1. 24RHEIN
  2. People

Corona-Karneval in Köln: Pietro Lombardi rastet aus – „bin schockiert“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nina Büchs

Der Sänger Pietro Lombardi kommt zum Prominentenspiel im Rahmen des Hallenfußballturniers „Schauinsland Reisen Cup“.
Pietro Lombardi teilte seine Wut über die Menschenmassen am 11.11. in Köln auf der Plattform Instagram. (Archivbild) © Henning Kaiser/dpa

Pietro Lombardi ist wütend. Dass in Köln tausenden Menschen dicht gedrängt auf den Straßen Karneval feiern durften, kann er nicht verstehen.

Köln – Menschenmassen auf den Straßen, Jecken die dicht an dicht ohne Abstand und Maske feierten – diese Bilder vom 11.11. in Köln gingen gestern viral und lösten auch heftige Kritik aus. „Was gestern passiert ist, hat mich schockiert“, sagte nun auch der Sänger Pietro Lombardi. Auf Instagram teilte er ein emotionales Video, das viele seiner Fans sehr berührte.

Pietro Lombardi über den 11.11. in Köln: Karneval feiern war „verantwortungslos und egoistisch“

„Ich respektiere alle Menschen, die gerne Karneval feiern, aber das ist verantwortungslos und egoistisch“, sagt Pietro Lombardi in seinem neuesten Video auf Instagram. Auch in seiner Story teilte er Bilder von überfüllten Straßen und ließ seinen Emotionen freien Lauf. „Keiner weiß, sind die Leute auf den Straßen 2G, 3G, oder sind die Leute sehr verantwortungslos und haben Corona und gehen trotzdem in den Massen feiern“, so Lombardi.

Tausende Menschen stehen auf der Zülpicher Straße in Köln und feiern.
Überfüllte Straßen gab es beim Auftakt des Kölner Karnevals am 11.11. © Thomas Banneyer/dpa

Pietro Lombardi ist wütend: „Kinder müssen auf so viel verzichten, aber hier darf gefeiert werden“

Leiden müssten deswegen dann die anderen, sagt Lombardi weiter. So zum Beispiel die Kinder – wie auch sein Sohn Alessio. „Kinder dürfen nicht richtig Laterne, Sonne, Mond und Sterne feiern, können nicht richtig auf dem Pausenhof spielen und müssen auf so viel verzichten aber hier darf gefeiert werden bis zum bitteren Ende“, schimpft Lombardi.

11.11. in Köln: Pietro Lombardi übt heftige Kritik – das ist „absolut unverschämt“

In Köln feierten tausende Jecken auf den Straßen, es herrschte ein dichtes Gedränge. Bei den Konzerten aber gibt es strenge Regeln, zudem dürften dort statt 10.000 nur 2.000 Menschen feiern, so Lombardi. Ein Gegensatz, den der Sänger nicht nachvollziehen kann. „Man müsste sich da mal ernsthaft Gedanken drüber machen, das ist absolut unverschämt“. Dass die Zahlen nun hochgehen werden, ist für Lombardi klar. Sehen wird man die Auswirkungen erst Wochen später, doch schon jetzt liegt die Inzidenz in Köln über 200.

Die Meinung des Sängers teilten übrigens auch viele Fans, die unter sein Video kommentiert haben. „Vielen Dank, dass du es sagst, du sprichst mir aus dem Herzen. Ich wurde wütend bei den Bilder“, schreibt eine Nutzerin. „Gebe dir vollkommen Recht, bei meinem Sohn im Kindergarten ist das zweite Jahr St. Martin ausgefallen“, heißt es in einem weiteren Kommentar.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker über den 11.11. in Köln: „War gut, heute zu feiern“

Das Karnevalstreiben in Köln kritisierte neben Pietro Lombardi übrigens auch der Satiriker Jan Böhmermann. „Alaaf! Heute als ‚Sexy Krankenschwester‘ auf der Zülpicher Straße, an Weihnachten als ‚Sexy Intubierte‘ in der Uniklinik“, schrieb er auf Twitter. Auch die Virologin Isabella Eckerle äußerte ihre Meinung zum 11.11. in Köln. „Ich vermute, dass sich viele Teilnehmer sicher fühlen, denn es ist ja erlaubt. Leider ein grosser Trugschluss. Nur weil etwas politisch abgesegnet ist, ist es noch lange keine gute Idee!“

Anders dachte darüber aber Kölns Oberbügermeisterin Henriette Reker. Auf einer Pressekonferenz sagte Reker, es sei richtig gewesen, zu feiern. Die Situation wäre in diesem Jahr eine andere als im vergangenen Jahr, da viele Menschen inzwischen geimpft seien, so die Oberbürgermeisterin weiter. Außerdem wären die Konzepte der Stadt für den 11.11. weitgehend aufgegangen, sagte Stadtdirektorin Andrea Blome. Auch die 2G-Kontrollen hätten funktioniert. Es gab wenige Einzelfälle, bei denen Personen ohne 2G-Kontrolle auf in die Veranstaltungszone gelangt sind – „was nicht heißt, dass sie die 2G-Regel nicht erfüllt haben“, so die Stadt. (nb) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage.

Auch interessant