Weihnachten mit „Herr der Ringe“: 2 Stunden Regeln lesen, 20 Minuten spielen, 100 % Liebe
Ein Weihnachtsfest ohne Herr der Ringe ist für uns undenkbar. Jedes Jahr quälen wir uns stundenlang durch die Reise durch Mittelerde und die Anleitung.
Weihnachten ohne „Herr der Ringe“ ist bei uns, wie für einen Hobbit kein zweites Frühstück – unvorstellbar. Doch unsere Tradition geht über das bloße Filmeschauen hinaus. Neben den epischen Schlachten von Aragorn, Legolas und Gimli wagen wir uns jedes Jahr auch selbst nach Mittelerde – mit dem Brettspiel „Reise durch Mittelerde“. Klingt episch, oder? Ist es auch … bis auf eine Kleinigkeit: Bevor wir Helden spielen können, müssen wir uns erstmal stundenlang durch die Anleitung arbeiten. Und genau das macht es für mich perfekt.
Ein Weihnachten voller Mittelerde: Filme, Futter und ein rechentechnischer Haken
Bei uns fängt alles ganz harmlos an. Der Baum ist geschmückt, mein 20 Euro Geheimtipp-Geschenk beglückt, die leckere Weihnachtsgans nach Blitz-Rezept dampft auf dem Tisch, und im Hintergrund hören wir die ersten Klänge des „Herr der Ringe“-Soundtracks. Und so ist es Tradition, dass wir irgendwann einschlafen – vollgefressen und zufrieden – und nie mitbekommen, wie Aragorn die Eidbrecher freilässt oder wie sich niemand vor den Hobbits verneigt.
Der rettende Stimmungskiller: Dann durchbricht jemand die besinnliche Stille und fordert alle zu unvorstellbarer Höchstleistung auf. Wir kramen noch trunken vom Glühwein das gefürchtete „Der Herr der Ringe“-Spiel aus dem Schrank. Erst jetzt, jetzt ist Weihnachten komplett.

Unsere Reise durch Mittelerde: Das Spiel – ein Mix aus Brettspiel und App – verspricht uns, die Hauptrollen in unserer eigenen Mittelerde-Geschichte zu übernehmen. Klingt nach einem Traum, oder? Für die schnelle Übersicht hier die Highlights von „Reise durch Mittelerde“:
- Kooperatives Gameplay: Alle spielen zusammen gegen Sauron, keine Gegner untereinander.
- App-Unterstützung: Zufällige Spielfeldgestaltung, Szenarien und epische Musik.
- Vielfältige Charaktere: Wählt aus Figuren wie Aragorn, Legolas oder unbekannten Helden.
- Modularer Aufbau: Jede Karte wird individuell während des Spiels erstellt.
- Erweiterungen: Neue Abenteuer und Figuren sorgen für frischen Wind.
Aber bevor wir die Würfel schwingen und Orks metzeln können, wartet eine Quest auf uns, die selbst Gandalf ins Schwitzen bringen würde: die Anleitung lesen.
Weihnachten mit „Herr der Ringe“: 2 Stunden Regeln lesen, 20 Minuten spielen, 100 % Liebe
Weil wir das Spiel nur einmal im Jahr spielen, ist unser Regelwissen – wie soll ich sagen – lückenhaft. Also sitzen wir jedes Jahr aufs Neue wie die Mitglieder des Rates von Elrond am Tisch und studieren die seitenlangen Schriften der Spieleentwickler. Es dauert nicht lange, bis wir uns fragen, ob Gandalf mit „Ihr Dummköpfe“ wirklich nur Pippin meinte oder auch uns.
Wenn es dann endlich losgeht, passiert Magisches: Unsere Familie wird zur Gefährten-Truppe. Mama, die sonst selten ein Brettspiel anrührt, würfelt plötzlich wie ein echter Champion und metzelt Orks, als hätte sie Rohan im Blut. Ich, der Regel-Leser vom Dienst, erklärt zwischendurch, warum die Bewegungsrate des Zwergs doch zwei statt drei Felder beträgt – auch wenn mich danach niemand gefragt hat. Und Papa, der den Anführer der freien Völker Mittelerdes spielt? Der scheitert regelmäßig an einem Geschicklichkeitstest, weil die Würfel ihn verraten. Baumklettern wie Legolas? Nicht mit seiner Würfel-Glückssträhne.

Der weihnachtliche Geist von Mittelerde
Warum tun wir uns das jedes Jahr an? Ganz einfach: Weil es uns zusammenbringt. „Reise durch Mittelerde“ ist nicht nur ein Spiel, sondern ein gemeinsames Abenteuer. Es gibt keine Verlierer, nur eine Familie, die zusammenarbeitet, um Saurons Schergen zu besiegen. Aber selbst beim „Verlieren“ geht die Geschichte weiter, nur halt mit einer anderen Quest und einem epischen Schwert weniger im Inventar. Die Spielerfinder wussten genau, dass wir keine Profis sind und uns jedes Jahr neu herantasten müssen.
- Durch Erweiterungen wird oder bleibt Reise durch Mittelerde auch frisch für alle, die schneller als wir vorankommen.
- Es gibt neue Szenarien und Charaktere mit einzigartigen Fähigkeiten, die in die Gratis-App geupdatet werden (sogar neue, fiese Feinde).
- Wer es ganz erst nimmt, sollte die Spielfiguren wie Warhammer 40k-Mini bemalen und personalisieren.
Falls ihr auch „Herr der Ringe“ liebt und nach einer neuen Weihnachtstradition sucht, probiert es aus! „Reise durch Mittelerde“ ist wie ein interaktiver Filmabend – mit euch in den Hauptrollen. Garantiert besser als der neue Herr der Ringe Filme, der aus einem Grund flopt. Und wer weiß? Vielleicht könnt ihr ja besser Würfeln als ich. Also, packt die Regeln aus, stellt euch leckere Weihnachtsgebäck bereit, und wagt euch in die Tiefen von Moria.