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Simone Standl über die Zeit nach der „Lokalzeit“ – „Fanpost war Balsam für die Seele“

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Von: Johanna Werning

Simone Standl anlässlich der Preisverleihung der Blaue Zunge Award in der Kölner Lanxessarena.
Simone Standl blickt nach ihrem WDR-Aus weiterhin nach vorne: (Symbolbild) © Eventpress Adolph/Imago

Ex-Moderatorin der „Lokalzeit Köln“: Simone Standl blickt nach dem unschönen Aus beim WDR nach vorn – und freut sich über den Zuspruch vieler Zuschauerinnen und Zuschauer.

Köln – Ihr Abschied vom WDR Ende Juni verlief alles andere als geräuschlos: Nach 17 Jahren musste Simone Standl die Moderation der „Lokalzeit Köln“ abgeben. Der öffentlich-rechtliche Sender sah sich dem Vorwurf der Altersdiskriminierung ausgesetzt: Viele Zuschauerinnen und Zuschauer konnten nicht nachvollziehen, warum die beliebte Moderatorin Standl von heute auf morgen durch die jüngere und diversere Sümeyra Kaya bei der „Lokalzeit Köln“ ausgetauscht wurde.

Doch was ist jetzt, etwas mehr als drei Monate nach dem unschönen Standl-Aus beim WDR? Der Gebühren-finanzierte Sender hat mittlerweile neue Probleme, diesmal ist es die Personalie Nemi El-Hassan. Und Simone Standl?

Simone Standl und der WDR: „Ich hätte natürlich auch viel lieber ein schönes Ende gehabt“

Die will sich von all dem auch weiterhin nicht unterkriegen lassen. „Es kommt, wie es kommt“, fasst die Moderatorin beim Interview mit 24RHEIN zusammen. „Ich hätte natürlich auch viel lieber ein schönes Ende gehabt.“ Herunterziehen kam für sie trotzdem nie infrage – „auch wenn man das sicherlich nicht einfach so weggesteckt hat.“

Simone Standl: Podcast, Werbung und Events statt WDR-Kamera – so geht es jetzt weiter

„Das Schöne ist, ich kann mich ja jetzt ein bisschen ausprobieren“ – und das in gleich mehreren Bereichen. Unter anderem will sie weiterhin als Eventmoderatorin arbeiten. „Das habe ich ja auch schon vorher für verschiedene Veranstaltungen gemacht“.

Zusätzlich probiert sie auch als Podcasterin aus. Die erste Folge von „Women-and-Mobility“ ist bereits online. In losen Folgen „reden wir nur mit Frauen über die Zukunft und wie es mal aussehen könnte. Das ist ein schönes Experiment – auch für mich“, erklärt Standl weiter. „Wir reden zum Beispiel darüber, wie eine Stadt wie Köln in 2030 aussehen kann.“ Bei ihrem Podcast handelt es sich um einen reinen Frauen-Podcast. „Aber das ist jetzt nichts, wovon man wahrscheinlich leben kann, da muss man schon realistisch sein.“

Darum setzt die Moderatorin auch noch auf ein drittes Standbein: „Das dritte und eigentliche Hauptstandbein ist bei einer Werbeagentur. Da tue ich alle möglichen Dinge, Veranstaltungsmoderation, Medienberatung – aber auch das Drehen von Imagefilmen“, erklärt Standl. „Das sind dann auch Projekte, in denen ich mein ganzes Fernsehwissen der vergangenen Jahre einbringen kann. Da habe ich auch richtig Lust drauf.“ Ein Comeback als Fernsehmoderatorin schließt sie dabei aber trotzdem nicht ganz aus: „Aber das ist jetzt nicht das oberste Ziel.“

„Und beim WDR wird man mich wahrscheinlich nicht mehr sehen“, scherzt die Moderatorin weiter. Nach Standls-Rauswurf musste sich der WDR wochenlang anhören, dass zwar formal alles richtig abgelaufen sei, der Umgang mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer moralisch jedoch ziemlich verwerflich ist. Denn Simone Standl wurde als „Lokalzeit“-Moderatorin nicht nur ausgetauscht, ein eigentliches Jobangebot für den WDR-Hörfunk wurde vom Sender zurückgezogen. „Die öffentlichen Äußerungen über den WDR haben das Vertrauensverhältnis schwer gestört“, hieß es damals.

Simone Standl: Fan-Zuspruch war „Balsam für die Seele“

Das ist Simone Standl

Aufgewachsen ist Simone Standl in Memmingen (Bayern). Nach Abschluss des Studiums war sie für den privaten TV-Sender Vox tätig. Ihr Volontariat machte sie beim ZDF. Danach kamen Stationen bei der Deutschen Welle, 3Sat und dem WDR („Aktuelle Stunde“, „Lokalzeit Ruhr“.) Von 2004 bis 2021 war sie Moderatorin der „Lokalzeit Köln“. Simone Standl ist Mutter zweier Töchter.

Für Standls Fans ein absolutes No-Go. Viele schrieben dem öffentlich-rechtlichen Sender eine böse Nachricht. Für die Moderatorin hagelte es währenddessen Zuspruch. „Die Zuschauer haben wirklich so toll und wertschätzend geschrieben. Ich finde das ganz bezaubernd. Ein paar habe ich mir sogar abgeheftet.“ Denn der Zuspruch war „Balsam für die Seele“, erklärt Standl weiter. Gerade nach der WDR-bedingten „Durststrecke“.(jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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