Wie (un)gesund ist Toastbrot? Ernährungsmediziner erklärt, worauf es ankommt

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Von: Constanze Julita

Zwei gebräunte Scheiben Toast in einem Toaster.
Praktisch, günstig, beliebt – allerdings ist Toastbrot nicht immer gesund. © IMAGO/imagebroker

Toastbrot gehört für viele zum Frühstück dazu, aber ist das wirklich gesund? Stiftung Warentest und ein Ernährungsmediziner zeigen, welche Sorte die bessere Wahl ist.

Toastbrot ist das beliebteste Brot in Deutschland. Weit vor Graubrot und Vollkornbrot führte es laut Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks die Verkaufsrangliste im Jahr 2024 mit rund 28 Prozent an. Zwar ist Toastbrot praktisch und günstig, doch wie steht es um die Gesundheit? Stiftung Warentest und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Matthias Riedl zeigen, worauf Sie achten sollten.

Günstiges Discounter-Toastbrot schlägt Bio – und ein Produkt fällt komplett durch

24 Toastbrote wurden von Stiftung Warentest unter die Lupe genommen. Darunter Sandwichtoast, Vollkorntoast und Buttertoast von Aldi, Lidl, Edeka, Rewe, Kaufland, Golden Toast, Harry und Pågen mit Preisen zwischen 17 Cent und einem Euro pro 100 Gramm. Edekas Eigenmarke „Gut & Günstig Vollkorn Toast“ landet mit der Note 2,1 auf Platz eins. Der „Goldähren Vollkorn Toast“ von Aldi folgt mit der 2,2. Auf Platz 3 ist „Sammy‘s Super Sandwich“ von Harry.

Vollkorntoast vs. Weißtoast: Was steckt wirklich drin?

Das Testergebnis überrascht kaum, wenn man einen Blick auf die Nährwerte wirft: Die Gewinner sind fast ausnahmslos Vollkornprodukte. Das ist kein Zufall, denn der entscheidende Unterschied liegt im Ballaststoffgehalt.

Herkömmlicher Weißtoast besteht aus stark verarbeitetem Weizenmehl. Dabei werden Keimling und Getreideschale entfernt – und damit ein Großteil der Ballaststoffe, B-Vitamine und Mineralstoffe. Was bleibt, ist eine schnell verdauliche Stärke. Und wer glaubt, dunkler Toast sei automatisch Vollkorn, liegt falsch: Dunkle Farbe lässt sich durch Melasse erzeugen – ohne ein Gramm mehr Vollkornmehl. Daher lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste.

Warum Weißtoast so hungrig macht

Weißtoast lässt den Blutzucker schnell ansteigen, und genauso schnell wieder abfallen. Daraus resultiert Hunger, obwohl gerade erst gegessen wurde. Mehrere große Studien belegen, dass Vollkornprodukte den Blutzucker deutlich gleichmäßiger ansteigen lassen als Weißmehlprodukte (Studie 1, Studie 2). Zudem zeigt eine Auswertung von mehr als 100.000 Teilnehmenden, dass eine dauerhafte Aufnahme von zu vielen schnell verdaulichen Kohlenhydraten ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes und Herzerkrankungen birgt.

Für den Alltag bedeutet das: Wer morgens zwei Scheiben Weißtoast isst, ist oft schneller wieder hungrig als gedacht – und greift zur dritten und vierten Scheibe. Wer es besser machen will, steigt auf Vollkorntoast um.

Stille Entzündungen: Wie Ballaststoffe dagegen wirken

Die mediterrane Ernährung zählt zu den gesündesten Ernährungsformen. Sie setzt auf frische, unverarbeitete, ballaststoffreiche Lebensmittel – allen voran Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn und Obst. Daneben Fisch und kaltgepresstes Olivenöl, verfeinert mit Kräutern und Knoblauch. Fleisch, Milchprodukte, Weißmehl und Zucker kommen nur selten auf den Teller. Unseren kostenlosen Ratgeber können Sie hier als PDF herunterladen:

Mediterrane Ernährung – der umfangreiche Ratgeber

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Wer dauerhaft wenig Ballaststoffe isst, riskiert mehr als nur Blutzuckerschwankungen. Ballaststoffe aus Vollkornprodukten ernähren die nützlichen Bakterien im Darm – und ein gesundes Darmmikrobiom wirkt sich direkt auf Entzündungsprozesse im Körper aus. Studien zeigen, dass eine ballaststoffreiche Ernährung den Marker im Blut für chronische Entzündungen senken kann. Eine Auswertung von fast 250 Studien im Fachjournal The Lancet kommt zu dem Schluss: Wer täglich ausreichend Ballaststoffe zu sich nimmt, senkt das Risiko für Herzerkrankungen, Typ-2-Diabetes und Darmkrebs messbar.

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Preview PDF „Antientzündliche Ernährung“.
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Laut Prof. Dr. Riedl werden viele entzündungsfördernde Lebensmittel im Alltag unterschätzt:

  • Helle Backwaren und die damit einhergehende chronisch geringe Ballaststoffzufuhr
  • Fruchtsäfte und Smoothies (trotz ihres gesunden Images)
  • Omega-6-reiche Pflanzenöle wie Sonnenblumenöl
  • Täglicher Konsum von rotem Fleisch – besonders stark gebraten oder gegrillt

Antientzündlich essen im Alltag

Wer gezielt gegensteuern möchte, muss nicht radikal umstellen. Schon kleine Änderungen helfen: Vollkorntoast statt Weißtoast ist ein einfacher erster Schritt.

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Dazu passen antientzündliche Lebensmittel wie Olivenöl, Beeren, Nüsse, Hülsenfrüchte und fetter Fisch. Sie liefern Omega-3-Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien, die bei stillen Entzündungen im Körper helfen können.

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