Unterwegs mit nur einem Tarif

Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg verbindet Köln und Bonn mit dem Umland

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Zug der Deutschen Bahn im Regionalverkehr
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Im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) haben sich die kommunalen Bus- und Bahnunternehmen zusammen geschlossen. Mehr als eine halbe Milliarde Fahrten werden pro Jahr angetreten.

  • Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) ermöglicht Fahrten durch Köln, Bonn und Umland mit einem Ticket
  • 1987 wurde der VRS gegründet, heute leben in seinem Gebiet 3,3 Millionen Menschen
  • 524 Linien von Bus und Bahn des Verkehrsverbund Rhein-Sieg fahren 7500 Haltestellen an

Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg, meistens mit VRS bezeichnet, ist ein Verbund für den öffentlichen Personennahverkehr in der Region Köln/Bonn im Süden von Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 2019 wurden mehr als eine halbe Milliarde Fahrgäste befördert. Im Norden grenzt der VRS an den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, VRR. Im Osten gibt es den Westfalentarif, im Süden grenzt der VRS an den Verkehrsverbund Rhein Mosel. Im Gebiet, das der VRS bedient, leben etwa 3,3 Millionen Menschen.

Verbundnetz des Verkehrsverbund Rhein-Sieg

Im Jahr 1987 haben sich die Städte Köln, Bonn und Leverkusen, die Kreise Rhein-Sieg-Kreis, Rhein-Erft-Kreis, Rheinisch-bergischer Kreis, Oberbergischer Kreis, die Stadt Monheim im Kreis Mettmann sowie die kommunalen Verkehrsunternehmen und die Deutsche Bahn zum Verkehrsverbund Rhein-Sieg zusammengeschlossen, die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) stellen dabei das größte lokale einzelne Unternehmen. Das wesentliche Ziel des Verbundes ist es, den Personennahverkehr primär auf der Schiene in der gesamten Region aufeinander abzustimmen und auszubauen. Da man zusammen größer als der jeweilige einzige ist, sollen so Vorteile bei der Ausschreibung von Leistungen, im Mobilitätsmanagement, der Koordination regionaler und lokaler Verkehrsangebote sowie der Planung, Ausgestaltung und Kontrolle des Personennahverkehrs erzielt werden.

Ziel des VRS: Gemeinsame Tarife, gemeinsames Marketing und gemeinsamer Vertrieb

Als Verbund werden dabei alle unternehmerischen übergreifenden Aktivitäten koordiniert. Im Mittelpunkt steht da bei der gemeinsame Tarif für die Nutzung der Angebote. Neben dem Verbundtarif stehen der gemeinsame Vertrieb, das Marketing, die Kommunikation und am Ende die Einnahmeaufteilung im Fokus der Tätigkeit. Der VRS wird von zwei Geschäftsführern geleitet, 2018 waren das Michael Vogel und Norbert Reinkober.

Wenn man innerhalb des Verbundes mit einer Verkehrsgesellschaft unterwegs ist, dabei aber in einen anderen Bereich fährt, ist durch Übergangstarife nur der Kauf eines Fahrscheins nötig. Solche Tarife gibt es nicht nur innerhalb des einen Verkehrsverbundes, sie werden auch mit den angrenzenden Verbündeten ausgehandelt, um die Preisstruktur für einen Fahrschein einfach und transparent zu machen. Seit 2008 kann man außerdem aus dem VRS-Netz heraus mit den dort ausgestellten Fahrscheinen das Tarifgebiet des Landkreises Ahrweiler nutzen, obwohl Ahrweiler nicht Mitglied im VRS ist. Bei dieser Möglichkeit gibt es allerdings Ausnahmen, Semestertickets, Schülertickets oder Jobtickets vom VRS werden im Landkreis Ahrweiler nicht anerkannt. Eine Ausnahme bildet lediglich das Semesterticket für Inhaber mit Wohnsitz im Landkreis Ahrweiler.

VRS Linien in Köln, Bonn, Rheinland

Insgesamt 524 Verkehrslinien sind auf den Strecken des VRS unterwegs. 23 davon sind Eisenbahnlinien, inklusive fünf S-Bahnen. 19 Stadt -und Straßenbahnlinien und 478 Buslinien ergänzen das Angebot. Insgesamt werden fast 7500 Haltestellen angefahren. Die wichtigsten Bahn-Verbindungen im VRS-Netz:

