NABU-Expertin rät: Mit dieser einfachen Gieß-Methode erziehen Sie Ihre Pflanzen zu Tiefwurzlern
Nach dem Sommer mit Rekordtemperaturen stehen Hobbygärtner vor der Frage: Wie mache ich meinen Garten hitzefest? Eine Expertin gibt Antworten.
Der Sommer geht, die Gartenarbeit beginnt. Ob der Rasen im nächsten Jahr wieder schon im Juni braun ist, die Blätter der Bäume sich im August verfärben oder Blumen gar nicht erst blühen, hängt von kluger Vorsorge ab. „Viele Pflanzen schaffen einen extrem trockenen und heißen Sommer nicht“, sagt Aniela Arnold vom Landesverband Baden-Württemberg des NABU (Naturschutzbund Deutschland) in Stuttgart dem Evangelischen Pressedienst (epd).
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Dieser Artikel ist in Kooperation mit epd entstanden.
Die Projektleiterin „Mensch.Natur - natürlich.zusammen.leben“ gibt Tipps, wie der Hausgarten an den Klimawandel angepasst werden kann. „Wildpflanzen sind robuster als Zierpflanzen“, erklärt sie und empfiehlt, Pflanzen zu setzen, die in der Natur vorkommen wie den lilafarbenen Natternkopf, die pinke Karthäuser Nelke oder die gelbblühende Färberkamille.

Alte Sorten widerstehen der Hitze
Wer etwas mehr Aufwand in Kauf nehmen möchte, dem rät die Gartenexpertin, den Garten zu „modellieren“. Gemeint sind: höher wachsende Pflanzen als Schattenspender für andere niedrigere sowie - auf Jahre im Voraus gedacht - Sträucher und Gehölze. Auch ein Teich oder kleiner Hügel im Garten, an dem sich Wasser sammeln kann, helfe, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.
Besonders stark leiden in der Stadt Bäume bei Temperaturen über 35 Grad. Arnold sieht die Zukunft hier bei klimaangepassten Arten wie Feldahorn, Mispel oder Wildapfelbäumen. Wer sich einen Obstgarten anlegen wolle, sollte auf ältere Sorten setzen, sagt sie. Äpfel, Süß- und Sauerkirschen sowie Quitten vertrügen trockene Standorte, schreibt die Gesellschaft für Pomologie und Obstsortenerhaltung Bayern (Merkendorf) auf ihrer Homepage, die eine Liste geeigneter Obstsorten für Trockenheit und Hitze enthält.
Pflanzen lassen sich erziehen
Zweischneidig sei die Pflanzung von Mittelmeer- oder südländischen Sträuchern, sagt Arnold. Sie lieferten heimischen Insekten nicht die Nahrung, die diese brauchen. „Man züchtet sich damit ein neues Problem“, betont sie. Vor allem Gräser und Bodendecker aus Steppengebieten sind laut Arnold für die hiesige Insektenwelt ungeeignet.
„Die beste Pflanzzeit ist der Herbst, gerne erst im Oktober oder November, wenn das Wetter schon kühler und feuchter ist“, sagt die Fachfrau. Beim Gießen sollte man darauf achten, lieber nur alle zwei bis drei Tage, dafür aber länger zu gießen. „So erzieht man die Pflanzen, tiefere Wurzeln auszubilden, die dann selbst in Trockenphasen noch Feuchtigkeit aus dem Boden bekommen“. Das Wasser sollte den Boden richtig „durchnässen“, nicht nur eine Pfütze sein.
Während ein klimafitter Garten kühlt, werden gepflasterte Wege und Terrassen bei Hitze zu Wärmeinseln und sollten, so Arnold, entsiegelt werden. Der Stein speichert die Wärme und gibt sie auch nach Sonnenuntergang ab. Dass dieser Effekt ebenso für die in Baden-Württemberg seit 2020 verbotenen Stein- und Schottergärten gilt, versteht sich.