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Höhner: Alle Infos zur kölschen Kultband ‒ Mitglieder, Sänger und Lieder

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Von: Mick Oberbusch

Die kölsche Band „Höhner“, unter anderem mit Sänger Henning Krautmacher (3.v.r.) und Drummer Janus Fröhlich (2.v.r).
Die Höhner, hier in der Besetzung von 2012, gehören zu den einflussreichsten Bands im Kölner Karneval (Archivbild). © Andreas Weihs/Imago

Kaum eine Kölner Band ist auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannter als die Höhner. Die Gruppe um Sänger Henning Krautmacher blickt auf eine lange Historie zurück.

Köln ‒ „Met ner Pappnas jeboore, dr Dom en der Täsch“ ‒ wenn diese von Henning Krautmacher gesungenen Zeilen erklingen, wissen wohl auch die meisten Menschen außerhalb von Köln, was nun als nächstes folgt. Mit ihrem 2003 veröffentlichten Song „Viva Colonia“ haben die Höhner ihren wohl größten Hit überhaupt gelandet, der auch jenseits der Stadtgrenzen Bekanntheit erlangt hat. Mittlerweile gehört man zu den wichtigsten und einflussreichsten Musikgruppen im Kölner Karneval ‒ was zur Bandgründung vor exakt 50 Jahren wohl noch niemand so recht erwartet hat.

Höhner: Gründung 1972, Kölner Karneval und Hilfe von Willy Millowitsch

Damals, im Jahr 1972, bilden die Musiker Peter Werner, Walter Pelzer und Rolf Lessenich die Gruppe „Mauenheim Singers“ und werden von der KAJUJA (Karnevalistenvereinigung, die aktiven Bühnen-Nachwuchs für den Kölner Karneval ausbildet) zum Vorsingen eingeladen. Dazu holt das Trio Schlagzeuger Janus Fröhlich an Bord und benennt sich, angelehnt an den Hühnerstall des Schwiegervaters von Bandmitglied Werner, in „Ne Höhnerhoff“ („Ein Hühnerhof“) um. Im „Federvieh-Outfit“ steht das Quartett bis 1975 pro Session etwa 120 mal und zu einer Gage von 80 Mark pro Auftritt auf der Bühne, spielt unter anderem seinen größten Hit „Höhnerhoff Rock“. Bis der Band eine echte Karnevalslegende neue Türen öffnet.

Denn niemand geringerer als Willy Millowitsch lädt den „Höhnerhoff“ 1975 ein, um für die musikalische Untermalung eines seiner Theaterstücke zu sorgen. Die Band wird dadurch schnell populärer, bennent sich in „De Höhner“ um, ein laut Meinung der Mitglieder einprägsamerer Name. Zudem entledigt man sich, sehr zur Freude des Reinigungspersonals in den Sitzungssälen, dem Federkostüm und tritt im Anschluss bei etlichen Veranstaltungen auf.

Höhner: Die Gründungsmitglieder

Kölner Band Höhner: Ehemalige Mitglieder und Debüt von Henning Krautmacher

NameInstrument(e)in der Band von/bis
Peter HornGesang, Gitarre1977 bis 1987
Franz-Martin F.M. WillizilLeadgitarre, Mandoline, Gesang1978 bis 1999
Günter SteinigBassgitarre1978 bis 1990
Pete BauchwitzGitarre, Mandoline, Violine1998 bis 2003
Ralf RudnikLeadgitarre2000 bis 2007
John ParsonsLeadgitarre2007 bis 2018
Hannes SchönerBassgitarre, Gesang1990 bis 2020
Wolf SimonSchlagzeug2015 bis 2018
Joost VergoossenLeadgitarre2018 bis 2021

1977 steigt Gründungsmitglied Rolf Lessenich überraschend aus der Band aus, mit Peter Horn verpflichtet man einen neuen Sänger. Generell sind die 70er- und 80er Jahre für „De Höhner“ eine Zeit der Veränderung: Weil Gründungsmitglied Walter Pelzer Mitte der 70er Jahre erkrankt, holt man mit dem Multiinstrumentalisten Franz Martin F.M. Willizil einen Ersatz an Bord, der 1979 als direkter Nachfolger von Pelzer einspringt. Auch Bassist Günter Steinig stößt dazu ‒ und im Anschluss komponiert das neu zusammengefundene Quintett mit Songs wie „Dat Hätz vun der Welt“, „Echte Fründe“ und „Blootwosch, Kölsch un e lecker Mädche“ Klassiker, die auch heute noch auf keiner Sitzung oder Feier fehlen dürfen.

Die Entscheidung, die den „Höhnern“ im Anschluss jedoch zu deutschlandweiter Bekanntheit verhelfen sollte, wurde dann 1986 getroffen. Als Sänger Horn seinen Band-Ausstieg für 1987 ankündigt, holt die Band mit dem bis dato unbekannten Schlebuscher Henning Krautmacher einen neuen Frontmann zur Gruppe. Die 1988 veröffentlichte LP „Für Dich“ trägt bereits klar die Handschrift des neuen Sängers, die Leadsingle „Pizza wundaba“ dient dabei als erstes Ausrufezeichen, dass im Kölner Karneval eine neue Zeitrechnung bevorsteht. Diese Annahme wird 1990 mit der Hinzunahme von Bassist und Sänger Hannes Schöner verstärkt, die 90er Jahre werden zum echten „Höhner“-Jahrzehnt. Das „De“ aus dem Namen hatte man zu diesem Zeitpunkt übrigens bereits abgelegt.

