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Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) fährt Millionen durch Ruhrgebiet und Düsseldorf

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Von: Christian Beissel

Gelbe Busse auf Busspuren im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, daneben Autobahn
Busse auf Busspuren im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr © Marcel Kusch/dpa

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ist der größte Verbund in ganz Europa. 8,1 Millionen Menschen leben in der Region, pro Jahr werden mehr als eine Milliarde Fahrten von Fahrgästen unternommen.

Essen – Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, meistens mit VRR bezeichnet, ist ein Verbund für den öffentlichen Personennahverkehr in der Region Düsseldorf und Ruhrgebiet um den Fluss Ruhr herum in Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 2018 wurden mehr als eine Milliarde Fahrgäste befördert. Im Norden und Osten grenzt der VRR an den Westfalentarif, im Süden grenzt er an den Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und den Aachener Verkehrsverbund (AVV); im Westen grenzt der VRR an das Nachbarland Niederlande. Der VRR ist in Europa der einwohnerstärkste Verkehrsverbund, sein Gebiet ist der größte Nahverkehrsballungsraum Europas, etwa 8,1 Millionen Menschen leben hier. Der Sitz des VRR ist Essen, die Verwaltung ist in Gelsenkirchen. Der VRR wird von zwei Geschäftsführern geleitet, Ronald R.F. Lünser und José Luis Castrillo.

Karte des Verbundgebiets des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR)
Das Verbundgebiet des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) © VRR

Im Jahr 1980 haben sich 19 Städte, darunter Düsseldorf, Bochum, Essen, Dortmund, Krefeld, Mönchengladbach, Wuppertal, Gelsenkirchen und fünf Kreise zusammen mit den kommunalen Verkehrsunternehmen und der Deutschen Bahn zum Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) zusammengeschlossen.

Ziel des VRR: Abstimmung des öffentlichen Verkehrs unter allen Städten und Kreisen

Das wesentliche Ziel des Verbundes ist es, den Personennahverkehr primär auf der Schiene in der gesamten Region aufeinander abzustimmen und auszubauen. Da man zusammen größer als der jeweilige einzige ist, sollen so Vorteile bei der Ausschreibung von Leistungen, im Mobilitätsmanagement, der Koordination regionaler und lokaler Verkehrsangebote sowie der Planung, Ausgestaltung und Kontrolle des Personennahverkehrs erzielt werden. Da das Gebiet recht groß ist, soll eigentlich sichergestellt werden, dass Passagiere die längst mögliche Strecke auf einem Ticket zurücklegen können.

Noch in den achtziger Jahren gab es ein Tarifsystem mit fünf Stufen. Dabei konnten nur Fahrten bis zum 50 Kilometer auf einem Fahrschein zurückgelegt werden, darüber hinaus mussten meist zwei Tickets gekauft werden. Etwa 1990 wurde ein neues System eingeführt, das nur noch die drei Preisstufen A,B und C hatte. Ab da waren weit entfernte Fahrten auf einem Ticket möglich. Inzwischen gibt es vier Zonen, plus Kurzstrecke.

Gelber Fahrscheinautomat im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR)
Fahrscheinautomat im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) © Roland Weihrauch/dpa

Ein Ticket auf der Kurzstrecke hat eine Gültigkeit von 20 Minuten, in der Stufe A darf die Fahrt 90 Minuten dauern, in Stufe B schon 120 Minuten. Wer ein Ticket der Stufe C besitzt, kann 180 Minuten unterwegs sein, die höchste Stufe ist D mit 300 Minuten.

Die Monatstickets des VRR heißen Ticket1000, Ticket2000 und YoungTicket. Sie unterscheiden sich bei der Übertragbarkeit, dem Geltungsbereich am Wochenende, das YoungTicket ist ein Monatsticket, was nur Auszubildende erwerben können.

BärenTicket bietet viel Freizeitspaß für Senioren ab 60 im gesamten VRR-Gebiet

Für Senioren ab 60 Jahren gibt es das sogenannte Bärenticket, es hat eine Gültigkeit in der Preisstufe D, man kann also jedes Ziel im Verbund erreichen und darf sogar die 1. Klasse benutzen, wo sie verfügbar ist. Es kostet mehr als 90 Euro, berechtigt aber zur Mitnahme eines Erwachsenen und bis zu 3 Kindern unter 15 Jahre. Außerdem ist es jederzeit möglich, ein Fahrrad ohne zusätzliche Kosten mitzunehmen.

