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Streik an Flughäfen: Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt – Auswirkungen am 23. März

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Von: Oliver Schmitz

Flughafen Düsseldorf Vorfeld mit Eurowings Airbus & Anzeigetafel mit gestrichenen Flügen
Am 22. März streikt an vielen deutschen Flughäfen das Sicherheitspersonal – auch in Düsseldorf. © dpa

Streik an den Flughäfen Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Berlin, Hannover und Stuttgart. Sicherheitspersonal legte die Arbeit am 22. März nieder. Es gab hunderte Ausfälle.

Köln/Bonn/Düsseldorf – An den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen kehrt derzeit kaum Ruhe ein. Nach dem Flughafen-Streik am 14. März, legten die Mitarbeiter der Passagierkontrollen am Dienstag (22. März) sowohl am Flughafen Köln/Bonn als auch am Flughafen Düsseldorf erneut die Arbeit nieder. Die Gewerkschaft Verdi hatte wegen der laufenden Tarifverhandlungen dazu aufgerufen. Neben den NRW-Standorten sind auch weitere Großstädte in ganz Deutschland betroffen.

Flughafen-Streik in Düsseldorf: Einschränkungen auch am 23. März

Auch nach Ende des Streiks wird es am morgigen Mittwoch zu Auswirkungen im Flugverkehr kommen, so der Airport weiter. „Allen Fluggästen, die am morgigen Mittwoch ab Düsseldorf starten, wird daher dringend empfohlen, sich vor Reiseantritt über den aktuellen Status ihres Fluges bei der Airline oder dem Reiseveranstalter zu informieren. Darüber hinaus erhalten Reisende auch Informationen auf der Homepage des Flughafens (dus.com).“

Trotz allem konnten am 22. März beispielsweise in Düsseldorf 130 Flüge stattfinden, wie der Airport mitteilt. Dies entspräche ungefähr der Hälfte des regulären Flugbetriebes. „Mit Betriebsbeginn mussten sich die Fluggäste daher nur vereinzelt auf Verzögerungen bei der Passagierkontrolle einstellen“, heißt es weiter, die Situation am Airport wurde als durchgehend entspannt beschrieben. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte ihre Mitglieder am Düsseldorfer Flughafen zu Arbeitsniederlegungen in der Zeit von 3:00 bis 24:00 Uhr aufgerufen.

Flughafen-Streik in Deutschland: Diese Airports betroffen

Am Frankfurter Flughafen wird für Passagiere erneut kein Zustieg möglich sein, wie die Betreibergesellschaft Fraport mitteilte. Lediglich Transitreisende sollen abgefertigt werden.

Streik: Welche Flüge fallen in Düsseldorf und Köln/Bonn aus?

Streik Flughafen Köln/Bonn und Düsseldorf: Wann ist der Streik? Wer ist betroffen?

Der Streik in Köln/Bonn begann bereits um Mitternacht, in Düsseldorf etwas später um 3 Uhr. An beiden Flughäfen wird dieser bis 24 Uhr laufen. Am Flughafen Köln/Bonn ist dadurch „mit erheblichen Beeinträchtigungen des Flugbetriebs sowie umfangreichen Flugstreichungen zu rechnen“, sagte ein Sprecher am Montagmittag. Insgesamt fallen 73 (50 Starts, 23 Landungen) von 123 Flügen aus, wie ein Sprecher am Dienstagmorgen mitteilte. Die Passagier-Kontrolle im Terminal ist laut Flughafen-Angaben am Morgen komplett geschlossen.

Auch der Flughafen Düsseldorf kommt es zu massiven Beeinträchtigungen. „Voraussichtlich muss ein großer Teil der geplanten Flüge von den Airlines gestrichen werden“, teilte der Airport am frühen Montagnachmittag mit. Am Dienstagmorgen gab es die Gewissheit: insgesamt wurde 140 (96 Abflüge/44 Ankünfte) von 260 Flügen gestrichen.

An beiden Flughäfen wurde Streik zudem noch auf Personal- und Warenkontrolle ausgeweitet. Dies sorgt für zusätzliche Verzögerungen für die restlichen Fluggäste. Laut Angaben der Airports sei die Lage aber sowohl in Köln/Bonn als auch Düsseldorf am Morgen vergleichsweise ruhig gewesen.

Streik am Flughafen Frankfurt: Kein Zustieg am Dienstag möglich – „völlig unverhältnismäßig“

Auch am Flughafen Frankfurt rechnet man wegen des Streiks zwischen 2 und 23 Uhr mit „massiven Auswirkungen auf den Betrieb“, heißt es in einer Mitteilung am Montag. So sollen die Sicherheitskontrollen außerhalb des Transitbereichs geschlossen bleiben. Damit wird ein Zustieg in Frankfurt nicht möglich sein.

Der Airport „bittet alle Passagiere, die ihre Reise in Frankfurt beginnen möchten, nicht zum Flughafen zu kommen“, sagte ein Sprecher und ergänzte: „Den Luftverkehr innerhalb kürzester Zeit in ganz Deutschland wieder gravierend zu stören, ist völlig unverhältnismäßig. Wir appellieren an die Tarifpartner in Verhandlungen eine einvernehmliche Lösung zu erarbeiten“. Insgesamt sind am Dienstag 750 Flugbewegungen mit rund 80.000 Passagieren geplant. Am Flughafen Hamburg wird ebenfalls gestreikt, dort könnte der Großteil der 88 Abflüge abgesagt werden, berichtet 24hamburg*.

