Strom und Gas: Diese Änderungen kommen 2026 auf Millionen Haushalte zu

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Von: Christoph Gschoßmann

Die Energiewende wird günstiger für Verbraucher. Der Staat übernimmt erstmals einen Teil der Kosten für den Ausbau der Stromnetze.

Frankfurt – Wer jeden Monat beim Blick auf die Strom- und Gasrechnung zusammenzuckt, darf sich freuen: Ab Januar wird Energie für viele Haushalte spürbar günstiger. Fast drei Millionen Verbraucher in der Grundversorgung profitieren von deutlichen Preissenkungen – manche sparen über 160 Euro im Jahr. Der Grund: Der Bundestag hat den Weg für einen Netzkostenzuschuss freigemacht.

Eine Person liest den Stromzähler ab
Strom wird günstiger in Deutschland. © Philip Dulian/dpa

Mit deutlicher Mehrheit billigte das Parlament den staatlichen Zuschuss: 312 Abgeordnete stimmten für die 6,5 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds, die 2026 an die Netzbetreiber fließen. Nach Angaben von Finanz- und Wirtschaftsministerium kommt der Zuschuss allen Verbrauchern und Unternehmen zugute – „insbesondere auch den vielen mittelständischen Unternehmen“.

Änderungen 2026 für Millionen Haushalte: Strom wird deutlich günstiger

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Laut dem Vergleichsportal Verivox haben regionale Grundversorger bereits 113 Strompreissenkungen angekündigt – im Schnitt um neun Prozent. Für einen Durchschnittshaushalt mit 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch bedeutet das eine Ersparnis von rund 161 Euro. „Der staatliche Zuschuss zu den Stromnetzentgelten sorgt für niedrigere Strompreise für viele Haushalte“, erklärt Verivox-Energieexperte Thorsten Storck laut ntv. Rund 2,2 Millionen Haushalte in der örtlichen Grundversorgung können sich über diese Entlastung freuen.

Besonders deutlich fallen die Preissenkungen in Köln und Mannheim aus. Der kommunale Versorger Rheinenergie senkt seine Strompreise um zwölf Prozent auf 31,48 Cent je Kilowattstunde. „Diese Zuschüsse gebe man in vollem Umfang ohne Zeitverzug an die Kunden weiter“, verspricht Rheinenergie-Chef Andreas Feicht. In Mannheim reduziert der Energieversorger MVV die Preise sogar um elf Prozent auf 34,82 Cent.

Änderungen 2026: Auch Gaspreise sinken – aber nicht überall

Beim Gas sieht es ebenfalls positiv aus: 69 Grundversorger haben Preissenkungen um durchschnittlich sieben Prozent angekündigt. Davon profitieren etwa 700.000 Haushalte. Ein Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch spart dadurch rund 183 Euro bei den Heizkosten.

Allerdings gibt es auch schlechte Nachrichten: Zehn Versorger erhöhen ihre Gaspreise um durchschnittlich sechs Prozent. Die Netzentgelte für Gas steigen teilweise deutlich an, weil sich die Kosten auf weniger Verbraucher verteilen.

Bundeszuschuss für Stromnetzentgelte macht den Unterschied

Die Bundesregierung will mit dem Zuschuss private Haushalte und Unternehmen entlasten. Zusammen mit der Abschaffung der Gasspeicherumlage entstehen Entlastungen von insgesamt zehn Milliarden Euro. Besonders profitieren sollen laut der parlamentarischen Entscheidung die Haushalte, „die von den Kosten des Ausbaus des Übertragungsnetzes besonders betroffen sind“. Das trifft vor allem auf Regionen zu, wo neue Stromleitungen für die Energiewende gebaut werden.

Die sogenannten Netzentgelte machen bereits fast 28 Prozent des Strompreises aus, wie die Tagesschau berichtet. Der durchschnittliche Strompreis für Haushalte liegt derzeit bei 39,6 Cent pro Kilowattstunde, die Netzentgelte schlagen mit 10,9 Cent zu Buche. Doch Vorsicht: Nicht alle Versorger müssen die Kostensenkungen an ihre Kunden weitergeben. Experten gehen davon aus, dass nur ein Drittel der Entlastung bei den Verbrauchern ankommt. Zudem fallen die Netzentgelte regional sehr unterschiedlich aus.

Strompreise: Was Verbraucher jetzt tun sollten

Besonders teuer ist die Grundversorgung – hier landen Haushalte automatisch, wenn sie keinen eigenen Vertrag abgeschlossen haben. Laut Bundesnetzagentur bezieht noch ein Viertel aller Haushalte Strom über die Grundversorgung, bei Gas ist es ein Fünftel. Ein Tarifwechsel kann sich lohnen: Grundversorgungsverträge lassen sich jederzeit mit zwei Wochen Kündigungsfrist beenden. Oft bieten sogar die örtlichen Grundversorger günstigere Alternativtarife an. Mit einem Test kann man indes herausfinden, welche Geräte besonders viel Strom verbrauchen. (Quellen: Verivox, NTV, AFP, Tagesschau, Bundesregierung) (cgsc)

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