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Nach 9-Euro-Ticket: Bus und Bahn im VRR werden teurer – neue Preise im Überblick

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Von: Johanna Werning

Das Bus- und Bahnfahren wird teurer – zumindest im VRR-Bereich. Der Verkehrsverbund in NRW hat für Januar 2023 eine Preiserhöhung von 3,9 Prozent angekündigt.

Köln/Gelsenkirchen – Noch im August war das Bus- und Bahnfahren nicht nur günstig, der Ticketdschungel der einzelnen Verkehrsverbünde war auch übersichtlich – beides dank 9-Euro-Ticket. Doch damit ist seit dem 1. September Schluss. Die einzelnen Ticketpreise? Wieder deutlich teurer. Der Nachfolger des 9-Euro-Tickets? Immer noch unklar. Nun gibt es zumindest im VRR-Bereich eine Entwicklung. Fahrgäste dürften allerdings davon alles andere als begeistert sein: Denn statt einer Preissenkung gibt es eine saftige Tariferhöhung für die Ticketpreise im ÖPNV.

An einem neuen VRR-Fahrscheinautomaten kauft sich eine Bahnreisende ein Ticket.
Der VRR erhöht seine Ticketpreise (Symbolbild). © Roland Weihrauch/dpa

Nach 9-Euro-Ticket: VRR erhöht Ticketpreise – 3,9 % mehr pro Fahrkarte

„Steigende Kosten machen erheblichen zusätzlichen Finanzierungbedarf im Nahverkehr notwendig“, erklärt der VRR (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr) den Schritt. Beschlossen wurde eine Preiserhöhung der Tickets von durchschnittlich 3,9 Prozent – und das bereits zum 1. Januar 2023. Dabei wurden eigentlich schon in diesem Jahr die Ticketpreise im VRR-Bereich erhöht.

TicketPreis aktuellPreis ab 2023
Einzelticket Preisstufe K (Erwachsener)1,80 Euro1,90 Euro
4er-Ticket Preisstufe K (Erwachsener)6,30 Euro6,60 Euro
Schokoticket (Schüler-Monatsticket)38 Euro39,40 Euro
Bärenticket (Senioren-Monatsticket)92,9097,10 Euro

Laut VVR war die nun erneute Preiserhöhung aufgrund der steigenden Betriebs- und Personalkosten dennoch nötig. „Allein der zusätzliche, jährliche Finanzierungsbedarf zur Sicherung des Leistungsangebots im Verbundraum beträgt 500 Millionen Euro. Die für das kommende Jahr geplante Preisanpassung liegt deutlich unter der derzeitigen allgemeinen Inflationsrate“, heißt es Mitteilung Mitte September.

VRR: Fahrkarten werden teurer – was bedeutet das für 9-Euro-Nachfolger?

Und was bedeutet das für die potenziellen Nachfolger des 9-Euro-Tickets? „Die derzeitige Diskussion um eine weitere bundesweite Tarifinitiative hat der Verbund bei seinen Tarifentscheidungen natürlich im Blick. Solange sich Bund und Länder allerdings noch nicht geeinigt haben, werden wir formelle Beschlüsse fassen“, sagt José Luis Castrillo, Vorstand des VRR.

Das gelte auch für das Klimaticket. „Wenn die Rahmenbedingungen feststehen, werden wir unser Portfolio von Grund auf prüfen. Auch bei der weiteren Tarifinitiative des Bundes wird der VRR sicherstellen, dass alle Nahverkehrskund*innen profitieren“, sagt Castrillo. „Voraussetzung ist allerdings, dass gleichzeitig Finanzmittel von Bund und Land für die erheblichen Aufwandssteigerungen und Einnahmeausfälle zur Verfügung gestellt werden.“

VRR (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr): Bereich des Verkehrsverbunds

► Zum VRR-Bereich gehören 16 kreisfreie Städte und siebe Kreise. 

► Städte, die im VRR-Bereich liegen: Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Herne, Krefeld, Mönchengladbach, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen, Remscheid, Solingen, Wuppertal

► Kreise, die im VRR-Bereich liegen: Ennepe-Ruhr-Kreis, Kreis Kleve, Kreis Mettmann, Recklinghausen, Rhein-Kreis Neuss, Kreis Viersen, Kreis Wesel

VRR erhöht Preise – und fordert Gelder von Land und Bund

Bis dahin gilt jedoch die ab Januar geltende Tariferhöhung um durchschnittlich 3,9 Prozent. Denn „der VRR sieht die Bestandsverkehre zunehmend gefährdet. Um also das Verkehrsangebot für das kommende Jahr aufrechterhalten zu können, werden die Nutzer*innen in der aktuellen Situation einen Beitrag zur Finanzierung des Angebots der Unternehmen leisten müssen“, heißt es vom Betrieb mit Sitz in Gelsenkirchen. Die Preiserhöhung allein reiche dabei allerdings nicht aus.

VRR (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr)
Kundenservice: 0800 6504030
CEO:José Luis Castrillo (1. Jan. 2014–)
Hauptsitz:Gelsenkirchen
Gründung: 1980
Mitarbeiter:182
Rechtsform:Anstalt des öffentlichen Rechts
Unternehmensform: Körperschaft des öffentlichen Rechts

„Weitere erhebliche finanzielle Mittel seitens des Bundes und des Landes sind erforderlich“, fordert der VRR. Nur so könne das Angebot dauerhaft erhalten bleiben. „Vor dem Hintergrund der prekären Finanzsituation im ÖPNV fordern die VRR-Gremien den Bund und das Land NRW deshalb erneut auf, sich im Hinblick auf die Energiekosten- und sonstigen Aufwandssteigerungen kurzfristig über zusätzliche Finanzmittel für den Nahverkehr zu einigen.“ (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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