Drogerie-Riese dm startet Untersuchungen für Kunden – Ärzte gehen auf die Barrikaden

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Von: Fabian Hartmann

Kunden können seit Jüngstem einen speziellen Gesundheitsservice bei dm wahrnehmen. Davon sind aber nicht alle begeistert: Von Ärzteverbänden gibt es deutliche Einwände.

Die Drogeriekette dm erweitert ihr Angebot und bietet nun auch Augen-Screenings in einigen Filialen im Bundesgebiet an: Der neue Service soll der Augengesundheit zugutekommen. Doch nicht alle sind von dem zunächst sehr verbrauchernah wirkenden Service überzeugt: Vertreter aus der Ärzteschaft äußern Bedenken. Und auch mit rechtlichen Konsequenzen muss sich der Drogerie-Riese aktuell herum schlagen.

Dm bietet Kunden seit Jüngstem einen Gesundheitsservice für die Augen an. Davon sind aber nicht alle begeistert: von Ärzteverbänden gibt es deutliche Einwände.
Fotomontage einer dm-Filiale und eines Augen-Screenings vor Ort © picture alliance/dpa | Christoph Reichwein und picture alliance/dpa | Uli Deck

Seit Neuestem verfolgt dm den Kurs, seinen Kunden vermehrt gesundheitliche Dienstleistungen anzubieten. In diesem Rahmen führt die Drogerie nun Augen-Screenings durch. Diese Untersuchungen werden laut dm von Skleo Health mit Unterstützung künstlicher Intelligenz und ärztlich validierter Auswertung durchgeführt. Die Ergebnisse erhalten die Kunden anschließend per E-Mail.

Drogerie-Riese dm startet gesundheitlichen Service für die Augen

Derzeit bietet dm das Augen-Screening an vier Standorten in Deutschland an:

  • Düsseldorf, Nordstraße 116
  • Köln, Hohenstaufenring 30
  • Aachen, Ursulinerstraße 7-9
  • Bad Münstereifel, Kölner Straße 49

Die Kette plant jedoch, das Angebot auf weitere Filialen auszuweiten. Die Untersuchungen sind ohne vorherige Terminvereinbarung möglich, und der Preis für einen Sehtest inklusive Netzhautfotografie beträgt knapp 15 Euro. Kunden können bei dm auch prüfen lassen, ob Augenkrankheiten wie Glaukom oder Retinopathie vorliegen.

Ärzteverbände warnen vor neuen Augen-Untersuchungen bei dm

Die Ärzteschaft äußert jedoch erhebliche Bedenken gegenüber diesem Service. Laut der Bundesärztekammer (BÄK) bestehen „erhebliche Risiken für Patientinnen und Patienten“, wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet. Sie sehen in den dm-Augen-Screenings nur „isolierte Momentaufnahmen ohne medizinischen Kontext“, mahnte BÄK-Präsident Klaus Reinhardt: „Das kann Menschen unnötig verunsichern, oder sie im Gegenteil in falscher Sicherheit wiegen und notwendige Behandlungen gefährlich verzögern.“

Auch Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, äußert sich kritisch. Er sieht „keine Verbesserung der Patientensicherheit – im Gegenteil“. Zudem würden die Testangebote in Drogeriemärkten die Arztpraxen nicht entlasten, da Patienten dennoch eine traditionelle Praxis aufsuchen, wenn Fragen zu den dm-Tests auftreten.

Dm hat es aktuell wegen Augen-Screenings mit einer Klage der Wettbewerbszentrale zu tun

Neben der Kritik von Ärzten gibt es auch rechtliche Auseinandersetzungen. Die Wettbewerbszentrale hat im Dezember Klagen vor Gerichten in Karlsruhe und Düsseldorf eingereicht. Sie sieht in den medizinischen Angeboten von dm Verstöße gegen fünf verschiedene Rechtsvorschriften. Insbesondere kritisiert die Organisation, dass Tests von Personal ohne entsprechende heilkundliche Ausbildung durchgeführt werden.

Die Werbung von dm sei zudem „irreführend“, so die Wettbewerbszentrale. Begriffe wie „Früherkennung“ oder „rechtzeitige Behandlung“ werden in den Informationen zum Service verwendet, was die Organisation als problematisch ansieht.

Neben den Gesundheitstests strebt dm auch im Bereich des Arzneiversands nach mehr Marktanteilen. Kürzlich hat die Drogeriekette eine eigene Versandapotheke gestartet, die von Tschechien aus vor allem deutsche Kunden anspricht, die rezeptfreie Medikamente online kaufen möchten. Diese Initiative hat ebenfalls Kritik von Apothekerverbänden hervorgerufen. (Quellen: dm, Bayerischer Rundfunk) (fh)

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