahr. „Das ist für uns nicht verhandelbar. Das haben wir klar und deutlich gemacht“, sagte Weselsky.

Wegen Milliardenverlusten in der Pandemie will die Bahn die Erhöhung auf spätere Stufenzeitpunkte verteilen, bei einer Vertragslaufzeit von 40 Monaten. Hinzu kämen Leistungen zur Altersvorsorge und der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. (jaw/dpa)

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