Ist der Ölkäfer gefährlich für Hunde und Katzen?

Der Schwarzblaue Ölkäfer zählt zu den giftigsten Tieren Deutschlands. Wie gefährlich ist das Insekt für Haustiere?
Im April und Mai hat der Ölkäfer Saison. Er ist zwischen einem und drei Zentimeter groß, hat einen länglichen Körper und ist an seinem schwarzglänzenden Panzer gut zu erkennen. Behäbig bewegt er sich fort und sucht dabei nach Nahrung. Auf seinem Speiseplan stehen Bärlauch und Blütenpflanzen. Viele Halter von Hunden und Katzen fürchten, dass ihr Tier mit dem Insekt in Kontakt gerät.
Vergiftung durch Ölkäfer: von Hautreizungen bis Nierenversagen
Fühlt der Ölkäfer sich bedroht, stößt er ein öliges Sekret aus den Beinen aus. Darin enthalten ist das körpereigene Gift Cantharidin, das ihn vor Fressfeinden schützt. Bei Menschen und Tieren führt es bei Kontakt zu Rötungen und Blasen auf der Haut, die wie Verbrennungen aussehen, schreibt das Landesamt für soziale Dienste Schleswig-Holstein in einer Information für den Gesundheitsschutz. Chemische Putzmittel stellen eine große Vergiftungsgefahr für Hunde und Katzen dar.
Noch brenzliger wird es, wenn der Käfer verschluckt wird. Die tödliche Dosis für einen Menschen liegt bei 0,5 Milligramm Cantharidin pro Kilogramm Körpergewicht. Der Giftgehalt kann bei einem Käfer bis zu zwei Milligramm betragen. Doch schon fünf Milligramm können starke Schleimhautreizungen auslösen und den Magen-Darm-Trakt verletzen. Schlimmstenfalls kommt es zum Nierenversagen. Besonders Haustierbesitzer sind in Sorge, der Ölkäfer könnte zur Gefahr für ihren Vierbeiner werden.
Kontakt zum Ölkäfer bleibt riskant für Hunde und Katzen
Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) beruhigt besorgte Hunde- und Katzenbesitzer: Es seien keine gefährlichen Vergiftungen bei Menschen oder Tieren durch den Ölkäfer bekannt, heißt es auf der Webseite. Der Ölkäfer stelle zudem für Hunde und Katzen keine große Gefahr dar. Er ist zwar giftig, doch der unangenehme Geruch des Giftes würde die meisten Vierbeiner bereits abschrecken. Generell rät der Nabu zu mehr Gelassenheit im Umgang mit vermeintlich gefährlichen Insekten. Nichtsdestotrotz sollte man sein Haustier nicht mit dem Käfer spielen lassen, um Reizungen von Haut und Schleimhäuten oder ein Verschlucken zu vermeiden. Diese für Hunde giftige Pflanzen und Lebensmittel sollten Sie kennen.
Hatte das Haustier Kontakt zu einem Ölkäfer und zeigt Vergiftungssymptome oder gereizte Hautstellen, sollte man vorsichtshalber einen Tierarzt anrufen und das Tier im Zweifel vorstellen. Wer selbst mit dem Gift des Ölkäfers in Berührung gekommen ist, sollte sich schnellstmöglich die Hände gründlich mit Seife waschen. Entstehen Verbrennungserscheinungen, hilft es, die betroffenen Hautstellen zu kühlen. Zum Arzt müsse man damit in der Regel nicht, so das Landesamt aus Schleswig-Holstein.
Ölkäfer: Bedrohte Art mit erstaunlicher Vermehrungs-Taktik
Oft wird behauptet, der Ölkäfer breite sich aktuell stark aus oder sei neu in Deutschland. Beides stimmt nicht. Der Nabu spricht sogar von einer Bedrohungslage für den Käfer. Er steht auf der Roten Liste. Allein deshalb sollte man den Ölkäfer am besten einfach in Ruhe lassen, wenn man ihn antrifft. Fliegen kann er nicht. Auch der Eichenprozessionsspinner verursacht schwere Reizungen der Haut und Schleimhäute bei Haustieren.
Ein Ölkäferweibchen legt innerhalb kürzester Zeit erstaunlich viele Eier: in ein bis zwei Wochen bis zu sechs Mal zwischen 3.000 und 9.500 Eier. Doch nur die wenigsten Larven werden zum Käfer. Denn dafür muss die Larve zunächst auf eine Pflanze klettern und sich an eine bestimmte Wildbienenart heften, die sie in ihr Nest trägt, das die Larve dann plündern kann. Nur aus jeder tausendsten Larve wird ein Ölkäfer, der zwischen März und Mai schlüpft und dann etwa einen Monat lebt.