Dreimal Pommes pro Woche verstärkt bestimmtes Risiko enorm – laut Studie

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Von: Silke Böttcher

Pommes sind beliebte Snacks, aber wie gesund sind sie tatsächlich? Eine Studie offenbart, wie sich der sehr häufige Genuss auf die Gesundheit auswirkt.

Frankfurt – Goldgelb und knusprig – so mögen die meisten Menschen ihre Pommes. Und mancher würde sie am liebsten jeden Tag essen. Oder zumindest mehrmals pro Woche. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass das keine gute Idee ist. In einer Studie untersuchten sie, wie sich häufiger Genuss der Kartoffelstäbchen auf die Gesundheit auswirkt.

Pommes frites liegen auf Butterbrotpapier auf einem Holzteller, daneben stehen Schalen mit Ketchup und Mayonnaise.
Pommes sind sehr beliebte Snacks. (Symbolfoto) © IMAGO/Zoonar.com/Katsiaryna Hurava

Die Forscherinnen und Forscher entdeckten, dass drei Portionen Pommes pro Woche das Risiko für Typ-2-Diabetes um etwa 20 Prozent erhöhen. In der Erhebung, die im „British Medical Journal“ veröffentlicht wurde, analysierten sie drei amerikanische Kohortenstudien und eine Meta-Analyse mit insgesamt 205.107 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ziel war, Zusammenhänge zwischen dem Kartoffelkonsum und dem Risiko für Typ-2-Diabetes zu erkennen.

Studie: Wie wirkt sich regelmäßiger Pommes-Genuss auf die Gesundheit aus?

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erkannten, dass das Risiko für Diabetes Typ 2 um 20 Prozent steigt, wenn man drei Portionen Pommes pro Woche isst. Beim Genuss von drei Portionen Kartoffeln in anderen Zubereitungsformen (etwa gebacken, gekocht oder püriert) steigt das Risiko mit fünf Prozent nur leicht an.

Kartoffeln sind in den vergangenen Jahren in den Ruf geraten, das Diabetes-Risiko zu erhöhen, so die Forschergruppe, deren Mitglieder unter anderem aus den Universitäten Cambridge und Harvard kommen. Allerdings sei bisher die Zubereitungsart nicht berücksichtigt worden. Das gilt auch für andere kohlenhydratreiche Lebensmittel, die häufig als Ersatz für Kartoffeln genutzt werden. Mit der aktuellen Studie haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das jetzt korrigiert.

Warum erhöht regelmäßiger Pommes-Genuss das Diabetes-Risiko?

Als Grund geben die Forscherinnen und Forscher an, dass für die Zubereitung von Pommes Fette und Salz eingesetzt werden. Hinzu kommen Stoffe, die beim Frittieren entstehen. Liegt statt der Kartoffelstäbchen beispielsweise Kartoffelpüree auf dem Teller, gibt es laut der Studie kein signifikant erhöhtes Risiko.

Vollkornprodukte statt Kartoffeln – das sagen die Forscher

Viele Menschen ersetzen Kartoffeln durch andere Lebensmittel. Wer statt Pommes Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Gemüse auf dem Teller hat, senkt sein Diabetes-Risiko. Allerdings ist nach Angaben der Wissenschaftler weißer Reis als Ersatz für gebackene, gekochte oder pürierte Kartoffeln mit einem höheren Diabetes-Risiko verbunden.

Die Wissenschaftler betonen, dass weitere Forschungen nötig sind. Die Erkenntnisse aus der Studie zeigten aber, dass Vollkornprodukte für eine gesunde Ernährung wichtig sind und Diabetes Typ 2 vorbeugen können.

Diabetes

In Deutschland leiden etwa elf Millionen Menschen unter Diabetes. Bei 9,1 Millionen davon wurde Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Die Dunkelziffer liegt allerdings deutlich höher – mindestens zwei Millionen Betroffene wissen bisher nicht, dass sie an Diabetes erkrankt sind. Während Menschen, die unter Typ-1-Diabetes leiden, ihr ganzes Leben lang Insulin zuführen müssen, ist Diabetes Typ 2 heilbar – etwa durch eine Umstellung der Ernährung und mehr Bewegung.

Sind Kartoffeln nun rehabilitiert?

Sind Kartoffeln jetzt rehabilitiert? Das kommt darauf an, sagen die Wissenschaftler in einem Editorial zur Studie. Es sei wichtig, die Zubereitungsmethoden mit einzubeziehen. Der Befund entspreche den beobachteten Zusammenhängen zwischen einem hohen Konsum hoch verarbeiteter Lebensmittel und einem hohen Risiko für Diabetes Typ 2. Pommes seien hoch verarbeitet, während gebackene, gekochte oder pürierte Kartoffeln oft nur minimal verarbeitet seien. Die so zubereiteten Kartoffeln können aufgrund ihrer relativ geringen Umweltbelastung und ihrer gesundheitlichen Auswirkungen (Kartoffeln sind reich an Ballaststoffen, Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen) Teil einer gesunden und nachhaltigen Ernährung sein. Aber: Vollkornprodukte sollten weiterhin Priorität haben, so die Forscher.

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