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Giftspinnen-Invasion in Deutschland: Klimawandel bringt Ökosysteme durcheinander

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Von: Olaf Kubasik

Ökosysteme außer Kontrolle: Immer mehr Giftspinnen aus Südeuropa suchen das heiße Deutschland heim - mit einer erschreckenden Schnelligkeit.

Dauer-Dürre in Mitteleuropa und daraus resultierende Wasserknappheit. Der Klimawandel schlägt mit gewaltiger Macht zu. Und bringt das ganze Gefüge durcheinander. Für Ökologe Johann Zaller von der Universität für Bodenkultur in Wien ist „all das nicht mehr normal“, wie er gegenüber standard.at mitteilt: „Die Evolution kommt den rasant steigenden Temperaturen nicht nach.“ Folge: Tiere aus dem Süden kommen, heimische Arten wandern gen Norden ab. Darunter auch Giftspinnen, wie echo24.de berichtet.

In Baden-Württemberg gibt es bereits immer Sichtungen von Kräuseljagdspinnen. Aus Pforzheim, Karlsruhe und Mannheim stammen die jüngsten Horror-Meldungen für jeden Arachnophobiker. Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, hat der Achtbeiner den sonnigen Süden Deutschlands für sich entdeckt - und wird ihn ebenso wenig verlassen wie der zuvor eingewanderte Ammen-Dornfinger. Beide Spinnen können übrigens mit ihren Beißwerkzeugen menschliche Haut durchdringen.

KlasseSpinnentiere
StammGliederfüßer
UnterstammKieferklauenträger

Giftspinnen-Einmarsch in Mitteleuropa: Forscher in Sorge wegen extremen Klimawandels

Doch das scheint nur der Anfang zu sein. Denn weitaus schlimmere Arten sind klimatisch bereit, sich in Deutschland niederzulassen. Der globale Handel ist das Ticket dieser Tiere. Zum Beispiel für die ursprünglich nur auf Madeira und den Kanaren vorkommende Edle Kugelspinne. In Großbritannien sorgt Steatoda nobilis bereits für Angst und Schrecken. Nicht nur aufgrund des Umstands, dass sie heimische Fledermäuse frisst, sondern vielmehr Menschen verstümmeln oder gar töten kann.

In Deutschland wurde die erste Edle Kugelspinne 2017 gesichtet - sie wird in Anbetracht der Kombination aus Klimawandel und Globalhandel nicht die einzige bleiben. Und dann gilt hierzulande das, was Forscher Dr. Michel Dugon bereits für Irland und England verkündet hat: „Diese Art ist hier, um zu bleiben, und wir müssen lernen, damit umzugehen.“ Und die Liste der achtbeinigen Giftbiss-Kandidaten zum Kommen und Bleiben ist lang. Darunter auch die Südliche Schwarze Witwe...

Immer mehr Giftspinnen in Mitteleuropa: Folge von Klimawandel und Globalhandel

Neben Spinnen der Gattung Loxosceles, die wie die Braune Violinspinne durch ihren Biss menschliches Gewebe zersetzen können und deren übelster Vertreter in der Top 5 der gefährlichsten Spinnen der Welt gelistet ist, werden aber auch andere kommen. Achtbeiner, die allein schon durch ihr Aussehen für Panik sorgen. Allerdings sind die bereits in Österreich heimischen Wespenspinnen für Menschen nicht gefährlich, nur erschreckend. Sie sorgen jedoch nur für Anblicke, denen sich der Mensch als Verursacher stellen muss.

Auswirkungen des Klimawandels auf Giftspinnen

Eine Studie aus dem Jahr 2009 zeigt, dass nationalgeographic.de zufolge eine wärmere Arktis mit einem früheren Frühlingsbeginn und längeren Sommern größere Wolfspinnen zur Folge hat. Und diese produzieren auch mehr Nachwuchs. Gleichzeitig heißt es in einer Studie kanadischer Forscher, dass Extremwetterlagen Spinnen „aggressiver, fruchtbarer und resistenter für längere Reisen“ macht.

Ein genauso faszinierender wie ekliger Fakt: Pro Jahr soll jeder Mensch mehrere Spinnen im Schlaf verschlucken. Das berichtet HEIDELBERG24.

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