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1. US-Airline bestellt Überschalljet: Von New York nach Frankfurt in 4 Stunden

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Von: Benjamin Stroka

Der Überschalljet in einem Computermodell.
Digitales Modell: So könnte der Überschalljet von United Airlines aussehen. © Boom Supersonic

Die US-amerikanische Fluggesellschaft United Airlines hat 15 Überschalljets bestellt. Ab 2029 sollen Passagiere in der halben Zeit befördert werden können.

Düsseldorf – Der letzte Linienflug eines Überschalljets ist fast 20 Jahre her. Damals, 2003, flog die legendäre Concorde zum letzten Mal. Nun könnten bald wieder Überschallflugzeuge in atemberaubender Geschwindigkeit Passagiere von A nach B bringen. Denn die US-amerikanische Fluggesellschaft United Airlines hat gleich 15 Überschalljets beim Hersteller Boom Supersonic in Auftrag gegeben. Von den bestehenden Fluggesellschaften war nur Japan Airlines schneller, sie haben bereits Absichtserklärungen für 20 Jets abgegeben.

Überschalljet „Ouverture“ soll ab 2029 Passagiere befördern

Das neue Überschallpassagierflugzeug trägt den Namen „Ouverture“ und könnte ersten Konzepten zufolge der Concorde relativ ähnlich sehen. Sobald die entsprechenden Sicherheits-, Betriebs- und Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllt seien, werde der Kaufvertrag bindend, wie United Airlines in einer Pressemitteilung bekannt gab. Zudem hat die Airline aus Chicago auch noch eine Option auf 35 weitere Überschalljets von Boom Supersonic. Der erste Jet soll 2025 fertig gebaut sein, 2026 den ersten Flugversuch wagen und ab 2029 Passagiere befördern.

Überschall-Jet: Von New York nach Deutschland in 4 Stunden

Die Ouverture soll in der Lage sein, Mach 1,7 schnell zu fliegen, also 1,7 Mal so schnell wie der Schall sein. Damit wäre der Jet ungefähr doppelt so schnell wie die aktuell schnellsten Passagierflugzeuge auf dem Markt. Laut United Airlines könnte der Überschalljet rund 500 Ziele weltweit in der Hälfte der bislang benötigten Zeit erreichen. Als Beispiel nennt die Airline die Strecke von Newark bei New York zum Flughafen Frankfurt in gerade mal vier Stunden oder von San Francisco nach Tokio in sechs Stunden. Insgesamt sollen in jedem Überschalljet Platz für 55 bis 88 Passagiere sein.

Ob auch das Rheinland und NRW profitieren? Träumen ist erlaubt. Zumindest in den 90ern flog United schon mal zum Flughafen Düsseldorf und sogar der Flughafen Köln/Bonn war mal einige Zeit mit Newark verbunden: Die Strecke flog Continental Airilines, die 2010 mit United Airlines fusionierte.

Überschalljet „Ouverture“: Fliegen mit 100 Prozent nachhaltigem Treibstoff

„United setzt seinen Kurs fort, eine innovativere und nachhaltigere Fluggesellschaft aufzubauen. Die heutigen Technologiefortschritte machen es realisierbarer, dass das auch Überschallflugzeuge umfasst“, sagt United-CEO Scott Kirby. Denn Voraussetzung für den Kauf ist, dass die Ouverture von Boom Supersonic mit zu 100 Prozent nachhaltigem Treibstoff fliegen kann. Damit wäre der Überschalljet laut der Fluggesellschaft „voraussichtlich das erste große Verkehrsflugzeug, das vom ersten Tag an kohlenstofffrei ist“. Boom wurde erst 2014 gegründet. Gemeinsam mit United Airlines hat sich der Hersteller laut Boom-Supersonic-Chef Blake Scholl das gemeinsame Ziel gesetzt, „die Welt sicher und nachhaltig zu verbinden“.

Auch ohne Überschallgeschwindigkeitsflugzeuge und trotz Corona-Pandemie buchen aktuell viele Menschen aus Deutschland ihren Sommerurlaub. Besonders beliebt sind dabei Reisen nach Mallorca, Italien, Griechenland und die Türkei. Dabei müssen allerdings einige Hinweise zur Ausreise und Einreise beachtet werden. (bs)

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