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Osterferien: An Flughäfen droht Chaos – auch ohne Streik

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Von: Max Müller

Durch einen Warnstreik am Flughafen in Düsseldorf bilden sich vor den Schaltern lange Schlangen.
An Ostern könnten sich lange Warteschlangen bilden – wie im Herbst 2021 am Düsseldorfer Flughafen. (Archivbild) © David Young/dpa

Streiks an vielen Flughäfen sorgen für ausgefallene Flüge. Und das, wo an Ostern viele in den Urlaub möchten – und das Personal ohnehin knapp bemessen ist.

Köln – Gut zwei Jahre nach dem Ausbruch der Pandemie in Deutschland steht die erste große Reisewelle vor der Tür. Nachdem die Beschränkungen immer weiter fallen, möchten viele Menschen an Ostern endlich wieder Urlaub machen. „Wir haben eine sehr gute Buchungslage zu den Osterferien“, bestätigt eine Sprecherin der Lufthansa auf Anfrage. Insbesondere die Reiseziele Spanien, Griechenland und Portugal seien extrem begehrt.

Urlaub: Flughafenpersonal ist in andere Branchen gewechselt

Viele Urlauber haben sich angesichts der Streiks an sechs großen deutschen Flughäfen lange Sorgen um ihren Osterurlaub gemacht. Seit Montag (28. März) können sie aufatmen: Weitere Streiks wird es an deutschen Flughäfen nicht geben. Dabei sind Arbeitsniederlegungen nicht das einzige Risiko. Die dünne Personaldecke an vielen Flughäfen könnte bei großem Andrang für Chaos sorgen. „Während der Pandemie haben sich viele Mitarbeiter, die in der Fluggastkontrolle und in der Personal- und Warenkontrolle tätig sind, eine Stelle in einer anderen Branche gesucht. Teilweise verdienen sie dort auch besser“, sagt Volker K. Thomalla, Chefredakteur von aerobuzz.de. „Die Personalengpässe der Flughäfen sind uns bekannt“, heißt es auch von der Lufthansa.

Der Experte

Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Seit 35 Jahren berichtet er als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Thomalla hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Am Flughafen Köln/Bonn stellt die Firma „Securitas“ das Personal ein. Man könne keine konkrete Zahl nennen, wie viele Mitarbeiter gerade dort arbeiten, sagt ein Sprecher auf Anfrage von 24RHEIN. Er bestätigt, dass „sich während der Pandemie viele Mitarbeiter nach einer neuen Betätigung umgesehen“ haben. Branchenbedingte Kündigungen habe es nicht gegeben. Mehrere Mitarbeiter befänden sich derzeit in Ausbildung und könnten „so rasch wie möglich ihre Tätigkeit aufnehmen.“

Personalmangel am Flughafen: Langwierige Überprüfung neuer Mitarbeiter nötig

Wenn Flughäfen erst jetzt auf einen Osteransturm reagieren, dürfte es wohl zu spät sein, erklärt Thomalla. Denn: Neue Mitarbeiter am Flughafen müssen überprüft werden. Das macht die zuständige Bezirksregierung. „Viele sind auf die anstehende Reisewelle nicht eingestellt“, sagt Thomalla.

Wie lange eine solche Überprüfung dauert, ist vom Einzelfall abhängig. Das liegt daran, dass von verschiedenen Behörden Auskünfte eingeholt werden, wie die für den Flughafen Köln/Bonn zuständige Bezirksregierung Düsseldorf schreibt. Je nachdem, welche Erkenntnisse vorliegen und ob die zu überprüfende Person in unterschiedlichen Bundesländern oder sogar im Ausland sitzt, würde der Prozess unterschiedlich lange dauern. Auskünfte können eingeholt werden von:

Sechs Wochen dauere das im Schnitt, sagt Thomalla. Er kenne aber auch Fälle, wo sich der Prozess bis zu drei Monate gezogen hat. Das bedeutet: Bis Ostern können die Flughafenbetreiber jetzt kein neues Personal einstellen, sofern sie sich nicht frühzeitig darum gekümmert haben. Es wird frühestens zur Sommerreisezeit klappen. (mm) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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