Das Ticket1000 kostet je nach Geltungsbereich zwischen 71,20 € und 190,30 Euro und man kann drei Kinder unter 15 Jahren mitnehmen. Es ist nicht übertragbar. Das Ticket2000 kostet zwischen 80,80 Euro und 205,80 Euro, ist übertragbar. In den Abendstunden und am Wochenende dürfen ein Erwachsener und bis zu drei Kinder unter 15 Jahren mitgenommen werden.

VRR: Einzelticket ab 17,70 Euro, durch den ganzen Verbund geht es für 15,70 Euro

Ein Einzelticket der Kurzstrecke ist beim VRR schon für 1,70 Euro zu haben. In der höchsten Preisstufe die kostet ein Einzelticket für Erwachsene 15,70 Euro. Wenn man lediglich 3 Stationen fahren will, das ganze unter 1,5 Kilometer, kann man den Kurzstreckentarif wählen. Die Preisstufe A gilt für Fahrten innerhalb eines Tarifgebietes, oder auch innerhalb von Städten, die aus 2 Tarifgebieten bestehen. Die Preisstufe B umfasst ein Tarifgebiet und meist alle Nachbartarifgebiete. Noch weiter geht es mit der Preisstufe C, diese umfasst 2 angrenzende Gebiete und in der Regel alle Nachbartarifgebiete. Mit der Preisstufe D können Sie jedes Ziel im gesamten Verbund erreichen.

Kundenservice: VRR bearbeitete 2018 mehr als 377.000 Eingaben der Kunden

1996 wurde im Zuge der allgemeinen Bahnreform innerhalb des VRR ein Zweckverband gegründet. Dieser Zweckverband „Verkehrsverbund Rhein-Ruhr“ hat die Aufgabe, zentral den Schienenverkehr für den gesamten Verbund zu planen und organisieren. Auch wurde in den vergangenen Jahren der Kundenservice kontinuierlich ausgebaut. 2018 haben sich 377.000 Mal Fahrgäste an den VRR gewandt, per Brief oder Email, die meisten allerdings telefonisch.

Als Verbund werden dabei alle unternehmerischen übergreifenden Aktivitäten koordiniert. Im Mittelpunkt steht dabei der gemeinsame Tarif für die Nutzung der Angebote. Neben dem Verbundtarif stehen der gemeinsame Vertrieb, das Marketing, die Kommunikation und am Ende die Einnahmeaufteilung im Fokus der Tätigkeit.

Ein Zug der Deutschen Bahn unterwegs am Bahnsteig.
Zug der Deutschen Bahn im Regionalverkehr © Martin Gerten/dpa

Wenn man innerhalb des Verbundes mit einer Verkehrsgesellschaft unterwegs ist, dabei aber in einen anderen Bereich fährt, ist durch Übergangstarife nur der Kauf eines Fahrscheins nötig. Solche Tarife gibt es nicht nur innerhalb des einen Verkehrsverbundes, sie werden auch mit den angrenzenden Verbündeten ausgehandelt, um die Preisstruktur für einen Fahrschein einfach und transparent zu machen. So ist der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) mit dem „EinfachWeiter“-Ticket befahrbar.

Hat der Fahrschein ausgedient? Tests mit dem VRR-eTarif übers Smartphone

Derzeit testet der VRR mit maximal 15.000 Kunden den sogenannten VRR-eTarif. Dabei wird über ein Smartphone die zurückgelegte Luftlinie ermittelt und entsprechend abgerechnet. Zu diesem Zweck muss sich der Fahrgast zu Beginn der Fahrt in einer bestimmten App einchecken, sobald er das Fahrzeug verlassen hat checkt er sich wieder aus, der Fahrpreis wird dabei automatisch ermittelt. Im Testbetrieb liegt der Fahrpreis dabei bei einem Grundpreis von 1,40 Euro, pro angefangenem Kilometer kommen noch einmal 0,26 Euro hinzu. Ähnliche Systeme mit dem ein- und auschecken sind auch schon in anderen Großstädten in Betrieb, zum Beispiel in Sydney in Australien. Wann der VRR den Testbetrieb in einen Regelbetrieb für alle Passagiere überführt, ist noch nicht bekannt.

VRR fährt rund 11.500 Haltestellen im Verbundgebiet an

Im Jahre 2018 konnte der VRR mit seinen Angeboten Einnahmen in Höhe von fast 1,1 Milliarden Euro verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr war das eine kleine Steigerung um fast 33 Millionen Euro.

Insgesamt 965 Verkehrslinien sind auf den Strecken des VRR unterwegs. 48 davon sind Eisenbahnlinien, inklusive 12 S-Bahnen. 20 Stadt -und Straßenbahnlinien und 894 Buslinien ergänzen das Angebot. Insgesamt werden mehr als 11.500 Haltestellen angefahren.(cb)

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