Traditionelles chinesisches Wochenbett: Warum Mütter nach der Geburt Ruhe brauchen

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Von: Jasmina Deshmeh

Nach chinesischer Tradition sollen Frauen nach der Geburt 30 Tage lang ruhen. Warum sich andere Kulturen ein Beispiel daran nehmen sollten und wann Müttern hierzulande Hilfe zusteht.

Amy Nguyen, eine 30-jährige Gesundheitsmanagerin aus Kalifornien, verließ nach der Geburt ihres ersten Kindes das Haus 30 Tage lang nicht. In dieser Zeit zog ein Kindermädchen bei ihr und ihrem Ehemann Mike ein, versorgte die kleine Familie mit frischen Mahlzeiten und unterstützte sie bei der Kinderbetreuung. Auch in Deutschland können Familien nach der Geburt eines Kindes Hilfe in Anspruch nehmen, in bestimmten Fällen zahlt das sogar die gesetzliche Krankenkasse.

Wochenbett-Tradition sollte Frauen und Kinder schützen

Zwei Frauen sitzen nebeneinander, eine hält ein Neugeborenes in den Armen.
Eine Geburt ist ein überwältigendes Erlebnis, nach dem die Mutter Ruhe und Zeit zur Erholung braucht. (Symbolbild) © Cavan Images/Imago

„Es war insgesamt eine großartige Erfahrung“, berichtet die frischgebackene Mutter gegenüber der New York Post von der Zeit nach der Geburt ihres Sohnes Tommy. „Postpartum Confinement“ (wörtlich übersetzt: Eingeschlossenheit nach der Geburt, auch bekannt als „Monatssitzen“) ist eine aus China stammende Tradition, bei der Mütter postpartum einen Monat lang zuhause bleiben. In dieser Zeit sollen sie umsorgt werden, um sich von den Strapazen der Geburt zu erholen und eine enge Bindung zum Baby aufbauen zu können.

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Die Tradition geht auf vergangene hohe Sterblichkeitsraten von Säuglingen und Müttern zurück. Durch den „Hausarrest“ wurden die Frauen und ihre Kinder vor Krankheiten geschützt. Heutzutage geht es bei „Postpartum Confinement“ primär darum, den Frauen die Möglichkeit zu geben, zu ruhen und sich zu erholen.

Amy verließ das Haus nur, um Arzttermine wahrzunehmen

Für Amy und ihren Mann war klar: Nach der Geburt brauchen sie Unterstützung. Also organisierten sie eine Nanny, die für vier Wochen bei ihnen einzog. „Am Anfang war es definitiv etwas schwierig, da sich alle drei Erwachsenen daran gewöhnen mussten, im selben Haus zu leben“, berichtet sie. „Aber nachdem wir uns eingespielt hatten, verlief alles reibungslos.“ Amy verließ in dieser Zeit das Haus nur für Arztbesuche, mittlerweile fühle sie sich „von der Geburt gut erholt“.

Amy, die chinesische Wurzeln hat, knüpfte damit an die Kultur ihrer Eltern an. Allerdings praktizierte sie die chinesische Version des Wochenbetts weniger streng. „In traditionellen Haushalten darf man [Anm. d. Red.: im Wochenbett] nicht duschen, da einem kalt wird, wenn man rauskommt“, erklärt sie. „Ich habe das Problem dadurch umgangen, dass ich mich gleich nach dem Duschen mit warmem Kräuterwasser abgespült habe“.

„Ich habe das Gefühl, dass diese 30 Tage eine wertvolle, erholsame Zeit waren und wenn man bedenkt, wie erschöpft wir in den ersten Tagen waren, war es einfach eine große Hilfe“, resümiert sie.

Wann Frauen nach der Geburt Hilfe zusteht

Eine Vollzeit-Nanny für 30 Tage – das können sich längst nicht alle Familien leisten. Doch was viele nicht wissen: In Deutschland steht Müttern eine Mütterpflegerin zu. Sie überwacht die Gesundheit von Mutter und Baby und kann in den ersten Wochen nach der Geburt regelmäßig vorbeischauen und im Haushalt helfen. Sie ist eine Ergänzung zur Hebammenbetreuung und kann von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden, wenn der Partner keinen Urlaub oder keine Elternzeit nehmen kann.

Mütterpflegerinnen helfen Frauen nicht nur, sich physisch und seelisch von der Geburt zu erholen. Ihre Unterstützung kann auch späteren Komplikationen, wie Stillproblemen, Depressionen oder Bindungsstörungen vorbeugen, wie der Berufsverband deutscher Mütterpflegerinnen erklärt.

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