Milben ade – sechs wichtige Maßnahmen, um die Plagegeister aus dem Bett zu verbannen
Milben sind winzig, können aber vor allem auf Allergiker eine große Wirkung haben. Mit Disziplin und ein paar Tipps lassen sich die Tiere im Schlafzimmer bekämpfen.
Hausstaubmilben leben von tierischen und menschlichen Hautschuppen oder Haaren. Die finden sie bevorzugt im Staub und in Betten, wo sie zu Tausenden leben. Für die meisten Menschen ist dies kein Problem, doch das Immunsystem von Hausstauballergikern und empfindlichen Personen reagiert auf den Kot der Tiere, indem es große Mengen an Histamin freisetzt. Dies führt zu Symptomen wie einer juckenden, verstopften Nase, Husten, tränenden Augen oder Juckreiz. Da die Tiere so klein und so zahlreich sind, wird man sie nie ganz eliminieren können. Aber es gibt Maßnahmen, die ihnen das Leben schwer machen und ihre Zahl und so die Allergieauslöser verringern.
Von Encasing bis Lüften – wie sich Milben im Schlafzimmer dezimieren lassen

Mit bloßem Auge sieht man die bis zu einem halben Millimeter großen Hausstaubmilben nicht. Aber sie sind immer da und fühlen sich in einer feuchtwarmen Umgebung sehr wohl – da sie im Bett auch noch eine Menge Nahrung vorfinden, können sie sich in diesem Lebensraum ausgezeichnet vermehren. Um sie zu bekämpfen, muss man ihnen diese guten Bedingungen entziehen:
- Ein spezieller Matratzenüberzug (Encasing) ist milben- und allergendicht. Wichtig ist, dass er die Matratze völlig umschließt. Auch für Kopfkissen und Bettdecke sind solche Überzüge sinnvoll. Bei nachgewiesener Allergie übernehmen manche Krankenkassen die Kosten hierfür. Eine Alternative sind Kissen und Decken, die man bei wenigstens 60 Grad Celsius waschen kann, besser noch bei 95 Grad Celsius. Idealerweise kommen diese alle vier Wochen mit einem Vollwaschmittel in die Waschmaschine. Die Bettwäsche selbst wird etwa jede Woche gewechselt und kommt sofort nach dem Abziehen bei möglichst hohen Temperaturen in die Trommel.
- Alle sieben bis zehn Jahre ist die Anschaffung einer neuen Matratze sinnvoll, da sich bis zu diesem Zeitpunkt sehr viele Allergene darin angereichert haben. Der Platz unter der Matratze sollte freigehalten werden, damit sich die Luft darunter nicht staut. Ein Gestell mit Bettfüßen ist besser als ein Bettkasten.
- Nach dem Aufstehen gilt: Bettdecke und Kissen umschlagen und lüften, sodass auch die Matratze frei ist und die Feuchtigkeit entweichen kann. Wer die Möglichkeit hat, kann sie zum Trocknen auch an die frische Luft hängen. Keinesfalls sollte man unmittelbar das Bett machen und eine Tagesdecke darüberlegen.
Weitere Maßnahmen gegen Milben rund um das Bett
- Ein dreimaliges Stoßlüften am Tag für jeweils fünf bis zehn Minuten verringert die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer, die am besten zwischen 45 und 55 Prozent liegt. Die Raumtemperatur sollte 18 Grad Celsius nicht überschreiten. Die Anzahl von Pflanzen im Zimmer sollte man möglichst gering halten, da sie zusätzlich Feuchtigkeit abgeben.
- Tiere haben im Bett nichts zu suchen. Bei Plüschtieren kann man eine Ausnahme machen, diese sollte man je nach Material aber regelmäßig bei 60 Grad Celsius waschen oder für zwölf Stunden in das Gefrierfach legen, um die Milben abzutöten. Danach kann man sie auch bei geringerer Temperatur in die Waschmaschine geben, um den Milbenkot und damit die Allergene auszuwaschen.
- Staubfänger wie Regale oder schwere Vorhänge sollte man vor allem im Schlafzimmer meiden, Heizkörper regelmäßig entstauben. Sofern man keine Fußbodenheizung hat, möglichst auf Teppiche verzichten und den Boden regelmäßig saugen und feucht wischen.
Die Wirkung von Pestizidsprays mit Benzylbenzoat oder ätherischen Ölen wie Neem-Öl, die die Milben in der Matratze abtöten sollen, ist bisher nicht belegt. Auch das Absaugen entfernt die Tiere nicht ausreichend.