Neue Varianten und Haltbarkeit: Funktionieren alte Corona-Tests noch zuverlässig?

Aktualisiert:

Von: Simon Stock

Mit der kalten Jahreszeit kehrte Corona zurück. Viele Menschen haben noch ältere Schnelltests im Schrank. Kann man die aber noch verwenden?

Hamm - Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Im Herbst und Winter haben Krankheitserreger Hochsaison. Aber welcher ist es? Corona, RS-Virus und die klassische Grippe unterscheiden sich zwar in einigen Symptomen, aber eben nicht in allen. Das Coronavirus lässt sich immerhin durch einen Schnelltest einfach feststellen, aus der Hochphase der Pandemie liegen davon zu Hause ja noch genug im Regal herum. Aber kann man alte Corona-Tests überhaupt noch verwenden? Erkennen sie die neuen Varianten?

Haltbarkeit und neue Varianten: Funktionieren alte Corona-Tests noch zuverlässig?

Nicht nur Lebensmittel haben ein Haltbarkeitsdatum, sondern auch Medizinprodukte. Auf der Packung von Corona-Schnelltests stehen meist zwei Angaben. Die eine nennt das Datum der Herstellung und die andere das Haltbarkeitsdatum. In der Regel liegen zwölf Monate dazwischen. Heißt: Ab Produktion sind Tests ein Jahr lang haltbar, sofern sie korrekt gelagert wurden. Empfohlen wird eine Temperatur zwischen 5 und 30 Grad Celsius. Oder anders: Tests gehören nicht in den Kühlschrank und nicht in die Sommersonne.

„Die zugelassenen Tests haben ein Haltbarkeitsdatum auf der Packung. Das ist oft verlässlich“, sagt Dr. Ulf Dittmer, Leiter des Instituts für Virologie an der Uni-Klinik Essen, auf Anfrage von wa.de. „Allerdings“, schränkt Dittmer ein, „hatten einige Hersteller Probleme, dass die Flüssigkeit in den Röhrchen vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums eingetrocknet ist. Dann kann so ein Test natürlich nicht mehr verwendet werden.“ Das Problem ist für Anwender also leicht zu erkennen.

Anders liegt der Fall, wenn der Corona-Test zwar durchführbar ist, aber ein falsches Ergebnis anzeigt. Die Zuverlässigkeit eines Tests kann unter einer unsachgemäßen Lagerung leiden oder einer zu langen. Ein Set ist zwar nicht sofort unbrauchbar, sobald das Haltbarkeitsdatum überschritten ist. Doch je länger der Test darüber hinaus im Schrank gelegen hat, desto größer ist die Gefahr, dass er nicht mehr richtig funktioniert. Der Deutsche Apothekerverband rät daher: „Abgelaufene Tests sollten nicht mehr verwendet werden, da ihr Ergebnis nicht zuverlässig ist.“ Übrigens: Erscheint der T-Strich auf dem Corona-Test nur blass und dünn, ist das keine Fehlfunktion, sondern hat eine klare Aussage.

Eris und Pirola: Werden die Varianten auch von älteren Corona-Tests erkannt?

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie Ende 2019 hat sich nicht nur die Welt weiterbewegt, auch das Virus ist nicht mehr dasselbe. Mit der Zeit kamen neuen Varianten und Mutationen hinzu. Aktuell sind in Deutschland vor allem zwei Varianten im Umlauf:

  • Eris (EG.5)
  • Pirola (BA.2.86)

Werden auch sie von Corona-Tests erkannt? „Die Tests erkennen eigentlich alle Eris, da hier die Änderung im N-Protein nicht groß ist“, sagt Dr. Ulf Dittmer. „Pirola hat allerdings auch einige Mutationen im N-Protein (nicht nur im Spike), sodass es möglich ist, dass einige Tests diese Variante nicht erkennen können“, so der Essener Chef-Virologe. Genaue Daten dazu gebe es aber leider nicht.

Dr. Carsten Watzl, Professor für Immunologie an der Universität Dortmund, erklärt auf Nachfrage: „Ich kenne keine Daten, die zeigen würden, dass die Tests bei den aktuellen Varianten nicht funktionieren würden. Es kommt aber wie immer auf die Viruslast und die Qualität des Abstrichs an.“ Ein Instrument aus der Hochphase der Corona-Pandemie steht vor einer Rückkehr. Schon bald sollen sich Patienten wieder telefonisch vom Arzt krankschreiben lassen können - allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Kommentare

$Teilen