13 Stunden-„Höllenfahrt“: Reisende stocksauer über Fahrt mit Deutscher Bahn

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Von: Paul Luka Schneider

Reise-Stress statt Reise-Lust auf der Schiene. Ein Ehepaar erlebte eine 13-Stunden-Tortur mit der Deutschen Bahn und zog drastische Konsequenzen.

München – Fernreisen mit der Bahn sollte sich eigentlich immer in Bezug auf den Geldbeutel, den Klimaschutz und den Komfort lohnen. Andererseits liefert die Deutsche Bahn in der Praxis immer wieder Grusel-Beispiele, warum es sich eben nicht lohnt. Dies zeigt ein aktueller Fall eines Ehepaars, das 13 statt sieben Stunden reisen musste, wie Der Westen berichtet.

Konsequenzen haben die Betroffenen demnach auch gezogen. „Wir haben die BahnCard 1. Klasse gekündigt. Ich fahre zukünftig wieder Auto“, sagt die Betroffene laut dem Portal nach der Bahn-Tortur. Oder wie sie es ausdrückt: „eine Höllenfahrt“.

13 statt sieben Stunden Reise: „Ich hätte mich am liebsten in ein Eckchen gesetzt und geweint“

Gemeinsam mit ihrem Ehemann trat die Frau in der 900-Seelen-Gemeinde Dagebüll an der Westküste Schleswig-Holsteins ihre Heimreise nach Düsseldorf an. Rund 600 Kilometer und etwas mehr als sechseinhalb Stunden Autofahrt. Die wollten sich beide sparen und die Vorzüge einer Intercity-Fahrt genießen. Die Fahrtreise war auf sieben Stunden angesetzt, also nur einen Wimpernschlag zeitaufwendiger als mit dem Auto – auf dem Papier.

Die Realität sah schnell anders aus. Der Zug fiel aus. Und auf Ersatz warteten die Eheleute vergeblich. Mit Regionalzügen erreichten sie Hamburg. „Das Personal war auch nur genervt und konnte nicht verstehen, weshalb man einfach so die Züge cancelt“, zeigte sich die Frau gegenüber Der Westen fassungslos.

Im vergangenen Monat war jeder zweite Fernzug des bundeseigenen Konzerns zu spät.
Allein auf weiter Flur: Etwas mehr als jeder dritte Fernzug der Deutschen Bahn kommt verspätet an. © Felix Hörhager/dpa

Deutsche Bahn in der Zwickmühle: Fachkräftemangel programmiert „Höllenfahrten“ vor

Bahn-Kunden, deren IC ausfällt oder verspätet ankommt, genießen derweil „die regulären Fahrgastrechte für Zeitkarten“, wie die DB auf ihrer Homepage mitteilt. Der Aufpreis werde pauschal jeweils ab einer Verspätung von mehr als 60 Minuten am Zielbahnhof entschädigt, teilt der Konzern mit. Dass davon immer mehr Menschen Gebrauch machen dürften, zeigt die hauseigene Statistik, wonach ihre Züge 2023 noch unpünktlicher als im Vorjahr gewesen sind. Mehr als jeder dritte Zug im Fernverkehr war demnach verspätet.

Nach drei Stunden Fahrt ohne Sitzplatz in einem überfüllten Abteil mit ausgefallener Klimaanlage, wie die Frau schildert, setzte das Ehepaar seine Hoffnung auf einen ICE nach Köln – und wurde wieder enttäuscht. Reisende erhoben Anspruch auf die eingecheckten Plätze des Paars. Augenscheinlich lag eine Doppel-Buchung vor.

In Köln angekommen stand ein Gleis-Rennen zum Anschlusszug bevor: „Einige fielen, andere weinten und ich hätte mich auch am liebsten in ein Eckchen gesetzt und geweint“, erzählt die Reisende. Nach 13 Stunden war das Paar schließlich zu Hause.

Die Deutsche Bahn teilt gegenüber Der Westen mit: „Leider konnte besagter IC wegen kurzfristigem Personalausfall nicht fahren.“ Der Fachkräftemangel stellt für die Bahn ein immer größeres Problem dar. 2023 schrieb man bundesweit fast 70 000 Stellen aus – ein Plus von zehn Prozent gegenüber 2022, wie Index.de aufzeigt. Anfang 2024 suchte man überwiegend technische Fachkräfte. Das Jobangebot in Bayern war dabei am größten.

Doch nicht nur mit dem Fachkräftemangel, Zugausfällen und Verspätungen hat die Deutsche Bahn zu kämpfen. Auch das marode Schienennetz bereitet dem Konzern Sorgen. (pls)

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