Wie das Ende der Fastenzeit gelingt – und warum es so viele unterschätzen

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Von: Constanze Julita

Personen decken lächelnd einen Tisch.
Ostern läutet das Fastenende ein, doch der Körper benötigt noch etwas Zeit, bevor er wieder alles verträgt. © Bonninstudio/Westend61/IMAGO

Vierzig Tage Verzicht – und dann alles auf einmal? Dr. Gerd Wirtz klärt auf: Wer nach dem Fasten zu schnell isst, verschenkt den größten Effekt.

Der Ostersonntag duftet nach Hefezopf, Schokoladeneiern und dem ersten Braten seit Wochen. Nach vierzig Tagen Verzicht ist der Impuls verständlich: endlich wieder alles essen, sofort und in vollen Zügen. Doch genau dann sollten Sie innehalten. Im Gespräch mit Neurphysiologe Dr. Gerd Wirtz zeigt sich, dass der Moment nach dem Fasten genauso entscheidend ist wie das Fasten selbst.

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Nicht weniger essen, sondern bewusster: Intervallfasten setzt auf gezielte Pausen statt Verzicht. Dieser Ratgeber erklärt, welches Modell zu welchem Lebensstil passt, und was der Körper dabei wirklich braucht – hier können Sie das PDF kostenlos herunterladen.

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Das Ratgeber-PDF zum Intervallfasten können Sie kostenlos in der PDF-Bibliothek herunterladen. © IPPEN.MEDIA/IMAGO/Westend61

Der Körper hat aufgeräumt – jetzt braucht es Geduld

Wer in der Fastenzeit konsequent auf bestimmte Nahrung verzichtet, die Kalorien reduziert oder nur zu bestimmten Zeiten gegessen hat, hat seinem Körper etwas Besonderes gegönnt: Zeit für Reparatur. Zellabfälle wurden abgebaut, der Insulinspiegel stabilisiert, die Verdauung entlastet. Dr. Gerd Wirtz beschreibt diesen Zustand als „biologisches Trainingslager“, wobei der Körper Prozesse durchlaufen hat, die im normalen Alltag schlicht keine Chance bekommen. Umso wichtiger ist es, diesen Effekt nicht mit dem ersten Festtagsessen zu torpedieren.

„Es ist natürlich keine gute Idee, am Abend sein Fasten zu beenden und am nächsten Mittag eine Schweinshaxe zu essen“, sagt Wirtz. Stattdessen empfiehlt er, die Kalorienzufuhr ganz langsam wieder zu steigern, nicht als Strafe, sondern als Respekt gegenüber dem, was der Körper gerade geleistet hat.

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Was nach dem Fasten auf den Teller kommen sollte – und was nicht

Der erste Tag nach dem Fasten ist kein Tag für Experimente. Wer Fleisch essen möchte, beginnt besser mit Hühnchen statt Lamm- oder Schweinebraten. Statt Pizza empfiehlt Wirtz Vollkornnudeln oder Hülsenfrüchte. Also Lebensmittel, die den Verdauungstrakt sanft wieder in Gang bringen, ohne ihn zu überfordern. Die Faustregel lautet: langsam steigern, dabei auf das eigene Wohlbefinden hören.

Das bedeutet nicht, das Osterfest asketisch zu begehen. Es geht vielmehr darum, bewusst zu wählen und zu genießen, was auf den Tisch kommt. Denn wer nach Wochen des Verzichts zum ersten Mal wieder in einen Apfel beißt, erlebt oft eine echte Überraschung. Wirtz erklärt das mit der Sensibilisierung der Geschmacksknospen: Wer den Gaumen wochenlang nicht mit Zucker, Fett und Aromen überflutet hat, nimmt Geschmack wieder in seiner ursprünglichen Intensität wahr.

Zur Person

Dr. Gerd Wirtz ist Neurophysiologe, Medizinmoderator, Bestsellerautor und Keynotespeaker. Er gilt als einer der führenden Experten für Digital Health und Longevity. In Seminaren sowie Coachings vermittelt er wissenschaftlich fundierte Strategien, um Gesundheit zu erhalten, die Lebensspanne zu verlängern sowie die Lebensqualität zu steigern. Sein aktuelles Buch „Der Longevity Kompass“ bietet praxisnahe Tipps für ein langes, gesundes Leben.

Dr. Gerd Wirtz.
Dr. Gerd Wirtz © Dr. Gerd Wirtz

Bewusstes Essen als bleibender Effekt

Das Fastenbrechen ist auch ein psychologischer Moment. Viele berichten, dass sie nach einer Fastenphase automatisch achtsamer essen – nicht weil sie müssen, sondern weil sich ihr Verhältnis zu Hunger und Sättigung verändert hat. Wirtz bestätigt das aus eigener Erfahrung: Heißhungerattacken werden seltener, die Bereitschaft wächst, auf den Körper zu hören statt auf den nächsten Snack.

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