„Hoffnungsloser Idiot“: Fauci-Tagebücher legen Obamas Wutreden gegen Trump offen

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Von: Christian Stör

Öffentlich hält sich Barack Obama mit Kritik an seinem Nachfolger Donald Trump meist vornehm zurück. Privat sieht das wohl ganz anders aus.

Barack Obama zog so richtig vom Leder: Donald Trump sei ein „hoffnungsloser Idiot“ und „pathologischer Lügner“, ließ der frühere US-Präsident verlauten. Und da Obama gerade in Fahrt war, bekam auch der Sohn des amtierenden Präsidenten sein Fett ab: Donald Trump Jr. nannte er glattweg einen „verdammten Volltrottel“.

Barack Obama und Donald Trump
In der Öffentlichkeit gibt sich Barack Obama gegenüber Donald Trump jovial (hier bei der Trauerfeier für Jimmy Carter am 9. Januar 2025). Doch privat ist das wohl anders. © Roberto Schmidt/AFP

Die Aussagen gehen aus einem Tagebuch von Dr. Anthony Fauci hervor, das im Zuge der Corona-Aufarbeitung kürzlich von den Republikanern veröffentlicht wurde. Laut einem handschriftlichen Eintrag vom 4. November 2021 rief Obama den international anerkannten Immunologen an, um ihm angesichts heftiger Angriffe von rechts während der Corona-Pandemie seine Unterstützung auszusprechen.

Obama zieht über Trump her

Das Gespräch habe rund 25 Minuten gedauert und sei „unglaublich einprägsam“ gewesen, notierte Fauci, der von 1984 bis 2022 das Nationale Institut für Allergien und Infektionskrankheiten leitete. Obama habe gesagt, Fauci sei ein „Zivilist“ und solle sich diesen Unsinn nicht gefallen lassen müssen: „Er ist als Politiker daran gewöhnt, aber ich habe nichts anderes getan, als der amerikanischen Öffentlichkeit und der Welt jahrzehntelang zu dienen“, schrieb Fauci sinngemäß über seine eigene Reaktion.

Fauci zitierte Obama mit den Worten, Donald Trump Jr. sei ein „verdammter Volltrottel“ („a fucking moron“). Anschließend habe sich Obama für die derbe Wortwahl entschuldigt – um dann weiterzumachen und Donald Trump als „hopeless idiot“ und „pathological liar“ zu titulieren. Zudem sei Obama „sehr verärgert“ darüber gewesen, dass sich keiner der gemäßigten Republikaner öffentlich für Fauci eingesetzt und sich stattdessen von der „schrecklichen, verleumderischen Behandlung“ gegen ihn distanziert habe.

Obama unterstützt den von Trump-Verbündeten attackierten Fauci

Anlass des Gesprächs war laut den Tagebucheinträgen Faucis Schilderung, dass Donald Trump Jr. auf seiner Website Sweatshirts und T-Shirts mit dem Aufdruck „Fauci Kills Puppies“ verkauft habe, um damit Spenden für seine Kampagne zu sammeln. Hintergrund waren irreführende Vorwürfe, wonach Faucis Behörde, das National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), grausame Experimente an Beagle-Welpen finanziert habe – Tiere seien demnach mit im Netz fixierten Köpfen Sandmücken ausgesetzt worden. Die zugrunde liegende Studie im Fachjournal „PLOS Neglected Tropical Diseases“ wurde im Oktober 2021 korrigiert.

Aus den Tagebüchern geht zudem hervor, dass sich das Verhältnis zwischen Fauci und Trump im Verlauf der Pandemie zunehmend verschlechterte. Zunächst habe man im Weißen-Haus-Krisenstab eng zusammengearbeitet, später habe Fauci die öffentlichen Aussagen des Präsidenten zunehmend als unzusammenhängend und teils widersprüchlich zu den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden empfunden. In einem Eintrag vom 29. März 2021 bezeichnete Fauci Trump als „unausstehlichen Halbstarken“ („obnoxious adolescent“).

Republikaner stürzen sich auf Fauci-Tagebuch

Die mehr als 1000 Seiten umfassenden Tagebücher Faucis aus den Jahren 2019 bis 2022 wurden dem Independent zufolge von US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. auf Regierungsservern entdeckt und an republikanische Senatoren übergeben. Kennedy verteidigte die Weitergabe der Unterlagen mit dem Argument, es handle sich nicht um private Tagebücher, sondern um „Regierungsunterlagen, die auf einem Regierungscomputer von einem Bundesangestellten während einer der folgenreichsten Gesundheitskrisen der Geschichte erstellt“ worden seien. In einem Interview mit dem TV-Sender Fox News brüstete er sich, die Beschaffung der Dateien von elf verschiedenen Servern habe rund acht Monate gedauert.

Veröffentlicht wurden die Tagebücher von Senator Rand Paul, der Fauci seit Jahren für dessen Rolle bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie kritisiert und ihm eine Vertuschung möglicher Laborursprünge des Coronavirus in China vorwirft – ein bislang unbelegter Vorwurf. (Quellen: Fauci-Tagebücher, Independent, HuffPost, Daily Beast) (cs)

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