Mehr Zecken erwartet aufgrund von milden Temperaturen
Das FSME-Risiko in Deutschland soll in diesem Jahr steigen. Laut Expertinnen und Experten führt der milde Winter dazu, dass sich Zecken weiter ausbreiten und das Virus verteilen.
FSME ist die Abkürzung für Frühsommer-Meningoenzephalitis – eine Virusinfektion, die vor allem Zecken auf den Menschen übertragen. Da Zecken mittlerweile das ganze Jahr über aktiv sind, ist eine ganzjährige Ansteckung möglich. In Gebieten, in denen besonders viele Zecken vorkommen, empfehlen Ärztinnen und Ärzte daher auch eine FSME-Impfung. Diese gewinnt besonders an Bedeutung mit Blick auf die steigenden Zeckenzahlen in 2024: Aufgrund immer wärmerer Winter haben Expertinnen und Experten der Universität Hohenheim deutlich mehr Zecken auf Deutschlands Wiesen und in Wäldern prognostiziert.
Auch Norden und Osten Deutschlands betroffen

Dass immer mehr Zecken unterwegs sind, lässt sich gut an den steigenden FSME-Zahlen sehen. Zwar sind diese im Jahr 2023 zurückgegangen, sagt Dr. Rainer Oehme, Laborleiter des Landesgesundheitsamts im Ministerium für Gesundheit in Baden-Württemberg. Auf der Pressekonferenz der Universität Hohenheim macht er aber auch klar, dass diese Zahlen zu kurz greifen. Denn wer auf den langfristigen Trend blicke, der sehe, dass die FSME-Fälle kontinuierlich zunehmen.
Das Problem dabei ist, dass Zecken aufgrund der milden Winter keine Winterpause mehr einlegen. Das bedeutet, dass sie das ganze Jahr über aktiv sind und Stiche des Europäischen Holzbocks oder der Auwaldzecke praktisch immer möglich sind. Laut gesundheitsinformtion.de kommen Zecken immer noch hauptsächlich in den südlichen Bundesländern Deutschlands vor. Doch die Universität Hohenheim warnt, dass auch vermehrt im Osten und Norden FSME-Fälle auftreten. Die Anzahl sei noch nicht zu vergleichen mit denen im Süden, sie sei dennoch stetig steigend.
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Impfung auch für Kinder wichtig
Gegen das FSME-Virus gibt es eine Impfung, die Expertinnen und Experten empfehlen. Sie kann vor schweren Verläufen schützen. Langzeitfolgen einer FSME-Erkrankung können beispielsweise sein:
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Probleme beim Gehen
- Probleme mit dem Gleichgewicht
Die Infektion sollte also keiner unterschätzen. Und auch Kinder sind nicht vor schweren Verläufen geschützt, eine Impfung wird für sie daher von Ärztinnen und Ärzten besonders im Süden Deutschlands empfohlen. Neben FSME können Zecken auch Borreliose übertragen. Diese bakterielle Infektion wird mit Antibiotikum behandelt.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.