Knast-Katzen und Häftlings-Hunde: Wie Tiere bei der Resozialisierung helfen
Den ganzen Tag in der Zelle sitzen oder sich um Tiere wie Katzen kümmern? In manchen Gefängnissen haben die Inhaftierten die Wahl.
Eine Katze inmitten von Gefängnisinsassen. Das klingt erstmal komisch, doch in der JVA Nürnberg ist genau das der Fall. Die Katze Harlekin lebt dort seit einiger Zeit das ganze Jahr über und knüpft Kontakt mit den Gefangenen. Ursprünglich sollte sie nur die Mäuse in der Knast-Gärtnerei jagen, doch mittlerweile ist sie fester Bestandteil der JVA. Und damit ist Harlekin kein Einzelfall, denn Katzen im Gefängnis kommen sowohl in den USA als auch in Deutschland häufiger vor. Und sie haben eine ganz besondere Wirkung auf die Insassen.
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Katzen helfen bei der Resozialisierung
In Amerika ist die Wirkung von Katzen auf Menschen nicht nur bekannt, sie kommt auch aktiv in Gefängnissen zum Einsatz. Denn in manchen Gefängnissen ist es den Insassen mittlerweile erlaubt. Dort profitieren laut Zooroyal vor allem Menschen von den Tieren, die keine Aussicht mehr auf ein Leben in Freiheit haben. Manchmal ist es ihnen erlaubt, mit der Katze in ihrer Zelle zu leben, um so nicht zu vereinsamen und trotz ihrer Umstände täglich Verantwortung übernehmen zu müssen. Denn die Pflege der Katzen gehört dann selbstverständlich zum Alltag der Insassen. Wer die Tiere nicht anständig behandelt, darf keinen Kontakt mehr zu ihnen haben.
Mist wegkehren, Ställe säubern und Tiere füttern

Ob Katze, Hunde, Schwein oder Ziege, auch in Deutschland treffen Insassen und Tiere immer wieder aufeinander. Von einem Beispiel in der JVA Bremen erzählt der Spiegel. Dort ist es mittlerweile gang und gäbe, dass sich Insassen statt in einer Zelle zu sitzen, auch um Tiere kümmern können. Denn von denen gibt es dort eine Menge: Hühner, Hängebauchschweine, Ziegen und Katzen leben in einem Streichelzoo auf dem Gelände des Gefängnisses zusammen.
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Aufgabe der Insassen ist es, die Tiere zu füttern, den Stall zu säubern und den Dreck wegzukehren. Nicht selten entwickelt sich dabei eine Beziehung zu den Tieren, die den Insassen Kraft und Selbstvertrauen schenkt. Außerdem entkommen sie so für einige Zeit ihrer kleinen Zelle, in der sie den ganzen Tag einsitzen müssen, wenn sie keinem Beruf oder keiner Ausbildung im Gefängnis nachgehen. Das Ganze hat natürlich auch seine Grenzen: Wer sich den Tieren gewalttätig gegenüber zeigt, darf nicht mehr mithelfen.
Mit Hunden an der frischen Luft spazieren
Die JVA Bremen ist nicht das einzige Beispiel in Deutschland, bei dem Tiere und Gefängnisinsassen ein Team bilden. Wie oben erwähnt, lebt auch in der JVA Nürnberg die Katze Harlekin mittlerweile das ganze Jahr über. Ihre Anwesenheit beruhige viele der Insassen und nehme ihnen einen Teil ihrer Anspannung, so der JVA-Leiter Thomas Vogt gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.
Ebenfalls in Bayern liegt Ebrach. Dort kommen in einem Gefängnis Hunde zum Einsatz, mit denen Insassen regelmäßig spazieren gehen. Für Gefangene im offenen Vollzug gibt es auch die Möglichkeit, sich beispielsweise stundenweise im landwirtschaftlichen Betrieb der JVA zu engagieren. Dabei übernehmen die Insassen einfache Hilfsarbeiten, die den Menschen dennoch dabei helfen, zu einem geregelten Alltag mit Struktur zurückzukehren. Eine Flucht wäre bei der Arbeit auf dem Feld oder mit den Weidetieren jederzeit möglich, aber das den Gefangenen entgegengebrachte Vertrauen ist ebenfalls ein fester Bestandteil der Wiedereingliederungsmaßnahme mithilfe von Tieren.