Wie Aspartam unsere Blutgefäße beeinträchtigen kann

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Von: Silke Böttcher

Süßstoffe, die als Zuckeralternative in vielen Lebensmitteln verwendet werden, gelten als unbedenklich. Schwedische Wissenschaftler haben jedoch festgestellt, dass Aspartam bei Mäusen die Plaquebildung in den Blutgefäßen erhöht, was eine Arteriosklerose begünstigen kann.

Die Forscher setzten die Mäuse zwölf Wochen lang auf eine cholesterin- und fettreiche Diät. Die Hälfte bekam zusätzlich eine Dosis von 0,5 bis 0,15 Prozent Aspartam pro Tag ins Futter gemischt. Wenn man das auf den Menschen übersetzt, wären es drei Dosen Diät-Limonade pro Tag. Nach den zwölf Wochen zeigten die Mäuse eine signifikante Insulinresistenz.

Aspartam verengt die Blutgefäße

Ein junger Mann füllt Aspartam in eine Teetasse
Aspartam ist einer der beliebtesten Süßstoffe © IMAGO

Nach den Studienergebnissen, die im Magazin Cell Metabolism veröffentlicht wurden, verengt Aspartam die Blutgefäße, was die Gefahr von Schlaganfällen und Herzinfarkt vergrößern kann. Bei den Tieren der Studie wurde eine verstärkte Ausschüttung von Insulin nachgewiesen, außerdem verschlimmerten sich Bildung und Wachstum von arteriosklerotischen Plaques. Arteriosklerose gilt als wichtigster pathologischer Prozess zur Verursachung von kardiovaskulären Erkrankungen.

Was ist Aspartam?

Aspartam besteht aus den Aminosäuren Asparaginsäure und Phenylalanin sowie aus Menthol. Es ist einer der am häufigsten verwendeten Süßstoffe und etwa 200-mal süßer als Saccharose. Sein Brennwert liegt bei fast Null. Der künstliche Süßstoff wird vielen Lebensmitteln und Getränken zugesetzt (erkennbar an der E-Nummer E951).

Die maximal empfohlene tägliche Aufnahme liegt nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bei 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Dieser Wert, so die Erkenntnisse der Studie, wird unbeabsichtigt häufig überschritten, was mit unterschiedlichen Komplikationen in Verbindung gebracht wird, etwa Diabetes Typ 2, Magen-Darm-Beschwerden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Plaques und höhere Entzündungswerte

Die Forscher untersuchten die Gefäßwände der Tiere auf Veränderungen. Bei der Untersuchung der Aorta (der größten Arterie des Körpers) entdeckten sie Plaques – und zwar deutlich mehr als bei der Vergleichsgruppe, der statt Süßstoffen Haushaltszucker gegeben worden war. Die Ablagerungen in den Arterien waren größer und fettiger als bei der Vergleichsgruppe, außerdem waren die Entzündungswerte höher. Eine Untersuchung des Blutes zeigte, dass durch das Aspartam der Insulinspiegel gestiegen war. Es gab auch schon Tests mit Affen, die ebenfalls mit vermehrter Insulinausschüttung auf den Süßstoff reagierten.

Wenn Plaques nicht behandelt werden, besteht die Gefahr, dass sie die Blutgefäße nach und nach immer mehr verengen, was zu einer Arteriosklerose führen kann. Und die ist die Hauptursache für kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

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Der Insulinspiegel steigt an

Grund für die Plaque-Bildung, so die Experten, war, dass das mit Aspartam angereicherte Futter den Insulinspiegel deutlich ansteigen ließ – mehr als beim Genuss von Haushaltszucker. Das war für die Forscher eine Überraschung, denn bisher hatten sie angenommen, dass der Blutzucker die bestimmende Größe bei der Insulinausschüttung ist. Demnach führen höhere Mengen an Glukose, wie man sie zum Beispiel im Blut von Diabetes-Patienten findet, zur Freisetzung von bestimmten Signalproteinen, die die Bildung von Plaques verstärken.

Die Wissenschaftler wollten feststellen, ob auch Aspartam diese Prozesse in Gang setzt. Sie untersuchten die mit Süßstoff gefütterten Mäuse, um zu sehen, welche Proteine sie verstärkt produzieren. Dabei identifizierten sie das Entzündungsprotein CX3CL1.

Sind die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar?

Noch ist unklar, ob die Ergebnisse auch auf Menschen zutreffen. Sollte es so sein, wären CX3CL1 oder sein Rezeptor ein potenzielles Ziel für Herz-Kreislauf- und Schlaganfallmedikamente.

Yihai Cao, Professor für Mikrobiologie, Tumor- und Zellbiologie am Karolinska Institut in Solna (Schweden), hält die Ergebnisse für übertragbar: Es sei zwar eine Tierstudie, aber man gehe davon aus, dass die Ergebnisse auch für Menschen relevant sein könnten. Denn es zeigte sich, dass Aspartam auch bei Affen die Insulinausschüttung beeinflusst.

Die Wissenschaftler planen weitere Studien, in denen auch untersucht werden soll, ob andere künstliche Süßstoffe die gleiche Wirkung haben.

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