Was geschieht mit einem Menschen, wenn er stirbt?

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Von: Silke Böttcher

Welche körperlichen Prozesse setzen ein, wenn das Lebensende naht? Wie verläuft der Sterbeprozess, und welche Merkmale begleiten ihn?

Frankfurt – Das Sterben gehört zu den Themen, die mit Ängsten und vielen Fragen verbunden sind. Vor allem Angehörige möchten gern wissen, was der Sterbende wahrnimmt und ob er spürt, wenn er gestreichelt wird. Wann beginnt der Sterbeprozess überhaupt, und wie verläuft er?

In der Präterminalphase ist ein vergleichsweise normales Leben noch möglich

Die erste Phase im Sterbeprozess wird nach Information des Dachverbandes Hospiz Österreich auch als Präterminalphase bezeichnet. Sie trifft Menschen, die schwer krank sind. Noch können sie ein vergleichsweise normales Leben führen, aber mit Voranschreiten der Krankheit lassen ihre Fähigkeiten nach, bis sie schließlich pflegebedürftig sind. Diese Phase kann einige Monate, aber auch Jahre dauern.

Ein Mann hält einer im Bett liegenden Frau die Hand.
Sterbende Menschen nehmen Streicheln noch wahr. (Symbolfoto) © Ute Grabowsky/photothek.net

In der Terminalphase werden Betroffene bettlägerig

Einige Menschen können geheilt werden, bei anderen nehmen die Beschwerden immer mehr zu. Bei ihnen beginnt die Zeit, die nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Bestatter (BDB) als Terminalphase bezeichnet wird. Die betroffenen Menschen fühlen sich geschwächt, einige können das Bett nicht mehr verlassen, ihr Immunsystem baut immer mehr ab. Das Atmen fällt schwer, einige können sich nicht mehr gut konzentrieren, andere leiden unter Angstgefühlen.

Angehörige, die helfen möchten, können in einem „Letzte-Hilfe-Kurs“ lernen, wie sie die oder den Sterbenden am Lebensende begleiten können.

Organe beginnen, ihre Funktion einzustellen

„Finalphase“ wird die Zeit vor dem Tod eines Menschen dem BDB zufolge genannt. Sie beginnt einige Stunden, bevor er seinen letzten Atemzug nimmt. Zuerst beginnen die lebenswichtigen Organe – Herz, Niere, Lunge – damit, langsam ihre Funktion einzustellen. Das Bewusstsein schwindet, der Mensch ist verwirrt. Hunger oder Durst merkt er nicht mehr. Häufig färben sich Beine und Füße blau, sie werden kalt. Auch die Lippen färben sich blau. Der Puls beginnt, schneller und dann schwächer zu werden. Nur noch die wichtigsten Organe werden mit Blut versorgt. Der Atem ist hörbar – er klingt wie ein Röcheln. Für Angehörige sind diese Geräusche, die von Medizinern als „Todesrasseln“ bezeichnet werden, sehr beängstigend.

Sarg oder Urne

In Deutschland können sich Menschen oder ihre Angehörigen zwischen einer Erdbestattung (im Holzsarg) oder einer Feuerbestattung (hier werden die Verstorbenen im Krematorium verbrannt und ihre Asche dann in eine Urne gefüllt) entscheiden. Entsprechend unterschiedlich sind die Begräbnisstätten.

Noch relativ neu sind Friedwälder. Dort finden Verstorbene meist unter alten Bäumen ihre letzte Ruhe. Klassische Gräber mit Blumen gibt es hier nicht. Die Urnen bestehen aus biologisch abbaubarem Material. An den Bäumen werden kleine Namenstafeln angebracht.

Streicheln und Stimmen werden noch wahrgenommen

Die Betroffenen selbst spüren nur noch wenig davon. Weil der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, trübt sich ihr Bewusstsein ein. Trotzdem merken sie, wenn jemand bei ihnen ist, mit ihnen spricht oder sie streichelt. Das liegt daran, dass ihr Hör- und Tastsinn immer noch erhalten bleibt.

Kurz vor dem letzten Atemzug durchfluten Hormone das Gehirn. Warum das so ist, wissen Forscher bislang nicht.

Abschied nehmen

Der Tod des Menschen muss von einem Arzt bestätigt und die Ursache in die Totenbescheinigung geschrieben werden. Danach kümmern sich Bestatter um den Verstorbenen. Sie kleiden ihn und bahren ihn auf. In einem speziellen Raum im Bestattungsinstitut können die Angehörigen dann Abschied nehmen. Bei der Trauerfeier spielt auch der Leichenschmaus trotz seines etwas makabren Namens eine wichtige Rolle. Angehörige und Freunde können direkt nach der Beerdigung Erinnerungen an den Verstorbenen austauschen. Für viele Nahestehende sind diese Gespräche ein großer Trost.

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