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WDR Lokalzeit Köln: Moderatorin Simone Standl ausgetauscht – nicht divers genug?

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Von: Johanna Werning

Simone Standl bei der Verleihung vom Meinungsmacher Preis
Simone Standl spricht über ihr Lokalzeit-Aus (Archivbild) © Christoph Hardt/Imago

Simone Standl galt als das Aushängeschild der WDR-Sendung „Lokalzeit Köln“ – bis jetzt. Die Moderatorin wurde nun ausgetauscht und rechnet mit dem Sender ab.

Update vom 25. Juli 2021, 13:30 Uhr: Mittlerweile haben sich der WDR und Simone Standl endgültig getrennt – „gestörtes Vertrauensverhältnis“.

„Lokalzeit Köln“: Simone Standl muss Sendung abgeben

Köln – Simone Standl galt als das Aushängeschild der WDR-Sendung für Köln, der „Lokalzeit Köln“. Seit 2004 moderierte sie bei der gebührenfinanzierten Rundfunkanstalt das TV-Format – bis jetzt. Denn Simone Standl stand am 29. Juni zum letzten Mal vor der Kamera beim WDR. Doch ein „Friede, Freude, Eierkuchen“-Abschied war das eher nicht: Zumindest die langjährige Moderatorin Simone Standl, die im Juli durch Sümeyra Kaya ersetzt wird, sieht das nicht so.

Im Gespräch mit der Zeitung Kölner Stadt-Anzeiger gibt sich Standl bei allem Verständnis für die Weiterentwicklung der Sendung als Opfer der Diversität beim öffentlich-rechtlichen Sender – und ihres Alters: „Der WDR begründet meinen Abschied damit, der Sender müsse diverser werden. Das gehe nur mit neuen Gesichtern. Und Leute, die lange dabei sind, sollen als Erstes gehen“, sagte die 59-Jährige.

WDR: „Stimmung auf einem absoluten Tiefpunkt“

Das Verhalten des Senders sorge bei vielen Kolleginnen und Kollegen für Aufsehen, so Simone Standl bei t-online. Mehrere Personen haben eine offizielle Beschwerde an den Sender unterschrieben, viele hätten sich jedoch nicht getraut – aus Angst. „Ich kann diese Kolleginnen und Kollegen verstehen. Sie haben Angst um ihre Existenz.“ Gegenüber dem Portal bestätigt ein langjähriger WDR-Mitarbeiter, dass beim Sender derzeit einiges schieflaufe. „Die Stimmung ist auf einem absoluten Tiefpunkt. Viele ältere Kollegen fragen sich, wer der nächste ist, der aus Altersgründen gehen muss. Hier herrscht Jugendwahn.“

WDR Lokalzeit Köln: Simone Standl gekündigt – Sender bestreitet Vorwürfe

Von den Vorwürfen will der WDR laut KStA nichts wissen: „Unter den Lokalzeit-Moderator*innen gibt es immer wieder Wechsel. Das ist normal.“ Grundsätzlich sei es jedoch richtig, dass man Vielfalt der Gesellschaft sowohl im Programm als auch in der Redaktion besser abbilden möchte. Dennoch heißt es, dass „Mehr Vielfalt“ in diesem Fall „kein Anlass für den Wechsel“ sei. Weiter teilt der WDR mit, dass das Alter der Moderatorin nicht mit der Trennung zu tun habe.

Simone Standl

Aufgewachsen ist Simone Standl in Memmingen (Bayern), Volontariat beim ZDF. Nach Abschluss des Studiums für den privaten TV-Sender Vox tätig. Danach kommen Stationen bei der Deutschen Welle, 3Sat und dem WDR („Aktuelle Stunde“, „Lokalzeit Ruhr“.) Von 2004 bis 2021 Moderatorin der „Lokalzeit Köln“. Simone Standl ist Mutter zweier Töchter.

Moderatorin Simone Standl: Künftig Nachrichten bei WDR2

Welche Gründe genau für die Trennung von Simone Standl und der „Lokalzeit Köln“ ausschlaggebend waren, bleibt wohl ein Geheimnis zwischen der Moderatorin und dem WDR. Klar ist jedoch, dass der Abgang nicht gerade schön war. Simone Standl, die beim Sender nicht festangestellt ist, darf künftig noch regelmäßig bei der Radiowelle WDR2 die Nachrichten moderieren. Bei der „Lokalzeit Köln“ ist dagegen entgültig Schluß: Mitte Juli übernimmt Sümeyra Kaya, bisher bei WDR Cosmo zu hören.

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