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Nach „Promis unter Palmen“: Sat.1 verbannt Prinz Marcus von Anhalt

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Von: Stefanie Knupp

Nach dem Eklat um Prinz Marcus von Anhalt bei „Promis unter Palmen“ hat Sat.1 jetzt Konsequenzen gezogen. Queere Promis äußern sich zur Ausstrahlung.

Köln – Es sollte ein launiger Auftakt der zweiten Staffel „Promis unter Palmen“ sein, doch der Eklat um die homophoben Aussagen von Kandidat Prinz Marcus von Anhalt hat die erste Folge überschattet. Sat.1 hat den Proll-Prinzen jetzt aus dem Programm verbannt – für immer. Prinz Marcus hat sich mittlerweile per Instagram-Botschaft zu Wort gemeldet. Er erklärte: „Ich bin kein Schwulenfeind, ich habe sehr viele schwule Freunde“, nur um kurz darauf zu berichten, was er alles „eklig“ findet.

Prinz Marcus hatte in der Sendung Dragqueen Katy Bähm homophob beleidigt und mit unsäglichen Aussagen provoziert. „Wir haben versucht, diese Aussagen im Umfeld und im Anschluss der Sendung einzuordnen. Aber wir müssen feststellen: Diese Einordnung war so nicht ausreichend“, erklärte der Sender Sat.1 am Dienstag.

„Promis unter Palmen“: Einordnung war nicht genug – Sat.1 verbannt Prinz Marcus

In der Late Night Night Show im Anschluss an „Promis unter Palmen“ hatten die Moderatoren Jochen Bendel und Melissa Khalaj deutliche Worte für den Adoptiv-Prinzen gefunden. Das war wohl nicht genug, deshalb zieht der Sender jetzt harte Konsequenzen: „Prinz Marcus von Anhalt wird in Zukunft in keiner Show von Sat.1 mehr stattfinden.“ Der Protz-Prinz ist für alle Zeiten verbannt.

Zudem hat sich der Sender entschieden, die Folge von allen Plattformen zu löschen. Während und nach der ersten Folge „Promis unter Palmen“ war ein Sturm der Entrüstung über Sat.1 hereingebrochen. Wie man sowas überhaupt ausstrahlen könne, fragten sich die meisten Fans. Man hätte die homophoben Angriffe gar nicht zeigen dürfen.

„Promis unter Palmen“: Queere Promis äußern sich zur Ausstrahlung

Kandidatin Katy Bähm, die in der Sendung zum Opfer der homophoben Attacken wurde, sieht das allerdings anders. Auf Instagram bekräftigte die Dragqueen noch einmal: „Danke @sat1, dass ihr die homophoben Angriffe ausgestrahlt habt & auch Stellung bezogen habt!“ Auch der ehemalige „Prince Charming“-Kandidat Florian Kunze-Forrest befürwortete die Ausstrahlung, sagt in seiner Insta-Story (13. April): „Ich bin sehr froh, dass Sat.1 die Szenen drin gelassen hat. Denn ich fand es wichtig, dass zweieinhalb Millionen Leute vorm Fernseher, das mal live miterlebt haben, wie es ist, wenn man als queere Person so beleidigt wird.“

„So eklig und schlimm ich das auch fand“, erklärt Riccardo Simonetti auf Instagram, „so denken nun mal viele Menschen. Und deswegen bin ich froh, dass jeder mal gesehen hat, wie hässlich Homophobie sein kann und wie wichtig es ist, dass man sich dagegen ausspricht.“ Riccardo Simonetti ist ist seit diesem Jahr LGBTQ*-Sonderbotschafter des Europäischen Parlaments. Instagram-Star Sam Dylan hat sich nach anfänglichem Zögern auch noch in seiner Story zu dem Thema geäußert. Er hält die Löschung der Folge für einen Fehler: „Weil ich kann auch nicht Menschen draußen löschen in der realen Welt, die homophob sind.“

„Promis unter Palmen“: Lars Tönsfeuerborn dankt Willi Herren

„Promis unter Palmen“-Kandidat Willi Herren war Katy Bähm in der Sendung sofort zur Seite gesprungen und hatte dem pöbelnden Prinzen eine saftige Ansage gemacht. Dieses Verhalten lobt in einem langen Instagram-Statement Lars Tönsfeuerborn, erster Gewinner von „Prince Charming“. Er wolle „ein besonderes Dankeschön an @williherren aussprechen, mögen die Leute über ihn denken was sie wollen, er hat es verstanden und weiß was es bedeutet den Mund aufzumachen.“ Keiner in der ganzen Runde dort, habe sich nur im Ansatz wirklich stark gemacht und der Community eine laute Stimme gegeben. „Danke dafür und meinen Respekt!“

In Sachen Ausstrahlung ist sich der Lebensgefährte von Prince Charming Nicolas Puschmann, zwiegespalten. Auf der einen Seite frage er sich, warum man so einem „Gossenprinz nur eine Plattform für solch geistigen Dünnschiss und derart überholte Ansichten bieten“ könne. Auf der anderen Seite verstehe er aber auch die Ansicht von Katy Bähm, die sage „nur so sehen die Leute, wie es wirklich für uns ist und was wir zum Teil auch aushalten müssen.“

Unterm Strich: Der Proll-Prinz hat sich mit seinen homophoben Aussagen ins TV-Aus befördert und hat wohl immer noch nichts verstanden. Auf Nimmerwiedersehen! Während Fans toben, haben sich einige queere Promis für die Ausstrahlung der ekelhaften Szenen ausgesprochen – aus einem traurigen Grund: Damit die Zuschauer sehen, welchen Anfeindungen die Community teilweise ausgesetzt ist, nicht nur im Fernsehen, sondern auch im echten Leben. Ob Sat.1 den Eklat noch einmal zum Thema macht, erfahren wir am nächsten Montag bei „Promis unter Palmen“. (sk)

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