Ohrenschmalz: Finger weg von Wattestäbchen!

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Von: Anna Katharina Küsters

Jeder Mensch hat Ohrenschmalz im Ohr und das ist auch gut so. Zumal der Schmalz Sie nicht nur schützt, sondern auch etwas über Ihre Gesundheit verrät.

Er ist gelblich, klebt und riecht streng: Auf Ohrenschmalz ist selten jemand stolz. Dabei gehört er zum Körper wie andere Flüssigkeiten auch und erfüllt wichtige Aufgaben für unsere Gesundheit. Lediglich Überhandnehmen sollte er nicht, denn dann verstopft er die Gehörgänge und kann das Hörvermögen beeinträchtigen. Wir verraten, wie Sie Ihre Ohren am besten säubern, ohne sich dabei zu verletzen.

Auf die Farbe kommt es an

Eine Ärztin behandelt eine Patientin.
Eine HNO-Ärztin kann den Ohrenschmalz entfernen. © NomadSoul/Imago

Sich im Ohr zu kratzen ist gesellschaftlich nicht sehr angesehen, aber in einem unbeobachteten Moment wandert der Finger sicherlich bei jedem von Zeit zu Zeit zum Ohrinneren. Was dann zu Tage kommt, ist meist ziemlich unansehnlich: eine klebende, gelbliche Substanz. Ist sie wirklich gelblich, weißlich oder gräulich gefärbt, ist das aber ein Grund zur Freude. Denn das bedeutet laut ZDFInfo, dass im Ohr alles in Ordnung ist.

Kritisch ist es, wenn der Ohrenschmalz beispielsweise grünlich gefärbt ist. Das deutet auf eine Infektion hin. Auch rötlich ist schlecht, denn dann kann eine Verletzung im Ohr vorliegen. Bei orangem oder braunem Ohrenschmalz besteht kein Grund zur Sorge, denn dieser Ohrenschmalz ist lediglich etwas älter.

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So entsteht Ohrenschmalz

Neben der Farbe, die einem etwas über die Gesundheit verrät, erfüllt Ohrenschmalz aber auch noch andere Aufgaben. Laut dem Gesundheitsinformationsdienst zählen dazu zum Beispiel:

  • Säuberung des Gehörgangs zwischen Ohrmuschel und dem Trommelfell
  • Schutz vor Infektionen des Gehörgangs

Da sich die Haut ständig schuppt, bleiben auch im Gehörgang überschüssige Hautschuppen zurück. Diese Schuppen in Kombination mit Dreck müssen regelmäßig aus dem Ohr heraus. Dafür hat der Körper sich einen Selbstreinigungsmechanismus überlegt: Ohrenschmalz.

Der Gehörgang trocknet nicht aus und bleibt geschmeidig, da die Ohrschmalzfettdrüsen unter anderem Fette absondern. Diese Fette helfen auch dabei, den Säureschutzmantel im Ohr gesund und aufrecht zu erhalten. Gemeinsam mit den Hautschuppen und dem Dreck von außen bilden die Fette den Ohrenschmalz. Den treiben Bewegungen unseres Unterkiefers Richtung Ohrausgang. Wichtig ist, dass die Masse an Ohrenschmalz immer individuell ist und nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun hat. So produzieren besonders Männer und ältere Menschen mehr von dem gelben Sekret.

Richtige und sanfte Reinigung der Ohren

Die Wattestäbchen müssen im Schrank bleiben, denn die haben im Ohr nichts verloren. Das Problem an dieser Art der Reinigung: Sie schieben einen Teil des Ohrenschmalzes immer weiter ins Innere des Ohres, nur einen kleineren Teil befördern Sie nach draußen. Aus dem innenliegenden Teil kann sich mit der Zeit ein Pfropfen bilden, der sich entzündet. Zudem können Sie mit einer falschen Bewegung Ihr Trommelfell verletzen, was sehr schmerzhaft ist.

Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte empfiehlt insbesondere Menschen mit einer starken Ohrenschmalzproduktion, sich das Sekret alle drei bis sechs Monate von einem HNO-Arzt professionell entfernen zu lassen. Entstehen Pfropfen im Ohr, kann das das Hörvermögen deutlich senken.

Wer weniger Ohrenschmalz produziert, kann sich nach dem Duschen mit einem weichen Kosmetiktuch das Ohr auswischen. Bei größeren Mengen hilft es auch, Ohrenschmalz einzuweichen. Dafür erwärmen Sie beispielsweise Olivenöl und beträufeln damit Ihr Ohr. Nach einiger Einwirkungszeit sollte sich der Schmalz dann leicht und schmerzfrei entfernen lassen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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