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WDR trennt sich von Simone Standl – Sender „will sich krampfhaft neu aufstellen“

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Von: Thomas Kemmerer

Simone Standl beim Weihnachtscircus in Köln 2019
Moderatorin Simone Standl © Horst Galuschka / Imago

WDR Rauswurf: Nach dem Aus bei der „Lokalzeit Köln“ gehen Simone Stand und die gebührenfinanzierte Sendeanstalt nun endgültig getrennte Wege. Warum es so hässlich werden musste, was die Beteiligten sagen.

Köln – Es sah nicht nach Liebe aus, was sich da in den letzten Wochen zwischen der Moderatorin Simone Standl und ihrem langjährigen Auftraggeber, dem WDR, abspielte. Der WDR, die durch Gebühren finanzierte öffentlich-rechtliche Sendeanstalt für NRW, hatte Simone Standl den Job als Präsentatorin der „WDR Lokalzeit Köln“ gekündigt. Für Simone Standl, die frei arbeitet, hatte der WDR in Köln noch ein paar Schichten als Nachrichtenmoderatorin bei der Radiowelle WDR2 vorgesehen. Doch daraus wird nun nichts.

WDR Rauswurf: „Gestörtes Vertrauensverhältnis“ zu Moderatorin Simone Standl

Die Pressestelle des WDR ließ die Tageszeitung Kölner Stadt-Anzeiger wissen, man habe das Angebot zur Weiterbeschäftigung zurückgezogen. „Die öffentlichen Äußerungen über den WDR haben das Vertrauensverhältnis schwer gestört.“

Zum Hintergrund: Simone Standl wurde nach 17 Jahren als „Lokalzeit Köln“-Moderatorin Mitte Juni sang- und klanglos verabschiedet. Das schmeckte der 59-Jährigen gar nicht – im Kölner Stadt-Anzeiger ließ sie ihrem Frust über ihre Absetzung und das schlechte Betriebsklima beim WDR freien Lauf.

„Lokalzeit Köln“: Schwierige Bedingungen für Nachfolgerin Sümeyra Kaya

Die Personalie Simone Standl wurde öffentlich diskutiert. Moderatorin Simone Standl: Zwar weiblich – aber zu alt, etwa nicht divers genug? Diskussionen, die man gerade beim öffentlich-rechtlichen WDR mit seinen schwierigen Strukturen, Gremien und Einflussnahmeversuchen von unterschiedlichsten Seiten nicht gerne hört. Und auch nicht gerade die schönsten Startbedingungen für Standls Nachfolgerin Sümeyra Kaya, die seit Mitte Juli vor der „Lokalzeit“-Kamera steht.

Simone Standl: „WDR will sich krampfhaft neu aufstellen und diverser werden“

Das Kapitel WDR ist für Simone Standl, die auch schon für Vox und die Deutsche Welle arbeitete, nun zu Ende. Auch wenn Auswechslungen von Moderatorinnen oder Moderatoren bei Radio und TV nicht weiter ungewöhnlich sind: Die Trennung von WDR und Simone Standl ist kompliziert und wie es scheint: voller Schmerz und Emotion. In der Boulevardzeitung Bild am Sonntag lässt die geschasste „Lokalzeit“-Moderatorin nochmal ihren Gefühlen freien Lauf: „Der WDR will sich krampfhaft neu aufstellen und diverser werden.“ Das würde bei den älteren Stammzuschauern der Sendung gar nicht gut ankommen.

Fest steht: Simone Standl ist jetzt bereit für eine neue Aufgabe. Der BamS sagt sie: „Ich glaube, da hätte ich sicherlich noch viel Spaß dran und würde auch noch einmal vor die Kamera treten.“ (kem)

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