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WDR-Rauswurf von Simone Standl: Keine Einigung vor dem Arbeitsgericht

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Die ehemalige „Lokalzeit“-Moderatorin Simone Standl und ihr Anwalt vor dem Arbeitsgericht in Köln.
Die ehemalige „Lokalzeit“-Moderatorin Simone Standl und ihr Anwalt vor dem Arbeitsgericht in Köln. © 24RHEIN

Der Streit zwischen Simone Standl und dem WDR geht weiter. Die Moderatorin zieht gegen den WDR vor Gericht. Bei einem ersten Termin gab es keine Einigung.

Update vom 16. November, 14:15 Uhr: Der Gütetermin vor dem Arbeitsgericht in Köln am Dienstag (16. November) brachte keine Einigung zwischen dem WDR und der entlassenen „Lokalzeit“-Moderatorin Simone Standl. Es wurde ein neuer Termin vor der Kammer des Arbeitsgerichts für den 17. Februar 2022 angesetzt.

Standl klagt gegen den WDR wegen ihrer Entlassung und aufgrund rückständiger Gehälter. Sie warf dem WDR außerdem vor, sie wegen ihres Alters, Standl ist 59, entlassen zu haben.

Erstmeldung vom 11. November, 14:13 Uhr:

WDR-Rauswurf: Simone Standl zieht vor Gericht – Gütetermin am 16. November

Köln – Simone Standl zieht gegen ihren Ex-Arbeitgeber vor Gericht. Mithilfe des Kölner Anwalts Rolf Bietmann verklagt die abgesetzte Moderatorin den WDR. „Die langjährig für den beklagten WDR als Moderatorin der ‚Lokalzeit‘ tätige Klägerin beansprucht mit ihrer Klage die Feststellung, dass zwischen ihr und dem WDR seit März 1998 ein unbefristetes Arbeitsverhältnis als Moderatorin und Nachrichtensprecherin besteht. Darüber hinaus macht sie die Zahlung rückständiger Gehälter geltend“, so das Arbeitsgericht Köln.

WDR-Rauswurf: Simone Standl zieht vor Gericht – Altersdiskriminierung beim Sender?

Einem Bericht des Express zufolge geht es vor dem Kölner Arbeitsgericht aber auch um die Frage, ob die 59-Jährige wegen ihres Alters entlassen wurde. „Sicherlich wird auch zur Sprache kommen, ob der wahre Grund für die Absetzung einer beliebten Fernseh-Moderatorin deren Alter ist“, heißt es in der Mitteilung des Anwalts, die dem Express vorliegt.

Simone Standl übte öffentlich Kritik am WDR

Sollte das der Fall sein, wäre das laut Bietmann ein „krasser Fall von Altersdiskriminierung“. Die 59-Jährige Moderatorin war jahrelang das Gesicht der „WDR Lokalzeit aus Köln“. Im Juli dieses Jahres die große Überraschung: Der WDR ersetzt Simone Standl durch eine andere Kollegin. Seither moderiert Sümeyra Kaya das Format, das wochentags um 19:30 Uhr im Fernsehen läuft.

Simone Standl machte ihrem Ärger über ihre Absetzung damals öffentlich Luft, übte in verschiedenen Interviews Kritik an ihrem Arbeitsgeber. Der Sender wolle sich diverser aufstellen, außerdem herrsche „Jugendwahn“, lauteten die Vorwürfe, von denen der WDR nichts wissen wollte. Dass es unter den Moderatoren Wechsel gebe sei normal.

Simone Standl verklagt WDR – Gerichtstermin am 16. November

Doch das Tischtuch zwischen Standl und dem WDR war zerschnitten. Der öffentlich-rechtliche Sender trennte sich endgültig von der Moderatorin, die eigentlich noch für den Radiosender WDR2 hätte weiterarbeiten sollen. Im Interview mit 24RHEIN verriet Simone Standl, wie ihre Pläne für die Zukunft aussehen.

Stattdessen treffen sich die beiden Streitparteien vor Gericht. Ein erster Termin vor dem Arbeitsgericht Köln ist für den 16. November festgesetzt. Um 13:45 Uhr startet der Gütetermin in Köln-Nippes. Dabei sollen die beiden Parteien einen Vergleich schließen können.

Das ist ein Gütetermin

Ein Gütetermin ist eine mündliche Verhandlung vor Gericht. Dabei sollen die beiden Parteien einen Vergleich schließen können. Die Angelegenheit ist dabei öffentlich.

Der Ablauf: Richter, Arbeitnehmer und Arbeitgeber treffen sich in einem Raum des Arbeitsgerichts und sprechen über den Sachverhalt, der zur Klage führte. Nach der sogenannten Sachverhaltsermittlung wird geschaut, ob eine Möglichkeit zur Einigung besteht. Möglich wären beispielsweise eine Abfindung oder eine Formulierung im Arbeitszeugnis. Kommt es zur Einigung, wird diese mündlich vor dem Gericht bestätigt, genehmigt und anschließend das Verfahren abgeschlossen.

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Update-Hinweis: Der Artikel wurde zuletzt am 12. November aktualisiert. Neuerung: Der Gütetermin findet am 16. November statt.

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