  • S-Bahn S1: (Dortmund – Bochum – Essen – Mülheim (Ruhr) – Duisburg – Düsseldorf – Hilden –) Solingen 
  • S-Bahn S6: (Essen – Düsseldorf –) Langenfeld – Leverkusen – Köln-Nippes [– Köln-Worringen]
  • S-Bahn S7: Solingen – Remscheid (– Wuppertal)
  • S-Bahn S11: (Düsseldorf – Neuss –) Dormagen – Köln – Bergisch Gladbach
  • S-Bahn S12: Horrem – Köln-Ehrenfeld – Köln Hbf – Siegburg/Bonn – Hennef – Au(Sieg) 
  • S-Bahn S19: Düren – Horrem – Köln-Ehrenfeld – Köln Hbf – Köln/Bonn Flughafen – Siegburg/Bonn – Au(Sieg) 
  • S-Bahn S23 / RB23: Bonn – Rheinbach – Euskirchen – Bad Münstereifel
  • RE1 RRX NRW-Express: Aachen – Düren – Köln – Leverkusen (– Düsseldorf) 
  • RE4 Wupper-Express: Aachen (– M’gladbach – Düsseldorf – Wuppertal – Hagen – Dortmund)  
  • RE5 RRX Rhein-Express: (Düsseldorf –) Leverkusen – Köln – Bonn – Bad Breisig (– Koblenz)
  • RE 6 RRX Rhein-Weser-Express: (Minden – Dortmund – Düsseldorf – Neuss –) Dormagen – Köln – Köln/Bonn Flughafen
  • RE7 Rhein-Münsterland Express: (Neuss –) Dormagen – Köln – Solingen (– Wuppertal)
  • RE8 Rhein-Erft-Express: (Mönchengladbach –) Grevenbroich – Köln – BN-Beuel – Neuwied (– Koblenz)
  • RE9 Rhein-Sieg-Express: Aachen – Düren – Köln – Siegburg/Bonn – Au (Sieg) – Betzdorf – Niederschelden (– Siegen)
  • RE12 Eifel-Mosel-Express: Köln – Euskirchen – Kall – Gerolstein (– Trier) 
  • RE22 Eifel-Express: Köln – Euskirchen – Kall – Gerolstein (– Trier) 
Zug der Deutschen Bahn im Regionalverkehr

VRS: Preistufen & Kurzstrecke

Insgesamt bietet der VRS zehn verschiedene Preisstufen an, allerdings sind nicht in jedem Gebiet alle Preisstufen verfügbar. Das günstigste Einzelticket für eine Kurzstrecke kostet zwei Euro, das teuerste 18,10 Euro. Das günstigste Monatsticket liegt bei 68,10 Euro und kann in der höchsten Preisstufe 7 bis zu 325,20 Euro kosten. Innerhalb einer Großstadt wie Köln kostet eine Einzelfahrt drei Euro. Zu diesem Preis ist allerdings von der Kölner Innenstadt aus auch der Flughafen Köln/Bonn erreichbar. Anders als an anderen Flughäfen fällt in Köln keine Sondergebühr für die Fahrt zum Flughafen an, der Airport ist in das normale Verbundnetz integriert.

80 Prozent aller Fahrten erfolgen auf einer Monatskarte oder einem anderen Zeitticket

An den Fahrgastzahlen kann man ablesen, wie der Öffentliche Personennahverkehr in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Im Jahr 2000 gab es 400 Millionen Fahrten, schon 2011 wurde die Zahl von 500 Millionen erreicht, im Jahr 2019 wurden 556 Millionen Fahrten innerhalb des VRS registriert. 80 Prozent der Fahrten werden auf Zeit auf Zeitkarten oder Abonnements vorgenommen. Etwa 454.000 Menschen besitzen ein Zeitticket. Wenn man von Fahrkarten spricht, dann denkt man meistens immer tatsächlich noch an ein Ticket aus dickerem Papier, was gestempelt wird. Seit vielen Jahren bietet der VRS auch ein Handyticket an.

Stirbt der Fahrschein aus Papier bald aus?

VRS: Rasantes Wachstum beim Handyticket

Im Jahre 2018 wurden fast 20 Millionen Euro über Handytickets generiert, 2019 verdoppelte sich dieser Umsatz noch mal auf 39 Millionen Euro. 7,9 Millionen Tickets wurden über das Handyticket verkauft. Derzeit testet der VRS mit mehr als 8000 Nutzern den sogenannten VRS-eTarif. Dabei wird über ein Smartphone die zurückgelegte Luftlinie ermittelt und entsprechend abgerechnet. Zu diesem Zweck muss sich der Fahrgast zu Beginn der Fahrt in einer bestimmten App einchecken, sobald er das Fahrzeug verlassen hat checkt er sich wieder aus, der Fahrpreis wird dabei automatisch ermittelt. Im Testbetrieb liegt der Fahrpreis dabei bei einem Grundpreis von 1,50 Euro, pro angefangenem Kilometer kommen noch einmal 0,15 Euro hinzu, bis zu einer Tageshöchstgrenze von 15 Euro. Ähnliche Systeme mit dem ein- und auschecken sind auch schon in anderen Großstädten in Betrieb, zum Beispiel in Sydney in Australien. Wann der VRS den Testbetrieb in einen Regelbetrieb für alle Passagiere überführt, ist noch nicht bekannt.

Der VRS hat 2019 fast 700 Millionen Euro eingenommen

Im Jahre 2019 konnte der VRS mit seinen Angeboten Einnahmen in Höhe von fast 700 Millionen Euro verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr war das eine Steigerung um fast 30 Millionen Euro, oder plus 4,5 Prozent Allerdings hatte es im Jahr 2019 auch eine Preiserhöhung in Höhe von 3,5 Prozent gegeben. (cb)

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