Schon ab März: Beliebte Chat-Software führt verpflichtende Altersprüfung ein

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Von: Christoph Elzer

Ab März müssen Nutzer von Discord ihr Alter nachweisen. Wer das verweigert, verliert Zugriff auf viele Funktionen. Was das für Sie bedeutet.

Die Chat-Plattform Discord macht Ernst in Sachen Jugendschutz: Ab Anfang März 2026 müssen weltweit alle Nutzer nachweisen, dass sie erwachsen sind – sonst werden ihre Konten automatisch auf „jugendgerecht“ heruntergestuft. Das Unternehmen mit über 200 Millionen monatlich aktiven Nutzern kündigt die Maßnahme zum weltweiten Safer Internet Day an.

Die Chat-Software Discord ist insbesondere bei Gamern beliebt
Die Chat-Software Discord ist insbesondere bei Gamern beliebt. © dpa/Discord

Nutzer können zwischen zwei Methoden wählen: Entweder laden sie ein Video-Selfie hoch, oder sie übermitteln eine Kopie ihres Ausweises an Partner-Anbieter von Discord. Anhand der Video-Selfies soll eine KI das Alter des Nutzers schätzen. Nach Unternehmensangaben findet die Verarbeitung des Videos dabei ausschließlich auf dem Gerät des Nutzers statt. Ausweisdokumente würden „in den meisten Fällen sofort nach Altersbestätigung“ gelöscht.

Als dritte Variante setzt Discord auf ein sogenanntes „Age Inference Model“. Dieses System läuft im Hintergrund und wertet Metadaten wie Nutzungsverhalten, Aktivitätszeiten und Kontotyp aus. Nutzer, bei denen das System eine hohe Wahrscheinlichkeit für Volljährigkeit erkennt, sollen die Verifizierung überspringen können.

Wer sich verweigert, verliert Funktionen

Savannah Badalich, Head of Product Policy bei Discord, betont gegenüber dem Tech-Magazin The Verge: „Die Mehrheit der Nutzer wird keine Veränderung ihrer Nutzererfahrung feststellen.“

Doch wer die Altersverifizierung nicht durchläuft, muss mit Einschränkungen rechnen. Discord stuft diese Konten automatisch als „Teen“ ein. Die Folgen: Alterssensible Inhalte werden unscharf angezeigt, entsprechende Server, Kanäle und App-Befehle bleiben gesperrt. Direktnachrichten von unbekannten Nutzern landen in einem separaten Posteingang, Freundschaftsanfragen werden mit Warnmeldungen versehen. Auch das Sprechen in sogenannten Stage-Channels ist nicht mehr möglich.

Hintergrund: Großbritannien prescht vor

Die Maßnahme kommt nicht aus heiterem Himmel. Im vergangenen Jahr finalisierte Großbritannien ein Gesetz zur Altersverifizierung auf bestimmten Plattformen. Discord hatte die neuen Funktionen bereits im Vereinigten Königreich und Australien getestet, bevor das Unternehmen sie nun weltweit ausrollt.

„Nirgendwo ist unsere Sicherheitsarbeit wichtiger als bei jugendlichen Nutzerinnen und Nutzern“, erklärt Badalich. „Die weltweite Einführung von standardmäßigen Jugendschutzeinstellungen baut auf der bestehenden Sicherheitsarchitektur von Discord auf. Sie bietet Jugendlichen starken Schutz, während verifizierte Erwachsene weiterhin Flexibilität behalten.“

„Teen Council“ als Teenager-Beirat

Parallel zur Altersverifizierung richtet Discord einen sogenanntes „Teen Council“ ein – einen Beirat aus Jugendlichen, der das Unternehmen bei Sicherheitsfragen beraten soll. Die schrittweise Einführung aller Maßnahmen beginnt Anfang März 2026. Ab diesem Zeitpunkt gilt dann auch eine brisante Neuerung bei Microsoft Teams. (Quellen: Discord, The Verge) (cel)

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