Streik: Zusatzflüge ab Flughafen Paderborn

Durch den Streik fallen hunderte Flüge aus. Einige können aber trotzdem von anderen Flughäfen, die nicht bestreikt werden, bedient werden. So teilt der Flughafen Paderborn/Lippstadt mit, dass es am Dienstag 13 zusätzliche Flüge ab Paderborn geben wird, die von anderen Flughäfen umgeleitet wurden. Demnach sollen mehrere Maschinen der Airlines Corendon, Tuifly und Condor ab Paderborn starten. Die Flüge gehen nach Ägypten, auf die Kanaren, die Kapverden, nach Madeira und in die Türkei. Bereits beim letzten Streik des Sicherheitspersonals hatte der Flughafen Paderborn zusätzliche Flüge abgefertigt.

Trotz Streik: Alle Condor-Flüge finden statt

Die Airline Condor hat bekannt gegeben, dass trotz des Streiks an acht deutschen Flughäfen, alle Condor-Flüge am Dienstag starten werden. Dafür wurden betroffene Flüge zu anderen Airports umgeleitet. „Um den Abflug in den Urlaub für alle Gäste sicherzustellen, wurden Flüge zu Ausweichflughäfen wie Nürnberg, Paderborn oder Rostock-Laage verlegt“, teilt Condor mit. Die Passagiere können entweder selbstständig zu den Ausweichflughäfen reisen oder die von Condor organisierten Bustransfers nutzen. Gute Nachrichten gibt es auch für Passagiere auf der Rückreise. „Die entsprechenden Rückflüge aus der Destination nach Deutschland werden regulär zum ursprünglich geplanten Ankunftsflughafen durchgeführt, weil Ankünfte nicht vom heutigen Streik betroffen sind“, heißt es von Condor.

Flughafen Streik in Deutschland: „Überspannt den Bogen“ – BDL sauer auf Verdi

Am Dienstagmorgen hat sich auch der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), der die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen vertritt, zu Wort gemeldet. Der erneute Streikaufruf würde „den Bogen eines Warnstreiks“ überspannen, heißt es in einer Mitteilung.

„Obwohl weder die Flughäfen noch die Fluggesellschaften mit Verdi im Tarifkonflikt stehen, trifft dieser Streik in erster Linie den Luftverkehr und viele tausende Reisende“, sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow. Das sei „unfair“ und würde die wirtschaftliche Wiederbelebung nach dem „pandemiebedingten Zusammenbruch“ erschweren. Die Gewerkschaft Verdi hätte mit der „unverhältnismäßigen flächendeckenden Lahmlegung des Luftverkehrs“ die Grundlage einer „verantwortungsvollen Tarif- und Arbeitskampfpolitik“ verlassen. Dabei weist der BDL auch auf die vielen vorherigen Streiks in letzter Zeit hin.

Flughafen-Streik Köln/Bonn und Düsseldorf: Das fordert Verdi für die Luftsicherheitskräfte

Grund für den Streik ist der Tarifstreit um eine Lohnerhöhung für die Sicherheitskräfte an Verkehrsflughäfen in ganz Deutschland. In bisher vier Verhandlungsrunden konnte keine Einigung zwischen Verdi und den Arbeitgebern erzielt werden. Zwar hatten die Arbeitgeber ein neues Angebot vorgelegt, dieses fiel für die Gewerkschaft aber unzureichend aus. Dabei wurde wohl nur der Lohn für die oberen Entgeltgruppen erhöht. Für alle Mitarbeitenden unter 13 Euro Stundenlohn wird wohl weiterhin 38 Cent mehr pro Stunde angeboten. Verdi fordert jedoch einen Euro und die Abschaffung der Nullmonate.

„Die Arbeitgeber haben es versäumt, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, das die Preisentwicklung aufgreift und dafür sorgt, dass die Arbeit für qualifizierte Fachkräfte im Luftsicherheitsbereich attraktiv bleibt“, sagt Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper. Am 24. März werden die Tarifverhandlungen fortgeführt.

Verdi verhandelt bundesweit für etwa 25.000 Branchenbeschäftigte mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS). Im Zuge der Tarifverhandlungen hatten, war an der NRW-Airports immer wieder die Arbeit niedergelegt worden. Unter anderem Ende Februar waren bei einem Streik am Flughafen Köln/Bonn und bei einem Streik am Flughafen Düsseldorf hunderte Flüge ausgefallen. Ob mit oder ohne Streik: in den Osterferien droht ein Chaos an den Flughäfen.

Streik am Flughafen Köln/Bonn und Flughafen Düsseldorf: Was können Reisende tun?

Den Reisenden wird empfohlen, sich bei der Airline oder dem Reiseveranstalter über den aktuellen Stand des Fluges zu informieren. Zudem werden Passagiere gebeten, ihr Handgepäck auf ein Minimum zu reduzieren, um die Kontrollen zu beschleunigen. (os mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wird laufend aktualisiert. *24hamburg ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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