„Es ist eine Schande“: Ukraine-Getreide wird in Polen tonnenweise zerstört

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Von: Patrick Mayer

Getreide-Transporte aus der Ukraine werden in Polen offenbar wiederholt von Bauern sabotiert. Ein Experte und ein Minister sind bei X außer sich.

Danzig – Im Ukraine-Krieg machen sie Hoffnung: die Getreidelieferungen aus dem geschundenen Land. Sie sollen den Hunger in ärmeren Gegenden der Welt lindern und gleichzeitig die ukrainische Volkswirtschaft am Laufen halten, während Russland diese weiter angreift.

Getreide aus der Ukraine: Sabotage auf polnischer Zugstrecke Richtung Danzig

Zum Beispiel durch völkerrechtswidrige Raketen- und Drohnen-Attacken gegen die Donau-Häfen Reni und Ismajil, wo viele Getreidehallen stehen. Weil der Transport per Schiff durch das Schwarze Meer sehr gefährlich ist, werden viele Getreideladungen im Transit per Zug durch das Gebiet des Nachbarlandes befördert.

Doch: Zum wiederholten Male kam es an diesem Wochenende zu Sabotage der Getreidetransporte auf den Zugstrecken in Polen. So machte am Sonntag (25. Februar) in den Sozialen Medien ein Video die Runde, wie zig Tonnen Getreide aus Waggons gekippt wurden, in dem die Tore der Zugwaggons auf offener Strecke geöffnet wurden. Wo sich der neuerliche Vorfall zutrug, war am Sonntagabend nicht überliefert.

Proteste in Polen: Landwirte verhindern Getreide-Transporte aus der Ukraine

Sicher ist dagegen: Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Der Zug war mit dem Getreide demnach auf dem Weg zum polnischen Hafen Danzig, von wo aus das Getreide offenbar über die Ostsee verschifft werden sollte.

Der ukrainische Infrastrukturminister Oleksandr Kubrakov schrieb bei X (vormals Twitter) zu einem Tweet: „Diese Bilder zeigen 160 Tonnen zerstörtes ukrainisches Getreide. Das Getreide sollte zum Hafen von Danzig und dann in andere Länder transportiert werden. Der vierte Fall von Vandalismus an polnischen Bahnhöfen. Der vierte Fall von Straflosigkeit und Verantwortungslosigkeit. Wie lange werden die Regierung und die polnische Polizei zulassen, dass dieser Vandalismus anhält? Auch hier werden alle diese landwirtschaftlichen Produkte in versiegelten Waggons transportiert und befinden sich im Transit in andere Länder. Wir halten uns strikt an die Gesetze. Und ihr?“

Ukraine: Getreide- und Mais-Transporte sind für Volkswirtschaft sehr wichtig

Bereits am 20. Februar hatten polnische Bauern am Grenzübergang Medyka ukrainische Güterwaggons mit Getreide geöffnet und so die Gleise an der strategisch wichtigen Eisenbahnstrecke blockiert. Die Aktion sollte laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) auch als Protest gegen die Agrarpolitik der Europäischen Union (EU) dienen. Dabei führt die Ukraine nach Demonstrationen polnischer Landwirte kein Getreide mehr in ihr westliches Nachbarland ein. Der bekannte Experte für Sicherheitspolitik Nico Lange schrieb in einem Beitrag bei X: „Es ist eine Schande, dass in Polen weiter ukrainisches Getreide aus Zügen zerstört wird. Die polnische Regierung muss den Rechtsstaat wiederherstellen, die EU sollte dabei unterstützen.“

Die stark landwirtschaftlich geprägte Ukraine exportiert aus ihren gewaltigen Getreidekammern zum Beispiel Millionen Tonnen Mais, der etwa die Hälfte der Getreideexporte insgesamt ausmacht. Aber auch Weizen (etwa ein Viertel), Sonnenblumenkerne (etwa zehn Prozent) und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse. Laut dem Rat der Europäischen Union gehen rund zwei Drittel des Weizens an Entwicklungsländer. (pm)

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