Höhner: Hochphase in den 90er Jahren ‒ FC-Hymne „Mer ston zo dir“ als Höhepunkt

Das erste Ausrufezeichen setzt man 1991 mit dem Live-Album „Kumm loss mer fiere“, samt gleichnamiger Single-Auskopplung. 1992 folgt der Mega-Hit „Hey Kölle, Du bes e Jeföhl“. In dieser Zeit erweitern die „Höhner“ zudem ihren Horizont, treten der „AG Arsch Huh“ bei und positionieren sich gegen rechte Gewalt. Sie treten mit der Veranstaltung „Höhner Classic“ in der Philharmonie auf, schreiben zudem 1994 mit dem Song „Wartesaal der Träume“ den Soundtrack für die ZDF-Serie „Die Weltings vom Hauptbahnhof“ und finden so erstmals auch außerhalb der Stadtgrenzen Beachtung.

Ihre Herkunft vergessen die „Höhner“ jedoch bei allem deutschlandweiten Erfolg keinesfalls. 1998 veröffentlichen sie das Stück „Mer ston zo dir FC Kölle“, das Stück gilt seither als offizielle Hymne des 1. FC Köln und wird vor jedem Heimspiel des Clubs im Rheinenergie-Stadion abgespielt. Zudem schafft die Band im selben Jahr mit „Die Karawane zieht weiter“ ihren größten Erfolg, erhält dafür Anfang der 2000er Jahre eine „Goldene Schallplatte“ für 100.000 verkaufte Einheiten. Sie treten mit der „Höhner Rockin‘ Roncalli Show“ im Circus Roncalli auf, zudem stößt zur Jahrtausendwende Ralf „Ralle“ Rudnik zur Band, der die Gruppe allerdings 2008 schon wieder verlässt.

Die Höhner und der 1. FC Köln

Die kölsche Band und der kölsche Fußballverein pflegen seit Jahren eine besondere Beziehung. An erster Stelle steht dabei natürlich die von den Höhnern entworfene FC-Hymne „Mer ston zo dir FC Kölle“ (1998), für die sie sich instrumental beim schottischen Volkslied „Loch Lomond“ von 1841 bedienten. 1997 bereits veröffentlichte man den Titel „Unser Hätz schlät för dä FC Kölle“, ebenfalls ein bis heute beliebtes Stadionlied. 2014 präsentierten die Höhner zudem ihren Song „E Levve lang“, der vom FC für eine erfolgreiche Mitgliederkampagne genutzt wurde.

Die Höhner: Lieder (Auswahl) – „Viva Colonia“, Handball-Song und WM-Hit

Es folgt eine Nominierung für den damals noch renommierten Musikpreis „Echo“, und 2003 die Veröffentlichung des eingangs bereits erwähnten „Viva Colonia“. 2007 kommt dann die erste Nummer-Eins-Single hinzu: Mit „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ schreiben die Höhner den Soundtrack für das Handball-Sommermärchen 2007, bei dem die deutsche Nationalmannschaft in der Lanxess-Arena den Titel holt. Dafür gibt es auch von höchster Stelle Anerkennung: 2008 wird die Band vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters zu „Wirtschaftsbotschaftern der Stadt Köln“ ernannt.

Auch wenn die Höhner dem Kölner Karneval immer treu geblieben sind, treiben sie in dieser Zeit auch ihre zunehmende Bekanntheit in Rest-Deutschland weiter an. 2014 folgt mit „Steh‘ auf, mach laut!“ ein inoffizieller WM-Soundtrack zum Titelgewinn der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Brasilien ‒ mit dem kölschen Jung Lukas Podolski. Auf diesem Höhepunkt der Bandgeschichte muss die Gruppe allerdings auch den Abgang zweier „Höhner-Kapitäne“ verkraften: 2015 ziehen sich mit Peter Werner und Janus Fröhlich die letzten beiden verbliebenen Gründungsmitglieder aus der Band zurück.

Die Höhner: Sänger Henning Krautmacher seit 1986 dabei ‒ aktuelle Besetzung

NameInstrument(e)in der Band seit
Henning KrautmacherGesang, Rhythmusgitarre1986
Jens StreiflingGitarre, Mandoline, Saxophon2003
Micki SchlägerKeyboard2015
Heiko BraunSchlagzeug2019
Frederik LubitzBassgitarre2021
Patrick LückGesang2021
Edin ColicLeadgitarre2021

Was mittlerweile dafür sorgt, dass die Höhner ziemlich genau 50 Jahre nach ihrer Gründung in komplett neuer Besetzung daherkommen. Aktuell besteht die Gruppe aus sieben Mitgliedern, das nach Krautmacher (seit 1986 dabei) „älteste“ heißt Jens Streifling und kam 2003 dazu. Sowohl Bassist Frederik Lubitz, als auch Sänger Patrick Lück und Gitarrist Edin Colic stießen erst 2021 zur Band. Was die kommenden Jahre für die kölsche Kultband bereit halten, wird sich zeigen ‒ dass jeder sofort in Feierlaune kommt, wenn die ersten Zeilen von „Viva Colonia“ erklingen, ist jedoch bereits jetzt schon gewiss. (mo) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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